98. Reaktionen des Strontiumions.
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erst nach Stunden) ein. (Wenn in der Lösung Bariumion vorhanden
ist, scheidet sich augenblicklich Bariumsulfat ab.)
Die langsame Entstehung der Trübung ist für die Charakteri
sierung des Strontiumions sehr störend. Es ist darum sehr wertvoll,
daß sich die Abscheidung des Strontiumsulfats durch Erhitzen des Ge
misches (aus annähernd gleichen Volumina Gipswasser und der
Lösung, welches Strontiumion enthält) bis nahe zum Sieden sehr
beschleunigen läßt. Selbst bei Gegenwart von nur sehr kleinen Mengen
Strontiumion tritt unter diesen Umständen im Verlaufe einer Minute
eine deutlich sichtbare Trübung ein.
Weiterhin ist bei Ausführung des Versuchs zu beachten, daß
Strontiumsulfat von starken Säuren (namentlich HCl bzw. HNÜ S )
schon merklich gelöst wird. Offenbar findet wegen der schwächeren
Dissoziation der Schwefelsäure in zweiter Stufe (vgl. Abschnitt 28)
die Reaktion:
SrS0 4 + H’ = Sr" + HSO/
statt. Auf diesen Umstand wird an späterer Stelle (Abschnitt 108 über
Sulfation, S. 817) noch näher eingegangen werden.
c) Von den verschiedenen Möglichkeiten des mikrochemischen Nach
weises [als SrS0 4 , SrC 4 H 4 0 6 , SrC0 3 , SrC 2 0 4 , Sr(J0 3 ) 2 , SrCrOJ soll hier
nur auf die letzte Reaktion näher eingegangen werden.
Die zu prüfende Lösung muß neutral sein; selbst Essigsäure ver
hindert die Fällung. Ein Tropfen der Lösung wird eingedampft, der
Rückstand nach Erkalten in wenig Wasser (ev. nur unter Anhauchen)
aufgelöst und mit einem kleinen Tropfen einer 10 % igen K 2 Cr0 4 -Lösung
versetzt. Bei größeren Mengen Sr" fällt sofort ein weißgelber Nieder
schlag von SrCr0 4 aus in Form feiner langer [bei Sr(N0 3 )J oder stär
kerer kurzer (bei SrCl 2 ) Nädelchen, die sich häufig zu garben- oder
büschelartigen Aggregaten vereinigen. Im Überschuß des Fällungs
mittels (bei geringer Sr”-Konzentration) lagern sich diese Nadeln in
kurzer Zeit um in kleine, kurze, anscheinend hexagonale Säulchen,
Leisten und sägebockartige Durchkreuzungen und in sechseckige bis
kreisrunde Scheibchen x ).
Bei sehr kleinen Mengen von Sr" dampft man nach Zusatz des
Reagens einige Minuten auf dem Wasserbade ein, bis sich eben Trocken
ränder bilden. Hierbei entstehen meist nicht erst die Nadeln, sondern
es bilden sich sofort die stabileren Umlagerungsformen von hexagonalem
Habitus.
Ba” gibt unter denselben Bedingungen amorphe Abscheidungen
oder undeutliche Kristalle. Durch seine Unlöslichkeit in Essigsäure
kann BaCr0 4 von SrCr0 4 unterschieden werden (vgl. auch S. 295), Sr"
ist neben der 50-fachen Menge Ba" noch nachweisbar. — Ca” gibt
bei größerer Konzentration ebenfalls rundliche kleine kristalline Körn
chen, die jedoch, wenn sie gut ausgebildet sind, bei starker Ver- 1
1 ) Diese von Herrn Dr. R. H e i n z e gemachte Beobachtung steht im
Gegensatz zu der Auffassung von Autenrieth (Ber. 37, 3882 (1904), der
die Nadelform als die stabilen Kristalle bezeichnet.