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Radierung auf grundierten Glasplatten.
Radierung auf grundierten Glasplatten (Glasradierverfahren),
welche dann an Stelle eines photographischen Negatives für photo-
lithographische Übertragung auf Stein oder Metall für Hoch- oder
Flachdruck dient. — Zum Radieren werden lithographische Nadeln,
stárkere Náhnadeln, oder mehrere davon vereinigt, gezáhnte Schab-
messer u. dgl, lithographische Gravier- und andere Maschinen,
Schraffierapparate usw. verwendet. Als Deckgrund kónnen ver-
schiedene Schichten benutzt werden. — 1) Bleioxyd, Mastix,
Wachs, venetianischer Terpentin und Terpentinôl (50) Nach
Fr. A. W. Netto. — 2) Eine mit jodiertem Kollodium überzogene
Glasplatte wird in einer Lósung von essigsaurem Bleioxyd gebadet
und nach dem Radieren in einem Bade von doppeltchromsaurem
Kali gelb gefärbt. Nach Harville und Pont (134, 1857 S. 40),
vgl auch daselbst Viktor Eckhout. — 3) Eine kollodionierte und
gesilberte Glasplatte wird in der ganzen Fläche dem Lichte aus-
gesetzt, hervorgerufen und fixiert. Nach Karl Lemann 1858 bis
1862 (185, VI. Bd.). — 4) Eine Glasplatte wird mit einer Lösung
von 8 bis 10 g Gelatine, roo g Wasser und soviel kohlensaurem
Bleioxyd, bis dieselbe teigfórmig ist, überzogen, nach dem Trocknen
auf schwarzes Papier gebracht und die Radierung ausgeführt.
Dann wird die Platte in Schwefelwasserstoff- Wasser getaucht, worin
sich der Grund tiefgelb fürbt, und nach dem Trocknen wird lackiert.
Nach José Julio Rodriguez (130, 1878 S. 46) — 5) Eine mit
Kollodion überzogene und gesilberte Glasplatte wird gewaschen,
getrocknet, zum Radieren auf eine schwarze Unterlage gelegt, dann
mit einer konzentrierten Fuchsinlösung in Spiritus übergossen und
mit Wasser abgewaschen. Nach J. Husnik in Prag (56, 1878
S. 194). — 6) Vgl. auch den „Lichthochdruck“ von Bolhoevener
und Heidenhaus in München (138, XV. Jahrg. Heft 9, Druckprobe)
und von H. Schwerdtfeger in München (158, 1880 S. 197; 135,
1881 S. 88 und 172, S. 18 mit Druckprobe), oder nach P. Sch.
(2, 1903 S. 971) wird die radierte gesilberte Kollodiumschicht
mittels Ammoniak geschwürzt. — 7) I5 bis 16 g weißes Wachs
werden in roo g Benzin gelóst und r2 g lithographischer Firnis
zugesetzt und mit einer lithographischen Walze in dünner Schicht
auf eine Glasplatte aufgetragen; auf dieselbe wird ein gepulvertes
Chromorange geschüttet und mit dem Staubpinsel verteilt. Nach
dem Trocknen wird mit 3 Teilen lithographischem Firnis in 4 Teilen
Terpentin wie ein Negativlack aufgegossen und nach dem „Ver-
dunsten * wird feines „Silberweiß“ aufgestaubt und getrocknet. Nach
Toovey in Brüssel (130, 1881 S. 30 und 32, 1887 S. 46) —
8) Ein gewóhnliches photographisches Halbtonnegativ wird mit