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Kreis Gardelegen.
dass notwendig eine Einwirkung der einen Kirche auf die andere angenommen
werden musss.
In seinem jetzigen Bestande ist der Dom eine dreischiffige, einst flach-
gedeckte Pfeilerbasilika mit wenig vortretendem Querschiff, Altarraum und grosser
Hauptapsis, der einst zwei Apsiden des Querschiffes zur Seite standen. Die
Breitenmasse sind ungewöhnlich; denn während das Mittelschiff 7,98 m breit ist,
hat das nördliche Seitenschiff nur eine Breite von 2,79, das südliche gar nur eine
solche von 2,66 m; diese letztere entspricht aber genau einem Drittel der Breite
des Mittelschiffs. Warum das nördliche Seitenschiff nicht ein ebenso strenges
Verhältnis zeigt, lässt sich nicht erkennen, Während die Vierung nun ein
strenges Quadrat ist, sind die Kreuzarme sehr wenig tiefe Rechtecke; das nörd-
liche ist 3,72 im Lichten breit, das südliche 3,76; die ungleichen Seitenschiffe
haben also nicht fortgewirkt. Noch weniger tief ist der Altarraum, der nur
3.6 m misst. Um so mehr lädt die Apsis aus, deren Halbkreis im Grundriss ge-
stelzt ist. Der Altarraum und die Apsis sind zusammen genau so lang, wie die
Vierung; wir finden also in Querschiff und Altarraum mit Apsis strenge Masse.
Alle Teile legen sich, wie aus dem Grundriss (Fig. 72) deutlich wird, so um die
Vierung herum, dass die inneren Ecken, sowohl des Altarraumes als der beiden
Kreuzarme, genau in der Peripherie eines vom Mittelpunkte der Vierung aus
beschriebenen Kreises liegen. Diese Regelmässigkeit zeigen zum grössten Teil
auch die Arkaden des Mittelschiffes, nur der westliche Teil ist davon ausgenommen.
Hier haben nicht blos die vier gegenüberstehenden Pfeiler eine grössere Grund-
fläche als alle übrigen, sondern das westliche Ende ist gänzlich verstümmelt;
eine mächtige, 1,90 m dicke Wand schliesst hier, die Regelmässigkeit des ganzen
Grundrissplanes brutal zerstörend, die Kirche ab. Von aussen lehnen sich hier
zwei sich deutlich als einstmalige Wände darstellende Pfeiler vor und erhöhen
noch die Verwirrung, die dem Beschauer zunächst entgegentritt; denn es ist un-
möglich bei der Betrachtung dieses Teiles an Ort und Stelle hinter die Ursache
diesser Verstümmelung der Einheitlichkeit des Baues zu kommen. Nur wenn wir
Grundriss und Aufriss klar nebeneinander haben, lassen sich die Rätsel des
merkwürdigen Bauwerkes mit einiger Wahrscheinlichkeit lösen.
Wir sind: bei der Betrachtung des Aufrisses im Wesentlichen angewiesen
auf die ziemlich unversehrt erhaltenen Wände des Hauptschiffes. Wie Fig. 73
deutlich zeigt, wird der westliche Teil des Mittelschiffes von zwei Pfeilern und
einem ganzen und einem viertel Bogen getragen, die sich beide, Pfeiler wie Bögen,
von den nach Osten sich anschliessenden vier Bögen, die auf drei freistehenden
und einem Wandpfeiler ruhen, wesentlich unterscheiden. Die beiden westlichen
Pfeiler, (die natürlich ebenso an der Nordwand vorhanden sind, wie denn alles
was hier von der bildlich dargestellten Südwand gesagt wird, sich auch auf die
Nordwand bezieht,) bestehen. aus sehr verwitterten, vielleicht auch von vorn-
herein nicht besonders sorgfältig behauenen Quadersteinen; ganz einfache Sockel
sind ihre Unterlage und nach oben zu werden sie von Kämpfern abgeschlossen,
die aus Platte und Karnies bestehen, Noch altertümlicher erscheint der die
beiden Pfeiler verbindende ganze Bogen, der nicht eine regelrechte Wölbung dar-
stellt, sondern. mehr durch vorkragende Steine gebildet ist, deren Fugen nicht central
sind. Diese Art der Bogenkonstruktion ist mir nur noch in der dem 10. Jahr-