Full text: Biserta - Cesnola (3. Band)

    
     
   
   
   
     
   
   
    
    
   
   
     
    
   
   
   
   
   
   
  
   
    
   
   
    
    
   
   
  
   
  
   
   
  
   
   
   
   
   
   
   
   
   
  
   
    
   
   
   
  
  
   
   
   
   
  
   
    
  
   
   
   
   
    
  
  
  
  
  
442 Bredahuhn — Bredow (Adalbert von) 
ſpan. Einfluſſes und der Jnguiſition, wurde im Febr. 
1566 unterzeichnet und bildet den Beginn des 
nieberländ. Aufitandes gegen Spanien. ZuB. wur: 
den zwei Kongreſſe gehalten; der erſte 1575, zwi- 
jhen Spanien und den abgefallenen niederlänv. 
Provinzen, führte zu feinem Ergebnis; der andere 
(1746 und 1747), zwiſchen Frankreich, England und 
Holland zur Vermittelung des Friedens, löſte ſi 
auf, als in den Niederlanden zu Gunſten des 
Prinzen von Dranien eine Regierungsveränderung 
eintrat, Jn der Deklaration von B. (April 1660) 
machte Karl II. die Grundfäße befannt, nach denen 
er als König von England regieren wolle. Der 
a zu B. 31. Juli 1667 beendete den zweiten 
eekrieg zwiſchen England und Holland. 
Bredahuhn, auh Krähenſchnabel, Gel- 
dernhuhn und holländiſhes Muſchelhuhn 
genannt, eine als Nußhuhn gerühmte, kräftige, im 
Eierlegen ertragreiche und zugleih als Fleiſhhuhn 
wertvolle Hühnerart. Als Sporthuhn kommt es in 
vielen Farbenſchlägen vor. (S. auch Haubenhühner.) 
Bredasdorp, Diviſion in der Südweſtprovinz 
der brit. Kapfolonie (f. Karte: Kapkolonien), 
nördlich von Kap Agulhas, hat 4084 qkm, (1891) 
6608 €., darunter 3271 Weihe; bedeutende Schaf: 
und etwas Straußenzuct. ' 
Breden, Chrijtiane, geborene Friderif, verwit: 
wete von Neupauer, Dichterin unter dem Pſeudonym 
Ada Chriſten, geb. 6. März 1844 zu Wien, ging 
mit 15 Jahren zur Bühne, heiratete (1864) einen 
ungar. Großinduſtriellen und lebt ſeitdem in Wien 
als Schriftſtellerin. Am deutlichſten zeigen ihren 
dichteriſchen Charakter die «Lieder einer Verlorenen» 
(1869; 3. Aufl. 1873), die nach dem Tode ihres geiſtes- 
kranken erſten Gatten die romantiſch - realiſtiſche 
Erotik Heineſcher Art in den grellſten Farben vom 
Standpunkte des modernen Weibes vortrugen. Es 
folgten die Gedichtſammlungen « Aus der Aſche» 
(1870), «Schatten» (1873), «Aus der Tiefe» (1878), 
das Drama «Fauſtina» (1871), der Roman «Ella» 
(1872), die novelliſtiſhen Skizzen «Vom Wege » 
(1873), «Aus dem Leben» (1876), «Unſere Nachbarn» 
(1884) und «Jungfer Mutter» (1892). 
Bredeney, Bauerſchaft im Rheinland, \. Bd. 17. 
Bredero, Gerbrand Adriaenszoon, nieder- 
länd. Dichter, geb. 16. März 1585 zu Amſterdam, 
widmete ſich der Malerei, bald aber der Litteratur, 
zumal dem Luſtſpiele. Er ſtarb 16. Aug. 1618 zu 
Amſterdam. B. gehört zu den erſten niederländ. 
Luſtſpieldichtern. Seine bekannteſten Komödien 
(Geſamtdru> Amſ\terd. 1622 u. ö.) find: «Het 
Moortje» (1615), «De Spaansche Brabanter» (1618) 
und «De Stomme Ridder» (1618), wiederholt ge: 
drudt und mit großem Beifall gefpielt. Meifterlich 
verſtand er die Kunſt, Leben und Streben feiner 
Mitbürger naturgetreu in Worte zu bringen, und 
noh heute ſichern die Friſhe und Wahrheit, der 
Humor und die Satire B.s Werken eine bleibende 
Stätte. Auch ſeine kleinen Lieder (Geſamtau3g.: 
«Boertigh, Amoreus en aendachtigh groot Liede- 
boeck», Amſterd. 1622 u. ò.) wurden dur< Wohl- 
Lang, Anmut und Sinnigkeit ſehr beliebt. Neu- 
dru> von B.s ſämtlichen Werken von FJ. ten Brink, 
Kalff, Kollewijn, te Winkel (3 Bde., Amfterd. 1885 
—88). — Val. J. ten Brink, Bredero (Utr. 1859; 
3. Auſfl., Leiden 1888). 
Brederode, Heinrich, Graf von, geb. 1531 in 
Brüſſel, aus einem altadligen holländ. Geſchlecht, 
machte ſich bekannt in den Wirren, die dem nieder- 
  
