Full text: Anleitung zur Darstellung anorganischer chemischer Präparate (Band 1)

  
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Allgemeiner Theil. 
Ueber die wichtigeren chemischen Operationen. 
Chemische Operationen nennt man alle diejenigen Verfahren, 
welche unter Anwendung geeigneter Apparate oder Gerüthschaften 
eingeschlagen werden, um chemische V erbindungen darzustellen. 
An dieser Stelle seien nur diejenigen chemischen Operationen 
kurz beschrieben, welche bei der Herstellung chemischer Präparate 
in der Laboratoriumstechnik in Betracht kommen; von einer ein- 
gehenden Beschreibung allgemein bekannter Apparate und Gerüth- 
schaften soll dabei abgesehen werden, vielmehr dürfte in den meisten 
Füllen ein kurzer Hinweis auf dieselben genügen; neuere Construc- 
tionen sollen dagegen ausführlicher berücksichtigt werden. 
I. Krystallisation. 
Viele starre Körper können in bestimmten geometrischen For- 
men auftreten, die von ebenen, sich unter bestimmten Winkeln schnei- 
denden Flächen begrenzt werden. Derartige Körper nennt man 
krystallisirt oder Krystalle. 
Die Krystallisation kann unter verschiedenen Verhältnissen er- 
folgen: 
1. wenn Dämpfe krystallisirbarer Körper sich in Folge von 
Abkühlung verdichten (Sublimation); 
2. wenn geschmolzene krystallisirbare Körper erstarren: 
9. wenn sich ein Körper aus einer hinreichend concentrirten 
Lösung ausscheidet. 
Erstarrt ein geschmolzener Körper rasch oder erkaltet eine bei 
höherer Temperatur gesättigte Lösung schnell, so können sich keine 
isolirten Krystalle bilden: die Krystalle wachsen durcheinander und 
hindern sich gegenseitig in der Ausbildung; derartige Körper nennt
	        
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