Der Brocken. 381
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ten von einer Reise auf den Brocken“ (Magdeburg,
1744) erzählt wird.
Wie mühsam, selbst gefährlich übrigens am Ausgange
des vorigen und noch im Anfange dieses Jahrhunderts die
Besteigung des Berges war, kann man aus Schröders,
Abhandlung vom Brocken (Dessau 1785) ersehen.
Der erste Bau auf der Brockenkuppe wurde im Jahre
736 versucht. Dies war das sogenannte Wolkenhäus—
hen; es war roh aus Granitsteinen aufgeführt und mit
Moos ausgelegt. Die Wanderer mögen unheimliche Nächte
in diesem schlechten Obdach verbracht haben. Auf der Hein—
richshöhe stand übrigens eine im Sommer bewohnte, rohe
Behausung, wo man in einem engen, düsteren und feuchten
Raume am glühenden Ofen wenigstens Schutz vor Sturm
und Wetter fand.
Im Jahre 1800 ließ Graf Christian Friedrich
»on Stolberg Wernigerode das jetzige Brockenhaus
»auen, und er hat sich dadurch den Dank jedes Reisenden ver—
dient. Das Brockenhaus, wohl das höchste Gasthaus in
deutschen Landen, erinnert lebhaft an das Haus auf dem
Rigi; es ist ein einstöckiges Gebäude, die Vorderseite nach
Osten gekehrt, 130 Fuß lang, 30 Fuß tief, mit einem Saale,
zehn Fremdenstuben, Wohnung für die Familie des Wirthes
uind Nebengebäuden, worin auch Pferde untergebracht werden
önnen. Aus der Mitte des Gebäudes stieg früher ein dreißig
Fuß hoher, steinerner Thurm empor, als aber im Jahre 1835
ine kleine Feuersbrunst das südliche Nebenhaus zerstörte,
vurde auch bei dieser Gelegenheit die baufällige Warte abge—
»rochen. Statt ihrer wurde, dem Wohnhause gegenüber,
hierzig Fuß von demselben entfernt, 'ein freistehender Holz—
cthurm aus festen Balken und Bohlen aufgezimmert; derselbe
ist beinahe fünfzig Fuß hoch und hat achtundfünfzig Stufen.
Der Wirth des Brockenhauses wohnt »Sommer und
Winter hier; alle Lebensmittel müssen natürlich von Wer—
nigerode heraufgeschafft werden. Die Bewirthung geht