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Kıeis Querfurt,
Relieftafeln um die jetzige Kanzel über dem Altar gruppiert, wobei aber
offensichtlich die ursprüngliche Ordnung gestört worden ist. Diese dürlte, wenn
nicht andere Tafeln verloren gegangen sind, vielmehr diese gewesen sein:
Die Arbeit entspricht so
völlig den Reliefs in der
Klauskirche zu Gatterstedt,
daß wir denselben Meister
und ungefähr auch das
Datum 1615 für das hiesige
Werk annehmen dürfen. Es treten feine, saftige, fast üppige Formen mit einem
Stich ins Elegante zutage, während im Gewand die gotischen Knickfalten noch
stark nachklingen, Die Kompositionen sind figurenreich und voll anmutiger Be-
wegung. Die Anordnung befolgt noch die mittelalterliche Typik, die Beschneidung
erscheint als Vorbild der Taufe, das Passah als Vorbild des Abendmahls, die
beiden letzten Szenen ergeben sich als Gegenstücke durch die fortlaufende
Inschrift, Unter der Kreuzigung: Joh. 3 (14) Wie Moses in der Wüste eine
Schlange erhöhet hat, unter dem Kampfe mit dem Teufel: Also muss des
Menschen Sohn erhöhet werden, Ferner unter der Beschneidung: Jerem. 4 (4)
Beschneidet euch dem Herrn und thut weg die Vorhaut eures Herzens,
unter der Taufe: Act2 (38) Lase sich ein iglicher tevfen auf den Namen Jesu
Christi, unter dem Passah: Num 9 (13) Wer lesset anstehen das Passah zu
halten, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk, unter dem Abend-
mahl Math. 26 (26) Nehmet, esset, das ist mein Leib,
An der Nordwand sind mehrere Grabsteine aufgerichtet, leider durch die
Kückwände des Gestühls verdeckt und nur teilweise sichtbar.
Epitaph eines Ritters, sehr rohes Hochrelief, Der Verstorbene mit
breitem brettartigen Barte hat die Hände steif vor dem Leibe. Von der Um-
schrift ist nur folgendes zu lesen: ANNO 1557 FREITAG - NACH - SIMONIS
VND IVDE DEN .... IN GOTT . ENTSCHLAFFEN : .. LA 49... DER SELEN
GOT DER AL .... CK SEY . AMEN. Oben 5 Wappen.
Epitaph einer knienden Familie vor dem Kruzifix, links ein alter bärtiger
Herr und ein Knabe, rechts ein Mädchen und eine Matrone, unbedeutende Arbeit,
wobei namentlich der Kruzifixus kindlich dick ausgefallen ist. Von der Umschrift
ist lesbar (Also HJAT - GOTT - DIE . WELT - GELIEBET - DAS - ER - SEINEN -
EINGEBORNEN - SON - GAB . AVFF DAS ALLE DIE ..... (glau) BEN - NICHT
VERLOREN - WERDEN - SONDERN - DAS - EWIGE - LEBEN - HABEN. Und
am inneren Rand: SONDERN -. DIE - WELT - DVRCH IHN - SELIG =. WERDE
Oben das Künstlerzeichen A LW Am Sims und Fuß 16 Schildchen, worauf
jedoch die Wappen nicht ausgeführt sind.
Epitaph der Margaretha von Geusaw (+ 1578); die Verstorbene hat
steif die Hände vor dem Leibe und ist fast ganz in Schleier, Kinntuch und Mantel
mit feinen linienhaften Falten eingehüllt. Die Rundschrift enthält wieder SO HAT
GOTT .:;.. LEBEN HABEN und 578 MARGARETHA GE ... A. EIN GEBORNE
V. WITZLEBEN. An den Ecken 4 Wappen.
Epitaph des Georg v. Geusau, eines eintägigen Kindes, vom Künstler