Vierter Abschnitt.
Energieverteilung im Normalspektrum.
Erstes Kapitel. Klassische Theorie.
$ 140. Die klassische Theorie läßt sich im Zusammen-
hang mit den vorliegenden Fragen einfach dadurch charakteri-
sieren, dab nach ihr das Wirkungsquantum b ünmefbar
klein ist, oder, was auf dasselbe hinauskommt, daB die Entropie
eine additive unmeßbar große positive Konstante enthält, so
daß nicht der absolute Wert der Entropie, sondern nur die
Differenz zweier Entropien physikalische Bedeutung besitzt.
Durch diese Festsetzung wird die Berechnung der Eigenschaften
des thermischen Gleichgewichts außerordentlich vereinfacht.
Denn da nun alle Elementargebiete unendlich klein sind, kann
man die mittlere Energie =, der in dem Elementargebiet » be-
findlichen Moleküle identifizieren mit dem Werte &, an einer
Grenze des Elementargebietes, und erhilt so fiir ein System
von Molekiilen mit einem Freiheitsgrad aus (186) die Verteilungs-
zahl im Gleichgewichtszustand:
En
e kT.dn
Wm ode (282)
a-0 TI + AN
Der Faktor 4» — 1 im Zähler und Nenner bedeutet die Differenz
der Werte zweier aufeinanderfolgender Ordnungszahlen. Die
Summation ist von % = 0 bis » — oo zu erstrecken.
Wir wollen uns zuerst mit den geradlinigen Oszillatoren
(8196) bescháfügen. Für diese ist e, durch (223a) gegeben.