Full text: Der Schlossermeister oder theoretisch-praktisches Handbuch der Schlosserkunst für Lehrherrn, Gesellen und Lehrlinge über den ganzen Umfang ihrer Kunst mit Inbegriff der Eisen- und Stahlbereitung

    
   
  
  
   
   
  
  
   
    
   
  
  
  
   
  
  
  
   
   
  
  
   
  
   
   
      
   
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auf dieſe Eigenthümlichkeit des Stahls gründet fich 
das Verfahren bei dem Anlaſſen. Die Arbeiter be- 
zeichnen die verſchiedenen Temperaturgrade, welche der 
Stahl in der Hiße annimmt, dur< 7 verſchiedene 
Farben; er wird nämlich zuerſt ſtrohgelb, dann 
goldgelb, kupferroth, purpurroth, violet, 
dunkelblau, waſſergrún. 
$. 128. Man erhitzt den Stahl oder den darz 
aus gefertigten Gegenſtand bis zu einer dieſer Farz 
ben, je nah dem Zwe>e, für welchen der Gegenſtand 
beſtimmt iſt. Soll der Stahl ſehr zähe werden , #0 
muß man ihn bis zum Dunkelblau erhißenz iſt dages 
gen Härte die Hauptſache, nur bis zum Stroh: 
gelben. 
_ 129. Stáählerne Inſtrumente werden in eis 
ner lebhaften Gluth, welche ſich leiht vermehren und 
vermindern läßt, aber ohne Blaſebalg angelaſſen. 
Man legt ſie z.B. auf glühende Kohlen in eine 
Pfanne, die im hellen Lichte ſteht , ſucht anfangs die 
Gluth mittelſt eines Wedels anzufachen , aber ſobald 
man am Stahl eine Veränderung der Farbe bemerkt, 
hört man fogleich auf. Während des Anlaſſens muß 
man genau auf die Farbenveränderung achten, und 
ſobald die verlangte Farbe gleihmäßig erſchetnt, muß 
man das Inſtrument oder den fraglichen Gegenſtand 
von den Kohlen wegnehmen und ſogleich in kaltem 
Waſſer ablöſchen. 
$. 130. Kleinere und feinere Gegenſtände wer- 
den nicht in der Eſſe angelaſſen , ſondern auf einem 
Eiſendrahtgewebe, welches. man mitten auf die Koh: 
len legt. . 
  
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