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David Hume.
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einem Worte die Erkenntniß der menschlichen Natur zur eigentlichen
Aufgabe der Philosophie zu machen. Mit völliger Klarheit über
dieses Thema hatten bereits Locke und Berkeley ihre Aufgaben ge—
faßt. In diese Richtung sah sich Hume gestellt und erkannte im Hin—
blick auf seine Vorgänger sehr wohl, wie weit sie ihm vorgearbeitet
hatten; er nahm die Erforschung der menschlichen Natur nach ex⸗
perimenteller Methode, wie er es gleich in der Bezeichnung seines
ersten und wichtigsten Werkes aussprach, zur Hauptaufgabe seines
Lebens; er wollte unsere geistige Handlungsweise im Erkennen und
Wollen aus ihren rein natürlichen Triebfedern erklären, nicht unser
Thun ändern, sondern es durchschauen und darüber Rechenschaft geben,
so unverblendet und nüchtern als möglich. Dazu trieb ihn, wie er
selbst bekennt, sowohl das persönlich tiefe Bedürfniß, sich über das
eigene Leben und Verhalten aufzuklären, als der Ehrgeiz, die Welt
zu belehren. Wie Bacon in Rücksicht auf die Erkenntniß der äußern
Natur den Flug des Denkens widerrathen und der Philosophie statt
der Fittiche Blei und Gewicht angelegt hatte, so wollte Hume die Er—
kenntniß der innern Natur betrieben sehen. Die Philosophen, meinte
er, sollen es nicht machen wie die Engel, die mit ihren Flügeln ihre
Augen bedecken. Dem Spiritus der neuern speculativen Denker, wie
Descartes, Malebranche und Leibniz, wollte Hume etwas vom eng⸗
lischen Phlegma beimischen, und davon hatte er ein gutes Theil mehr
als Bacon in seinem eigenen Naturell.
Wir haben schon gezeigt, wohin der Weg der Erfahrungsphilo—
sophie gerichtet ist. Unter dem Gesichtspunkt einer rein sensualist—
ischen Erkenntnißtheorie, wie sie Locke gegeben, müssen die Dinge an
sich (Substanzen) für unerkennbar gelten, ebenso die Eigenschaften,
welche Dingen an sich zukommen, ebenso jede Art eines in der Natur
der Objecte begründeten Zusammenhangs. Auch wissen wir, wie Locke
in allen diesen Punkten die Vedenken, welche sein Standpunkt fordert,
zwar empfunden, aber denselben keineswegs volle Rechnung getragen
hatte; er hatte die Substanz der Dinge für unerkennbar, aber das
Dasein Gottes für demonstrabel, das Wesen der Körper für unbegreif⸗—
lich, aber deren Causalität und Grundeigenschaften für unmittelbar
einleuchtend gehalten. Der Widerstreit, in welchen seine Lehre mit
sich selbst gerathen war, lag offen vor Augen. Berkeley erkannte die
Mängel, befreite den Sensualismus von diesen lockeschen Halbheiten
und kam zu der Folgerung, daß die Dinge an sich wie deren Eigen—
Fischer, Gesch. d. Philos. X.
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