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Es iſ hierbei aber erft nöthig zu wiffen, wa® man unter dy
Mufterzeihnung eigentlich zu verſtehen hat und wie dieſelbe zur pra
tiſchen Anwendung dienen kann. Jede Muſterzeichnung beſteht aui
zweierlei :
I) Der Patrone (Modell, Muſter) ;
2) der Ausführung.
Die Patrone zeigt das Muſter (dessin), wie es in der Waare ſid
geſtaltet; fie ift eigentlich der Riß, wie man bei einem Bauwerk il
ſagen pflegt, oder das Modell; man nimmt dazu karrirtes Linienya:
pier, im welchem die fenfrechten Linien die Kette und die horizontale
Linien den Schuß bedeuten ; je nach der Qualität der Waare wähl
man au< das Muſterpapier; will man in Kette und Schuß die gleich
Anzahl Fäden verwenden, 5. B. 8S0><S0 auf 1 Duadratzoll, fo nimmt
inan auch das Linien= oder Mufterpapier gleich, d. b. folches, das ii
ven Quadraten, in die der Bogen getheilt it, wieder gleiche kleinen
Quadrate hat, 3. B. 8x 8; bat man mehr Schuß in das Mufte
zu geben, fo nimmt man das Papier ebenfalls im Verhältniß, z. Y
80 Faden Kette, 100 Fäden Schuß ſo nimmt man die Quadrat
\ , B B,
8x 10 u. |. w.; dadurch bekommt man eine im vergrößerten Maß:
ſtab dem Gewebe ähnliche Figur, man könnte eine fertige Patron
eigentlich da8 vergrößerte Mufter auf Papier nennen.
Sn dieſen Quadraten nun giebt man durch Punkte an, wel
Schäfte bei Schaftvorrichtung, oder welche Fäden bei Facquardvorrid
tung gehoben, oder im praftifehen Ausdruc genommen werden folle,
Nun ift aber bei Tritt: oder Schäftevorrichtung noch zu wiſſe
nöthig, wie viel Schäfte und Tritte erforderlich und in welcher Reihen
folge dieſelben getreten werden müſſen, oder in" welcher Ordnung di!
Fäden durch das Geſchirr einzuziehen ſind, um das Muſter mit del
möglichſten Leichtigkeit und gut zu arbeiten. Dazu dient die zweil
Aufzeichnung, die man die Ausführung, den Einzug und die Schnik
rung nennt.
FUr jedes Muſter ſind, wie wir bereits wiſſen, fo viel Züge
nöthig, al wir Schäfte haben, aber 08 giebt auh Muſter (und did
lernen wir bei dieſen fennen), wo mehr Züge nöthig ſind, als Schäfte;
wo die Schäfte einzeln, paarweiſe, oder mehrere in ungleichen Zah:
len, überhaupt ſehr verſchieden dur< nur einen Tritt bewegt wel:
den; dies zeigt uns die Ausführungszeihnung. Um -es aber zu fir]
den, gehört dazu ein Waarenmufter, wenn man noch nicht ſo well
iſt, ein Muſter nach eigener Kombination zu bilden, aus welchen
man 1) die Fadenzahl auf 1 Zoll; 2) die Fadenzahl auf ein Mufte;
3) die Bindungen der Schußfäden über die Kettenfäden auffucht.
Die Fadenzahl auf 1 Zoll ergiebt die Ganghöhe der Kette,
oder die Gefammtheit der Fäden auf die Breite der Maare.
Die Shußzahl die Menge der Schuffäden auf ı Zoll War
renlänge.
Die Fadenzahl des Muſters läßt uns nun wiſſen, wie viel M
ſter auf die Breite der Waare und auf eine gewiſſe Länge komme
müſſen.
Pie Bindungen zeigen uns, ob die Waare in Köper, in Atlas
oder in irgend einer andern Art beſteht.
ſel
fir
fa
fei
er
nu
in
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u