Full text: Grundriß der Chemie (3. Theil, 1. Band)

lösung; wenn man die Flüssigkeit zum Kochen erhitzt, so 
fällt auch dieser Antheil nieder. Mit der Alaunerde giebt 
das Krapproth einen rothen Niederschlag; darauf beruht die 
Verfertigung des Krapplacks. Zu phosphorsaurem Kalk 
hat dieser Farbcstoff gleichfalls eine große Verwandtschaft, 
daher färben sich die Knochen roth, wenn man Thiere mit 
Farberröthe füttert. Baryt und Strontian werden aus ih 
ren salzsauren Auflösungen ebenfalls gefällt. Auch mit eini 
gen Metalloxyden bildet dieser Färbestoff unauflösliche Ver 
bindungen; Zinn-, Bley-, Silber- und ^uecksilderoxydul wer 
den sogleich mit rother Farbe niedergeschlagen. Das schwe 
felsaure Eisenoxydul und der Brechweinstein (Antimon) wer, 
che« aber nur langsam mit bräunlicher Farbe pracipit-rt. Eud- 
lich zeichnet sich das Krapproth auch durch eine besondere 
Verwandtschaft zu stickstoffhaltigen thierischen Körpern, z. B. 
zu Eiwclßstvff und Faserstoff aus, womit es sich fest verbin 
det. Von den chemischen Eigenschaften dieses Färbestoffes 
wird in der Färberei und Carrundruckerei nützliche Anwen 
dung gemacht, um sehr lebhafte und haltbare rothe Farben 
(Türkischroth) hervorzubringen. 
In die Reihe des edlen Färbestoffes verdienten übrigens 
noch mehrere andere ausgezeichnete und sehr beständige Far 
bestoffe, z. B. das Alkanin, Pseudoalkanin, Dra 
chen blut, Gummiguttgelb, Chlorophyll u. s. w. 
gestellt zu werden, allem da sie ganz harzartig sind, so wol 
len wir sie bei den harzartigen Färbestvffen (§. i?L.) näher 
betrachten. 
§. Hi. 
Coccuiroth, §arminium, Sarminstoff. 
1. Vorkommen und Darstellung. Der rothe Farbestoff der 
Cochenille (Co«cvu Cacti c<jccia«lJiferi L.) wird nach
	        
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