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Die Zwei- und Dreischalen-Entwicklung
41. Die Arten der Entwicklung.
a) Die Zwei- und Dretschalen Entwicklung JY
=e lt mo.
Im vorstehenden Kapitel ist dem Entwicklungsverfahren die gewóhn-
iche oder normale Schalenentwicklung zugrunde gelegt. Hierbei
wird die Aufnahme in einer Schale mit vorschriftsmáDig zusammen-
esetztem Entwickler so lange behandelt, bis sie ausentwickelt ist. Dieser
organg setzt eine ziemlich richtige Belichtung und vollständige Beherr-
chung des Entwicklers voraus. Häufig handelt es sich aber um Aufnahmen
on zweifhaft richtiger oder unbekannter Belichtungszeit. In
diesem Falle soll das Entwickeln stets in einem alten, mehrmals ge-
rauchten Entwickler begonnen werden, den man in einer besonderen,
uftdicht verschlossenen Flasche in Vorrat hält und dessen Wirkung durch
den Gebrauch und die Oxydation schon stark geschwächt ist.
Ein anderer Vorgang besteht darin, daß man zum Entwickeln zwei
chalen verwendet, die verschieden abgestimmten Entwickler ent-
alten. In einer Schale befindet sich beispielsweise ein schon ófters ge-
rauchter, alter Entwickler, in der anderen ein frischer, für richtig be-
ichtete Platten normal angesetzter Entwickler, wir haben also eine sehr ge-
schwáchte und eine kráftige Lósung vor uns. Die Platte oder der Film wird
zuerst in den geschwáchten Entwickler gelegt. Wenn man bemerkt, da das
egativ darin viel zu langsam oder ohne Kraft oder mit zu wenig Einzel-
eiten und Tonabstufungen erscheint, wird die Platte einfach in die frische,
ráfüge Lósung übertragen und zu Ende entwickelt Man kann auch in
die eine Schale einen sehr langsam wirkenden Entwickler schütten,
. B. Glyzin und in die andere Schale einen ra pid wirkenden, z. B. Metol-
ottasche, Metol-Hydrochinon oder Rodinal. Die Entwicklung wird im
angsamen Entwickler begonnen und, wenn das Negativ dabei ohne ge-
ügende Zeichnung bleibt oder zu hart erscheint, in der zweiten Schale
it dem rapiden Entwickler rasch_zu_Ende geführt. Der um ekehrte
eg ware unzweckmaBig.
Auf ähnliche Weise läßt sich auch eine Dreischalen-Entwick-
lung einrichten, wobei man drei Lösungen ganz verschiedener Entwick-
ungsenergie verwendet. In die erste Schale gibt man eine für Überbelich-
tung abgestimmte Lösung oder sehr alten Entwickler, in die zweite einen
normal gemischten, mäßig langsamen Entwickler, in die dritte einen für
sehr knappe Belichtung abgestimmten, ziemlich verdünnten energischen
apidentwickler. Man beginnt bei zweifelhaft richtiger Belichtung
die Entwicklung in der ersten Schale und setzt sie, wenn nach 1—2 Mi-
nuten keine Bildspuren erscheinen, im Normalentwickler fort. Wenn er-
orderlich, wird die Platte in der dritten Schale fertig entwickelt. Bei
Momentaufnahmen beginnt man in der zweiten Schale und geht
ann auf die dritte über. Bei Überbelichtung wird nur Schale ı
enutzt, bei ausgesprochener Unterbelichtung nur Schale 3. Die
ethode mit drei Schalen ist sehr empfehlenswert, man muB aber den
Augenblick des Ubertragens von einer Schale in die andere gut erfassen.
, Zur Zweischalen-Entwicklung gehôrt auch die geteilte Entwick-
| ung nach Joanovich Sie besteht darin, die Aufnahme erst in einer