Full text: Handbuch über das Lichtdruck-Verfahren

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daher wieder als Hauptaufgabe feftgehalten werden, Alles 
was Empirie und Praxis an Altem und Neuem an die Hand 
geben, gefammelt und fyftematifch geordnet zu verwerten. Es 
mußte mit einem Wort eine Kodifikation des gefamten 
Wiffens, der gefamten brauchbaren Uberlieferungen auf dem 
Gebiete des Lichtdrucks angeftrebt werden. 
Der Ausführung diefer Aufgabe ftand nur der eine 
gewichtige Umftand hindernd im Wege, daf Verfaffer den 
Lichtdruck feit geraumer Zeit nicht mehr praktifch ausübt. 
Nun wäre es freilich einfach und ein Leichtes gewefen, fich 
auf Grund der vorhandenen einfchläglichen Literatur eine 
ungefáhre Kenntnis von den inzwiíchen aufgrekommenen Neu- 
erungen innerhalb des Verfahrens zu veríchaffen und auf diefe 
billige Weife, durch allerlei Anderungen und Nachtráge, fich 
aus der Affaire zu ziehen. Allein es hátte dies dem Wefen 
des Buches in íeiner urfprünglichen Faífung wiederfprochen, 
denn wenn es ein Verdienft und einen Vorzug für fich bean- 
fpruchen konnte, fo war es eben der Umítand, daf es von 
der lebendigen Erfahrung diktiert war.  Diefer Charakter follte 
und mufte dem Buch, auch in der neuen Form gewahrt bleiben. 
Hierzu gab es nur einen Weg: Zu fuchen im Verkehre 
mit einem Dritten, der fich im Vollbefitze der neueften Er- 
fahrungen befand, durch lebendigen Austaufch, und wenn 
nótig durch die Anfchauung, wieder in das Ganze einzuleben. 
Zu diefem Ausweg verhalf in der wünfchenswerteften 
Weife das liebenswürdige Entgegenkommen der Direktion der 
Friedr. Bruckmannfchen Kunftanftalt in München. Ohne jeg- 
liches Bedenken und ohne jeglichen Vorbehalt ward ich von 
ihr ermächtigt, mich mit dem Chemiker der Anftalt, Herrn 
Renner, ins Benehmen zu fetzen, deffen Leitung die von ihm 
im Jahre 1877 ins Leben gerufene Lichtdruckabteilung der 
weltbekannten Firma, heute noch unteríteht. Auf diefem 
Wege wurde ich in die Lage gefetzt, die Umarbeitung des 
Buches nach dem gegenwártigen technifchen Stand des Ver- 
fahrens in einer Weife durchzuführen, daf ich das Buch in 
{einer veränderten Form ohne Bedenken der Guníft jedes Lern- 
bedürftigen wiederempfehlen darf. 
Gerne benütze ich diefe Gelegenheit, Beiden, Herrn 
Bruckmann fowohl wie Herrn Renner, hier nochmals meinen 
aufrichtigen Dank auszufprechen. 
München, 23. März 1806. 
Der Verfasser.
	        
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