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300—500 Pîd. ſ<hwere Anker befeſtigt; bei Flüſſen
jedoch, die über 400 Fuß Breite haben, ſind 3 der-
gleichen nöthig. Der Anker liegt ſtromaufwärts,
die Brüde jteht mit den Vordertheilen des Schiffes
gegen den Strom abwärts. Bon einer Landbrücke
aus jhifft man die zu überſeßende Mannſchaft ein,
von einer andern des jenſeitigen Ufers aus. Aus-
werfen des Ankers und Stellen der Brücke find die
Punkte, an welche ſi< der ganze Gebrauch dieſer
Ueberſezmaſchine dreht; denn die Bewegung erfolgt
theil3 nach den Geſeßen des Pendels durch die
eigene Schwere der Brüce, theils dur< den Dru>
des Waſſers, und zwar in einer Bogenlinie, deren
Mittelpunkt der Anker iſ. Die Entfernung des
Ankers von der Bogenlinie, auf der fich die Brüde
bewegt (Fahrſtrich), und mithin die Länge des Gier-
taues wird zum Theil durch die Geſchwindigkeit
des Stroms bedingt und wächſt mit dieſer; doch
wird ſie ſelten weniger als die Breite des Stroms
oder mehr als die doppelte Breite deſſelben betragen.
Sit der Stromfaden von beiden Ufern gleich weit
entfernt, jo wird der Anker mitten in den Strom
geworfen ; fällt das Waſſer aber mehr nac einem
Ufer bin, jo muß auch der Anker dieſem Ufer ver-
hältnißmäßig näher gelegt werden. Die Brücke
ſelbſt wird dur< Staken und Schricke und mittelſt
des Steuerruders ſo gegen den Stromfaden geſtellt,
daß dieſer in einem um ſo ſpizeren Winkel auf die
Seiten der Schiffe tößt, je reißender der Strom
iſt. Nur in ſeltenen Fällen wird er 45° betragen:
denn je größer die dem Strom zugekehrte Fläche
iſt, deſto größer iſt der Anſtoß, und in einem zu
ſtumpfen Winkel dem reißenden Strom preis gege-
ben, würde die Maſchine beim Anlanden nit {nell
genug mit dem Steuerruder gewendet werden kön-
nen oder zerſtörend an die jenſeitige Landbrücke an-
prallen. Schnell fließende Ströme ſind den f.n B.
am günſtigſten; auf dem Nhein legen fie in einer
Brücken,
fliegende.
Minute einen Weg von mehr als 200 Fuß zurück
Bei langſam fließenden Strömen werden Flügel
oder Schütte angewendet, um der Gang der Ma-
Ihine zu befehfeunigen. Erftere beſtehen aus zwei
ſtarken, 14 Fuß langen und 2 Fuß breiten Bretern,
welche auf beiden Seiten des Bugs befeſtigt ſind
und, ſobald die Maſchine in Gang gebracht iſt, ins
Waſſer gelaſſen werden, dienen gleichſam als Ver-
längerungen ‘der Vordertheile der Schiffe, um dem
Strom eine größere Fläche zu bieten, alſo mehr
Wellenſtöße aufzunehmen. Der Schütt ift eine
Art Schußbret (Schüge), welches mittelſt einer
Horizontalwinde in den hinteren Zwiſchenraum
der Schiffe niedergelaſſen wird, um den freien
Durchfluß des Waſſers zu verſperren. Wenn fich
die Brüde dem jenſeitigen Ufer nähert, ſo wird
ſie nah und nach. wieder aufgerichtet , d.h. fo ge=
ſtellt, daß die Schiffe mit dem Stromfaden wieder
gleiche Nichtung erhalten. Mittelſt kurzer Taue,
welche um das Geländer am Eingange der Brüde
geſchlungen find, befeftigt man fie an der Land-
brüde. Bei ſchnellen Strömen bedient man fidy
auh des Fangtaues zum Feſthalten der Brüe,
eines Taues, welches am Ufer an einen Pfahl be-
feſtigt iſt und beim Anlegen von einem Arbeiter
erfaßt werden muß. Das Negieren der fin B. ift
leicht und erfordert wenig Leute. Eine folche Brücke,
wie die beſchriebene, hat nad) dem angenommes
nen Maße der Schiffe und der Stredbalfen einen
Brüdenboden von 2200 OFuk und vermag une
gefähr 50 abgeſeſſene Reiter mit ihren Pferden
oder 300 Jnfanteriſten aufzunehmen und überhaupt
ungefähr 80,000 Pfund zu tragen. F.e B. von
Kautſchuk, die durch Blafebälge mit Luft ange=z
füllt werben, ſehr leiht zu transportiren find und
fich für den Uebergang von Artillerie wie anderer
Truppengattungen gleich gut eignen , wurden neuer-
lieg in Chatham gebaut.