Object: Bazar-Brücken, fliegende (Band 3)

  
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300—500 Pîd. ſ<hwere Anker befeſtigt; bei Flüſſen 
jedoch, die über 400 Fuß Breite haben, ſind 3 der- 
gleichen nöthig. Der Anker liegt ſtromaufwärts, 
die Brüde jteht mit den Vordertheilen des Schiffes 
gegen den Strom abwärts. Bon einer Landbrücke 
aus jhifft man die zu überſeßende Mannſchaft ein, 
von einer andern des jenſeitigen Ufers aus. Aus- 
werfen des Ankers und Stellen der Brücke find die 
Punkte, an welche ſi< der ganze Gebrauch dieſer 
Ueberſezmaſchine dreht; denn die Bewegung erfolgt 
theil3 nach den Geſeßen des Pendels durch die 
eigene Schwere der Brüce, theils dur< den Dru> 
des Waſſers, und zwar in einer Bogenlinie, deren 
Mittelpunkt der Anker iſ. Die Entfernung des 
Ankers von der Bogenlinie, auf der fich die Brüde 
bewegt (Fahrſtrich), und mithin die Länge des Gier- 
taues wird zum Theil durch die Geſchwindigkeit 
des Stroms bedingt und wächſt mit dieſer; doch 
wird ſie ſelten weniger als die Breite des Stroms 
oder mehr als die doppelte Breite deſſelben betragen. 
Sit der Stromfaden von beiden Ufern gleich weit 
entfernt, jo wird der Anker mitten in den Strom 
geworfen ; fällt das Waſſer aber mehr nac einem 
Ufer bin, jo muß auch der Anker dieſem Ufer ver- 
hältnißmäßig näher gelegt werden. Die Brücke 
ſelbſt wird dur< Staken und Schricke und mittelſt 
des Steuerruders ſo gegen den Stromfaden geſtellt, 
daß dieſer in einem um ſo ſpizeren Winkel auf die 
Seiten der Schiffe tößt, je reißender der Strom 
iſt. Nur in ſeltenen Fällen wird er 45° betragen: 
denn je größer die dem Strom zugekehrte Fläche 
iſt, deſto größer iſt der Anſtoß, und in einem zu 
ſtumpfen Winkel dem reißenden Strom preis gege- 
ben, würde die Maſchine beim Anlanden nit {nell 
genug mit dem Steuerruder gewendet werden kön- 
nen oder zerſtörend an die jenſeitige Landbrücke an- 
prallen. Schnell fließende Ströme ſind den f.n B. 
am günſtigſten; auf dem Nhein legen fie in einer 
Brücken, 
  
fliegende. 
Minute einen Weg von mehr als 200 Fuß zurück 
Bei langſam fließenden Strömen werden Flügel 
oder Schütte angewendet, um der Gang der Ma- 
Ihine zu befehfeunigen. Erftere beſtehen aus zwei 
ſtarken, 14 Fuß langen und 2 Fuß breiten Bretern, 
welche auf beiden Seiten des Bugs befeſtigt ſind 
und, ſobald die Maſchine in Gang gebracht iſt, ins 
Waſſer gelaſſen werden, dienen gleichſam als Ver- 
längerungen ‘der Vordertheile der Schiffe, um dem 
Strom eine größere Fläche zu bieten, alſo mehr 
Wellenſtöße aufzunehmen. Der Schütt ift eine 
Art Schußbret (Schüge), welches mittelſt einer 
Horizontalwinde in den hinteren Zwiſchenraum 
der Schiffe niedergelaſſen wird, um den freien 
Durchfluß des Waſſers zu verſperren. Wenn fich 
die Brüde dem jenſeitigen Ufer nähert, ſo wird 
ſie nah und nach. wieder aufgerichtet , d.h. fo ge= 
ſtellt, daß die Schiffe mit dem Stromfaden wieder 
gleiche Nichtung erhalten. Mittelſt kurzer Taue, 
welche um das Geländer am Eingange der Brüde 
geſchlungen find, befeftigt man fie an der Land- 
brüde. Bei ſchnellen Strömen bedient man fidy 
auh des Fangtaues zum Feſthalten der Brüe, 
eines Taues, welches am Ufer an einen Pfahl be- 
feſtigt iſt und beim Anlegen von einem Arbeiter 
erfaßt werden muß. Das Negieren der fin B. ift 
leicht und erfordert wenig Leute. Eine folche Brücke, 
wie die beſchriebene, hat nad) dem angenommes 
nen Maße der Schiffe und der Stredbalfen einen 
Brüdenboden von 2200 OFuk und vermag une 
gefähr 50 abgeſeſſene Reiter mit ihren Pferden 
oder 300 Jnfanteriſten aufzunehmen und überhaupt 
ungefähr 80,000 Pfund zu tragen. F.e B. von 
Kautſchuk, die durch Blafebälge mit Luft ange=z 
füllt werben, ſehr leiht zu transportiren find und 
fich für den Uebergang von Artillerie wie anderer 
Truppengattungen gleich gut eignen , wurden neuer- 
lieg in Chatham gebaut. 
  
  
 
	        
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