Full text: Grundzüge der Geognosie und Geologie

D 
= 
  
  
  
  
  
: = 
  
  
  
  
  
  
      
     
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
   
   
  
   
   
   
   
  
  
  
   
354 
Mit Zugrundelegung des oben erôrterten Massstabes der Erosion erhalten wir 
als die zur Ausspülung der Thalhohlräume nothwendige Zeit (in runden Zahlen) : 
Für v EUN 28 Jahrtausende 
A NON - 
MIS 4 5 TS 2900 - 
SITY on Es Ra OR STE - P 
TE PY 765 81 - 
Angesichts solcher Zahlen muss man Heim recht geben, wenn er 
sagt: „Schliesslich bleiben wir nach solchen Messungen und Betrachtungen 
unentschieden, ob wir sagen sollen: Die Verwitterung und Erosion ist 
ein Vorgang, der mit staunenerregender Schnelligkeit und Gewalt an der 
Umformung der Gebirge arbeitet — oder sollen wir sagen: Sie ist ein 
Vorgang, der fast unmerklich langsam arbeitet. — Beides ist wahr — 
den ersten Eindruck erlangen wir bei Betrachtung des Schutttransportes 
durch die Ströme, den letzteren im Anblick der viel gewaltigeren Masse 
des Gebirges.““ 
In besonders günstigen Fällen, insbesondere an rasch nach rück- 
wärts einschneidenden mächtigen Wasserfällen war man im Stande, das 
Mass der nach rückwärts gerichteten Wirkung direct zu bestimmen und 
zu berechnen, wie lange der Fluss gebraucht hat, um durch Rückwärts- 
Verlegung des Falles eine Rinne von bestimmter Länge auszutiefen, und 
wie lange der Fall nach rückwärts schreiten muss, bis er ein strom- 
aufwärts gelegenes Wasserbecken zur Entwässerung bringen wird. 
[n ausgezeichneter Weise ist dies bei dem berühmten Niagara fall in Nord- 
amerika (Fig. 79) der Fall. Der Niagarafluss bildet diesen Fall (oder richtiger 
Nord. Fig. T9. Süd. 
Ontario - See Lewiston und Niagarafall Erie - Seo 
Queenstown 
   
  
  
Fee 
Die Niagarafälle. 
s — Sandstein. t= Mergel und Schieferthon. k — silurischer Kalk. 
diese Fille, da der grosse Wassersturz durch Inseln und Felsen getheilt wird) auf 
seinem Laufe vom Erie-See zum Ontario-See, welch' letzterer etwa 100 Meter 
tiefer liegt als ersterer. Oberhalb des Falles strömt der Niagara auf einer Hoch- 
ebene, unterhalb in einer tiefen, steilwandigen Schlucht, welche er allmählich bis 
zu der heutigen Stelle des etwa 54 Meter hohen Falles ausgewaschen hat. Der 
grössere Theil des Falles führt den Namen Hufeisenfall von der halbkreisfórmigen 
Krümmung der Felskante, über welche die Wassermassen herabstürzen — er ist
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.