Full text: Das Alterthum (1. Theil)

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Gorg., p. 5082 
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tob. Eel. I, 23; 
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Memorabilien 
8 1. Der Begriff der Philosophie. 
S 
findet sich cogpi« häufig, gpriocogpi« selten. Nach Xenoph. Mem. IV, 6, 7 ist cola 
mit &mor%un gleichbedeutend. Die menschliche Weisheit ist Stückwerk: das 
Grösste haben die Götter sich selbst vorbehalten (ebend. und I, 1, 8). Wir dürfen 
diesen Gedanken um so zuversichtlicher dem historischen Sokrates zuschreiben, da 
er auch in der von Platon aufgezeichneten Apologie (p. 20 u. 28) wiedererscheint, 
wo Sokrates sagt, er möge vielleicht weise (cocepös) sein in der menschlichen Weis- 
heit, aber diese sei gering, und in Wahrheit sei nur der Gott weise zu nennen. In 
der platonischen Apologie deutet Sokrates (p. 25) den auf die Anfrage des Chaere- 
phon erfolgten Ausspruch des Orakels, dass Niemand weiser als Sokrates sei, da- 
hin: Szı o6z0s ... GopWTATÖS SoTLV, ÖsTIS dsnEQ Zwkodtns Eyvwrer, ÖtL 0UdEvOG AELOS 
Zorı th ahndeig nods coplar, er nennt (p. 28 sq.) die Prüfung seiner selbst und 
Anderer, wodurch er die schimpfliche Selbsttäuschung, zu wissen, was man nicht 
wisse, zerstöre, sein gıiosogpeiy und findet eben darin seine Lebensaufgabe: qgpLio- 
oo@podyIE uE delv Chy Kal EEETACOVTA Zuavrtdv te al tous XAAovs. Da die Weisheit 
des Sokrates das Bewusstsein des Nichtwissens war, nicht das der positiven stufen- 
weisen Annäherung an die Wahrheit, so konnte sich bei ihm noch nicht PLhoCOoPL« 
im Unterschiede von cogi« als Terminus fixiren; so weit ihm die Weisheit als 
erreichbar erschien, konnte er sich auch der Worte cogpös und copia (dvFownirn) 
bedienen. Die früheren Denker nennt Sokrates in der Apologie mehr ironisch 
cogpovus (wie namentlich die Sophisten), mehr im ernsten Sinne aber gLii0000drTAS 
(Apol. p. 23). Jedoch bleibt ungewiss, ob sich Platon in der (wie es scheint, an 
die wirkliche Vertheidigungsrede des Sokrates sich im Wesentlichen treu anschliessen- 
den) Apologie im Einzelnen überall streng an die Redeweise des historischen Sokrates 
gebunden habe. Bei Sokratikern erscheint gı4ocogpi« bereits als Terminus. Xeno- 
phon redet (Memor. I, 1, 19) von Männern, die zu philosophiren behaupten (q«—o- 
xovrec prkocopely), worunter wahrscheinlich eine Schule von Sokratikern, und zwar 
die des Antisthenes, zu verstehen ist. 
Platon spricht an mehreren Stellen (Phaedr. p. 278 d, Sympos. p. 202 e; vergl. 
Lysis p. 218a) den Gedanken aus, welchen Heraklides der Pontiker dem Pytha- 
goras zuschreibt, dass Weisheit nur dem Gotte zukomme, für den Menschen aber 
es sich gezieme, weisheitsliebend (g46sogpos) zu sein. Im Gastmahl (und im Lysis) 
wird der Gedanke so ausgeführt, dass weder der, welcher schon weise (cogös) sei, 
noch auch der Ungelehrige (du«9%s) philosophire, sondern der, welcher in der Mitte 
stehe... Zur bestimmtesten Ausprägung gelangt die Terminologie in den spät ver- 
fassten Dialogen Sophistes (p. 217a) und Politicus (p. 257ab), wo im Sinne einer 
aufsteigenden Rangordnung 6 cogptors, 6 moAttLıX6s Und 6 LÄGTOOS zusammengestellt 
werden. Die Weisheit selbst (cogpi«) ist nach Platon (Theaet. p. 145e) identisch 
mit der &xcorzun, die Philosophie aber wird im Dialog Euthydemus (pag. 288d) 
xTÄGLS Emornung genannt. Das Wissen (&nıor4uNn) geht auf das Ideelle als auf das, 
was wahrhaft ist, die Meinung oder Vorstellung (döi£x) dagegen auf das Sinnliche 
als auf das, was. dem Werden und dem Wechsel unterworfen ist (Rep. V, p. 477a). 
Demgemäss definirt Platon (Rep. V., p. 480b) zous «UTtd dg« ExxoTor TO 6v dOTATO- 
UE&Vous OLÄoGdovs xAntEOv, oder (ibid. VI, p. 484a): piicoogpor ol To EL AUTO 
TAUTA WOKUTWS EXOVTOS duvaAuEVOL EDANTECHAL. In einem weiteren Sinne fasst Platon den 
Begriff der Philosophie so, dass auch die positiven Wissenschaften unter denselben 
fallen, Theaet. p. 143d: mxeol yewuerolaur N Tıva AAAnNV PLÄOCOCLAV, | 
Denselben Doppelbegriff finden wir auch bei Aristoteles. Die ilocopi« im 
weitern Sinne (Metaph. VI, 1,.p. 1026a, 18 ed. Bekker u. ö.), wofür selten (Metaph. 
IV, 3, p. 1005b, 1: Zorı d& cola 7is ui N QuoLkN, CAA ou nQoGTN, Vgl. Metaph. XI, 
4, 1061b, 82) cogpi« vorkommt, ist die Wissenschaft überhaupt, wozu auch die 
Mathematik und Physik und die Ethik und Po&tik gehört; die 0®Tn PLÄOCOPLO
	        
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