länd. Freiheitskriege vorangingen. Er war einer dey 
vornehmſten Unterzeichner des ſog. Kompromiſſes 
der Edelleute zu Breda (\. d.) und überreichte an 
der Spiße derjelben der Generalftatthalterin Mar: 
garete von Parma die bekannte Kompromißadreſſe 
(5. April 1566). Bald darauf ſoll er, der liber: 
lieferung nach, bei einem Feſtgelage den Parteinamen 
Geufen (f. d.) anzunehmen vorgeſchlagen haben, 
Später, als die Regierung der Bewegung Herr zy 
werden anfing, machte er den Verſuch, fich mit der 
Generalſtatthalterin auszuſöhnen; jedoch vergebens, 
Bei der Annäherung Albas entwich er nah Deutſch: 
land, wo er bald darauf 1568 auf Schloß Re>kling- 
hauſen in der Nähe von Cleve ſtarb. 
Bredíchin , Theod., ruſſ. Aſtronom, \. Bd. 17, 
Bredius, Abraham, niederländ. Kunſtkritiker, 
geb. 18. April 1855 zu Amſterdam, widmete fich 
beſonders dem Studium der Werke holländ. Maler 
des 15, 16. und 17. Jahrh., bereiſte ſodann ganz Eu: 
ropa und wurde 1889 Direktor der königl. Gemälde: 
galerie im Haag. Er bearbeitete unter anderm den 
Katalog des Amſterdamer Rijksmuſeums (Amſterd, 
1885; 3. Aufl. 1887) und des königl. Muſeums im 
Haag (Haag 1895). Seine Hauptwerkeſind : «Meiſter: 
werke des Rijksmuſeums zu Amſterdam» (Mün. 
1886—88; franz, 1887 fg.), «Meiſterwerke der königl, 
Gemäldegalerie im Haag » (ebd. 1891). 
Bredouille (frz., ſpr. brêdúj), im Tridtrad (f.d.) 
ein doppeltes Spiel, das man gewonnen oder zu 
gewinnen hat, auch die Marke, mit der man es «an- 
legt»; für den Gegner ein völliger Verluſt (daher 
in der ®. ſein, ſoviel wie in Verlegenheit ſein). 
Bredow, chemaliges Dorf (1895: 13541 E.), 
ſeit 1. April 1900 zu Stettin gehörig (f. den Plan: 
Stettin und Umgebung), hat ein Waiſenhaus 
(Marchandſtift) und das Auguſta-Victoria-Kinder- 
heim; Cementfabrik mit Dampfziegelei, Asphalt: 
und Dachpappenfabrik und die Stettiner Maſchinen- 
bau-Aktienge/ſellſchaft «Vulcan» (\. d.). 
Bredow, Adalbert von, preuß. Generalleutnant, 
geb, 24, Mai-1814 in Berlin, kam ins Kadetten- 
forps, trat 1832 in das Gardehuſarenregiment ein, 
erhielt 1849 eine Esfadron und wurde 1856 unter 
Beförderung zum Major in das 1. Dragonerregi- 
ment, 1857 aber in das Zietenhuſarenregiment ver- 
jest und 1859 zum Commandeur des 4. Dragoner- 
regiments ernannt. 1863 zum Oberſt befördert, er- 
hielt ex bei Ausbruch des Krieges 1866 die Führung 
der 2. Ravalleriebrigade übertragen, an deren Spike 
er das Gefecht bei Trautenau und die Schlacht von 
Königgräß mitmachte. Nach Beendigung des Feld: 
zuges zum Generalmajor befördert, erhielt er das 
Kommando über die 7. Kavalleriebrigade. 1870 der 
5. Kavalleriediviſion zugeteilt, wurde B. beſonders 
durch feinen in der Schlacht von Vionville- Mars- 
la-Tour am 16. Aug. mit nur 5% Schwadronen 
ausgeführten tode8mutigen Ritt (\. Vionville) be- 
rühmt, der bewirkte, daß der Feind auf dieſem Teile 
des Schlachtfeldes keine Offenſivbewegung wieder 
verſuchte. Nach der Schlacht erſt der Maasarmee, 
dann der Armee von Paris zugeteilt, fand B. auh 
hier Gelegenheit, ſeine Tüchtigkeit zu beweiſen. Jm 
Jan. 1871 zum Generalleutnant befördert, erhielt 
er 1872 das Kommando über die 18. Diviſion. 1873 
\chied er aus dem Heere, um die Bewirtſchaftung des 
väterlichen Beſißes zu übernehmen. 1883 wurde er 
in Anerkennung ſeiner Reiterthat à la suite des 
16. Ulanenregiments geſtellt. B. ſtarb 3. März 1890 
auf ſeinem Gute Brieſen bei Frieſa>. 
   
 
	        
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