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Fünftes Kapitel.
handelte ſih hier wohl um unbedeutendere, das Leben nicht
gefährdende Zauberkünſte, wie ſolche um dieſelbe Zeit in Brüſſel
(1389, 1408) als Ausübung von Sortilegien und als Hinlegen
von Maleficien auf Thürſchwellen bezeichnet und mit Geldſtrafen
oder der Verpflichtung zu Wallfahrten geahndet wurden.!) Der
Amtmann von Geldern erhob im Jahre 1409 von drei Frauen,
die der Zauberei verdächtigt worden waren, Geldſtrafen ?), und
der Richter in der Veluwe belegte die Magd des Pfarrers zu
Putten im Jahre 1423 mit 20 Gulden Strafe, weil ſie den
Pfarrer habe bezaubern wollen.?) Schärfer lautete das Urteil
des StadtgerichtS zu Utrecht aus demſelben Jahre, das eine
Hebamme auf fünfzig Jahre aus der Stadt verbannte, weil ſie
unrebliche Sachen, Zauberei und andere unerlaubte Dinge,
betrieben hatte‘) Hier war alſo die Ausübung zauberiſcher
Handlungen als erwieſen angenommen. In Zwi>kau wurde im
Jahre 1424 ein Weib wegen Zauberei und Dieberei nur auf
vier Meilen aus der Stadt verwiejen.) Eine Anzahl von Ver-
brennungen wegen Zauberei fand aber in Berlin ſtatt, wo nach
Ausweis des dortigen Stadtbuchs überhaupt eine ſehr ſtrenge
1315—1403 im Stadtarhiv Utrecht nr. 226, fol. 5, 70. Die Regiſter
nah dem Jahre 1403 fehlen). Vgl. für Utrecht oben S. 296 f.
1) Poullet 1. c. S. 278: betr. zwei Frauen, die eine »avait fait
usage de sortiléges« (Strafe 40 Livres), die andere »avait jeté certains
maléfices sur le seuil de sa voisine« (Wallfahrt nah Compojtella).
?) Molhuijen in Nijhoff’3 Bijdragen N. R. I, 95: »want sy mit
toverijen beruchtiget worden «
®) Ebd. I, 195: »Item des paepen magd van Putten, die be-
ruchtiget was, dat sy heren Aelbert den pape betovert wolde hebben
en hoer kunsten dairtoe besichde.«
*) Utrehter Natsbejchlüfje 1400—1450 im Archief voor kerke-
like end wereltlike geschiedenissen V, 187. Eine Anzahl von kirh-
lihen Exorzismen »contra omnia phitonizata« na< einer niederlän-
diſhen Handſchrift aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts hat Gallée
in Tijdschrift v. d. Maatschappij der Nederlandschen Letterkunde
18, S. 377 ff. veröffentlicht. Ein Sortilegium zu Paderborn um das
Jahr 1401 vgl. * Anhang. Uber eine angebliche Hexenverbrennung zu
Osnabrück im Jahre 1394 vgl. unten S. 433 und * Abſchnitt VI, a. a.
5) 1424 Juli 10 (vgl. Fabian, in Mitt. des Altertumsvereins für
Zwicfau IV, 122 »czubernisse und daubery«).