Full text: Von den ältesten Zeiten bis Cartesius (1. Teil)

Die ältere arabische Periode. 
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ja wahr, diese mohammedanischen Schriftsteller waren nur 
zum allerwenigsten Teile Araber von der Halbinsel; 
in ungleich größerer Anzahl finden wir unter ihnen Syrer, 
Mesopotamier, Perser, Turanier, Ägypter, son 
stige Xordafrikaner und Spanier, zuletzt in spär 
licher Anzahl auch Türken und indische Musel 
männer. Aber sie alle stimmten in der Eeligion, in der 
sozialen Kultur, vor allen anderen Dingen endlich in der 
Sprache überein, wie sich denn diese, die für den Orient 
mindestens die gleiche Bedeutung, wie die lateinische für 
den Westen besaß, als das festeste Bindemittel für alle 
islamitischen Völker durch lange Jahre erwiesen hat und 
teilweise noch bis zum heutigen Tage erweist. So darf man 
also mit bestem Eechte auch von einer arabischen Mathe 
matik sprechen. Was man in Europa von dieser wußte, 
blieb lange Zeit recht geringfügig, denn vereinte Kenntnis 
der Mathematik und der orientalischen Sprachen war immer 
ein seltenes Vorkommnis. Im XIX. Jahrhundert ist nach 
dieser Seite hin durch Södillot, Wüstenfeld, Woepcke, 
Steinschneider, Hochheim, Suter, E. Wiedemann, 
Xallino u. a. außerordentlich viel geleistet worden. Eine 
erste zusammenfassende Monographie darüber lieferte 
1873 H. Hankel. 
Eine scharfe Trennung in eine ältere und in eine 
neuere Zeit läßt sich in diesem Falle so wenig, wie in 
manchem anderen, exakt durchführen. Immerhin mag das 
Jahr 1100 als eine Grenze angesehen werden, deren zeit 
liche Bedeutung durch den Umstand noch erhöht wird, 
daß ihr zugleich auch eine räumliche Bedeutung nicht 
fehlt. In den ersten Jahrhunderten überwiegen unter den 
Mathematikern nach Zahl und Ansehen die Asiaten; nach 
1100 beginnen die Afrikaner in den Vordergrund zu treten. 
Auch das ist selbstredend nur bedingt zu nehmen; war 
doch im XIII. Jahrhundert noch ein Perser der Stolz des 
ganzen Islams! Aber die Vorherrschaft geht mehr und 
mehr auf Ägypten, das Maghreb (Nord westafrika) und die 
Khalifate der Pyrenäischen Halbinsel über. Darum kann 
doch die für dieses und das folgende Kapitel maßgebend 
gewesene Teilung den Anspruch auf Sachgemäßheit erheben. 
In der Natur der Sache liegt es, daß die Gelehrten, 
deren wir zu gedenken haben, nicht ausschließlich Moslemin
	        
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