Die Wasserversorgung
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werden; HN0 3 wird wenig, CI gar nicht beeinflußt. — Die Bakterien
werden im ganzen gut abfiltriert. Im Durchschnitt findet man 50 bis
200 in 1 ccm. Diese stammen zum Teil von den Bakterien her,
welche dem Material der tieferen Filterschichten von vornherein an
haften; zum Teil entstammen sie aber dem unreinen Wasser. Es hat
sich gezeigt, daß die Filter niemah völlig keimdicht arbeiten, son
dern daß ein kleiner Bruchteil der aufgebrachten Bakterien regelmäßig
in das Filtrat gerät; je zahlreicher die Bakterien im unfiltriertcn
Wasser sind, um so höher steigt auch der Bakteriengehalt des Filtrats.
Am günstigsten ist die Wirkung der Filter bei langsamer Filtration,
ferner bei Vermeidung stärkerer Druckschwankungen und überhaupt
aller Unregelmäßigkeiten im Filterbetrieb. Unter solchen Umständen
wird die Zahl der Bakterien etwa auf Viooo reduziert, und damit
kommen die Infektionschancen so gut wie ganz in Wegfall.
Eine sehr gefährliche Periode bleibt aber immerhin die Zeit, wo
ein gereinigtes Filter neu in Benutzung genommen wird. Alsdann
soll das Wasser mindestens 24 Stunden ruhig sedimentieren; und die
danach während der nächsten Tage durchfiltrierten Wassermengen
sollen unbenutzt bleiben. — Ferner kommen bei jedem Filtrierbetrieb
gelegentlich noch außergewöhnliche Störungen des Betriebes vor; ent
weder kann die Reinigung nicht zur Zeit erfolgen und die Filterdecke
reißt; oder es muß die abgenutzte Sandschicht erneuert werden; oder
das Flußwasser ist durch das Hochwasser stark mit lehmigen Partikeln
getrübt, so daß die Filter rasch undurchlässig werden; oder das
Wasser enthält zu wenig Plankton und die Bildung der Decke ist
deshalb verzögert und ungenügend (namentlich im Winter). In allen
diesen Fällen treten große Menge von Bakterien im Filtrat auf, und
das ist natürlich um so bedenklicher, als die Flußwässer einer Ver
unreinigung mit pathogenen Keimen ganz besonders exponiert zu sein
pflegen.
Die Wasserversorgungen mit filtriertem Flußwasser sind daher
hygienisch nur zulässig hei strenger Überwachung des Betriebes.
Vor allem muß durch tägliche bakteriologische Untersuchung
der einzelnen Filterabläufe kontrolliert werden, daß durchschnittlich
nicht mehr als ungefähr 100 Bakterien in 1 ccm hindurch
treten. Dies Resultat ist erfahrungsgemäß nur zu erreichen, wenn
Störungen des Filterbetriebs ferngehalten werden.
Von manchen Wasserwerksverwaltungen wird empfohlen, statt der ab
soluten Zahl der Keime das Verhältnis der Reinwasserkeime zu denen des
Rohwassers in Prozenten anzugeben. Bei zeitweise (im Winter) sehr keim
reichen Roh wässern ist diese Proportion noch günstig, während der Grenz