A. Allgemeines
Das Klima und sein Einfluß
1. Klima und Mensch
Wirkung und Wechselbeziehung
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Seit ältesten Zeiten muß sich der Mensch vor den Unbilden des
Wetters schützen. Dies geschieht durch die Kleidung und das Haus. Das
Haus hat jedoch den Nachteil, den Menschen mehr oder weniger von
Licht und Luft abzuschließen, ihm also seine äußeren Lebensbedingungen
ainzuschränken. Es ist daher das Bestreben des modernen Kultur-
menschen, möglichst viel Licht durch entsprechend große Fenster ein-
strahlen zu lassen. Die Lufterneuerung geschieht heute aber noch vor-
wiegend durch die übliche Fensterlüftung, die Raumbeheizung durch
Ofen und Zentralheizungen, was weder zweckmäßig ist, noch zu einem
befriedigenden Ergebnis führt. Die Fensterlüftung verursacht Luftzug,
besonders bei starken Temperaturgegensätzen, und ist von dem ge-
zebenen Klima abhängig. Mit der Lüftung allein kann man im Verein
mit der Heizung keinen bestimmten Luftzustand hinsichtlich Wärme,
Feuchtigkeit und Luftreinheit herstellen. Es muß daher Aufgabe der
Technik sein, die Verhältnisse eines einwandfreien Klimas, unabhängig
von der Witterung, im Hause herzustellen. Dies gilt insbesondere für
die gemäßigten Zonen mit ihren großen Temperaturschwankungen,
wie aber auch für die außergewöhnlich heißen oder kalten Gegenden
der bewohnten Erde. Es besteht daher ein enger Zusammenhang
zwischen dem Klima und dem Menschen, seinen Leistungen und seinem
Wohlbefinden.
Wie E, Brezina und seine Mitarbeiter in ihrem Werk: „Klima,
Wetter, Mensch“1) ausgeführt haben, ist der Begriff: „Klima“ verschie-
den festgelegt worden. Vor 100 Jahren verstand Alexander von Hum-
boldt unter Klima die Veränderungen in der Atmosphäre, „die unsere
Sinne merklich affizieren, nämlich Temperatur, Feuchtigkeit, Verände-
‚ungen des barometrischen Luftdrückes, Wind, die Größe der elektri-
schen Spannung, die Reinheit der Atmosphäre oder ihre Vermengung
mit mehr oder minder schädlichen gasförmigen Exhalationen, endlich
der Grad habitueller Durchsichtigkeit und Heiterkeit des Himmels,
welcher nicht bloß wichtig ist für die vermehrte Wärmestrahlung des
Bodens, die organische Entwicklung der Gewächse und die Reifung der
!) Die angezogenen Literaturstellen befinden sich im Kapitel L.
2 Klima-Anlagen, 2. Aufl.