23
Drath, den er zu einem Haken umbog und hing den Frosch
an ein eisernes Geländer seines Gartens. Indem er den
Haken am Gitter befestigte, berührte der Schenkel des Frosches
eine Stange desselben, im Augenblick zuckte der Frosch.
Weitere Versuche zeigten, daß dies auch im Zimmer gelang,
nur mußte die Bedingung erfüllt sein, daß zwei Metalle, von
denen das eine den Nerv, das andere den Muskel berührte,
selbst unter einander in Berührung gebracht wurden. Dies
bestätigt meine Ansicht, rief Galvani, der Froschschenkel ist
eine Kleist'sche Flasche, der Nervenstrang ist die innere Be
legung, das Fleisch die äußere, bringe ich beide in Verbin
dung, so wird die Flasche entladen.
Dem wiedersprach aber, daß die Zuckungen sehr schwach
waren, ja bei gehöriger Vorsicht wegfielen, wenn die Schlie
ßung nur durch ein Metall hergestellt wurde, hingegen leb
haft bei zwei Metallen und mit sehr verschiedener Energie
nach der Wahl dieser Metalle. Dies führte nun Volta
erst auf die Erklärung des Räthsels. Galvani sucht die
Ursache der Erscheinung, sagte er, an einer falschen Stelle,
nicht im thierischen Körper liegt sie, sondern außerhalb, hier
ist keine neue Naturkraft: thierische Elektricität, sondern unsre
alte, die gewöhnliche Elektricität, das Neue ist die Erregungs
weise durch Berührung der Metalle. Da erhoben sich alle
Mediziner wie ein Mann gegen Volta, sie wollten sich die
endlich gefundene Lebenskraft nicht wieder entreißen lassen.
Aber Volta war nicht der Mann sich abschrecken zu lassen;
was ist, rief er, vom elektrischen Gesichtspunkt aus, euer Frosch
anders als ein nasser Körper, ich brauche ihn nicht, ein nasser
Lappen kann seine Stelle vertreten, und nun legte er eine