Licht und Farbe.
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gelangenden Strahlen, anstatt in der geraden (punktierten)
Richtung fortzugehen, bei ihrem Austritt aus Wasser in
Luft eine Knickung oder Brechung erleiden, infolge deren
sie nunmehr in das Auge gelangen. Unser Verstand taxiert
die Lage des Geldstückes daher in der Richtung dieses Strahles
und folglich zu hoch. Dies ist auch die Ursache, warum man,
wenn man Fische im Wasser schießen will, unterhalb derselben
hinzielen muß, sowie daß Wasser, dessen Grund man sieht,
stets weniger tief erscheint, als es in Wirklichkeit ist.
Durch Untersuchungen ist festgestellt, daß bei zwei durch
sichtigen Stoffen die Richtung des gebrochenen Strahles zum
Abb. 2. Brechung de? Lichtes.
Das im Wasser befindliche Geldstück liegt scheinbar höher.
ungebrochenen in einem ganz bestimmten Verhältnis steht.
Dieses Verhältnis ist aber nur für je zwei bestimmte Stosse
beständig; tritt der Lichtstrahl z. B. aus Luft in gewöhnliches
Glas, so ist das Brechungsverhältnis gleich l 1 / 2 (d. h. der
Einfallswinkel verhält sich zum Brechungswinkel wie 3:2),
für das bleioxydhaltige Flintglas l 2 / 3 , für Steinsalz und
verschiedene Öle ist es etwas kleiner als 1 1 / 2 , für Diamant
sogar 2 y 2 . Je größer das Brechungsverhältnis, desto stärker
werden die Strahlen abgelenkt. Bei gleicher Substanz ist aber
das Brechungsverhältnis (Brechungsexponent) für verschieden
farbige Strahlen keineswegs das gleiche.