Einleitung.
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Die Fähigkeit seines Spiegel-Galvanoskopes, acht
Buchstaben in der Minute zu geben, scheint ihm aus-
reichend. In einem zweiten Briefe Weber’s vom
März 1836 werden Bedenken, welche gegen die Ausführ-
barkeit der Sache erhoben wurden, mit dem Bemerken
zurückgewiesen: „Gauss hat die Theorie der elek-
trıschen Telegraphie zum Abschluss gebracht.
Distanz der Wirkung, Stärke der Drähte, der
Ströme etc. lassen sich mit derselben untrüg-
lichen Sicherheit berechnen, wie eine Mondes-
finsterniss.”
Wie im ersten Briefe, wünscht hier Weber wieder
einen Gauss’schen Zeichen-Apparat angewendet. Die
Gesammtkosten der Anlage zwischen Leipzig und Dresden
wurden, „da keine Leitung ausser den Schienen
nöthig sei”, auf 500 Thaler berechnet. Nachdem sich
aber noch im gleichen Jahre die Benutzung der Schienen-
stränge als Hin- und Rückleitung unthunlich erwies,
liess die Bahngesellschaft durch den Magister Hülsse,
nachmaligen Director der Dresdener polytechnischen Schule,
einen Kostenvoranschlag für eine durch Hanf und Pech
isolirte Leitung anfertigen, und da sich der Preis per
Meile auf beiläufig 500 Thaler stellte, die Vorrichtung
aber für Benachrichtigung der Bahnwärter nichts zu
leisten schien, wurde von der ganzen Sache im Öcto-
ber 1837 „vorderhand abgesehen”.
Indessen kam es zur ersten praktischen Anwendung
des elektrischen Telegraphen durch Wheatstone und
Cookeaufder Great-Western-Bahn im Jahre 1839 und
auf der London-Blackwall-Bahn im Jahre 1841. In
Deutschland geschah das für Bahnzwecke erst
Jahre 1843 auf der schiefen Ebene zwischen Aachen
öst
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