Full text: Die mittlere oder die patristische und scholastische Zeit (2. Theil)

Schriften. 
Sündhaftigkeit 
Hoffnung der 
der Erhebung 
Vollkommen- 
e seine Predigt 
mn bewusst ist. 
lag die Anti- 
hbrechung der 
ebahnten Con- 
der sich dabei 
ıt ich, sondern 
‚ Erfahrung in 
vupt die Krafi 
Geistesfreiheit 
des Heils an 
ist kein Jude, 
Gal. II, 28; 
Röm. X, 12; 
Gnade Gottes, 
s als den Er- 
is &is XoL07ör, 
ow KV OwWTOG, 
. auch 6 &vrös 
‚uf ein durch- 
EEw A6yos bei 
palt zwischen 
‚ dem Fleisch 
des Fleisches 
VIID). Der 
PR verleiht 
ten Erfüllung 
den lässt; an 
setzübertreter 
echtfertigung 
einschaft mit 
‚en; Christus 
auferstanden, 
kreuzigt sein 
hem Geistes- 
„From 
27: IV, 19; 
at in diesem 
a. VIMN, 23); 
(Röm. VIII, 
EQLTLUTOUUEV, 
3) vermittelt 
Brief IV, 47 
weckten au 
setzes findet 
L A6y@ min- 
zo X0ot0700, 
. 4. Die christl. Religion. Jesus u. d. Apostel. Die neutestamentl. Schriften. 9 
Röm. XII, 8—10: 6 <yandı TV ETEQOV, VOUOV NENÄHQWKE, . . . NANOWUC 0ÜV VOMOU 
% ayann vgl. 1. Cor, IX, 21; Röm. II, 27; VIH, 2). Die Liebe ist das Letzte 
und Höchste im Christenthum; sie überragt auch den Glauben und die Hoffnung 
(1. Cor. XMIT, 13). Die Liebe ist die Bethätigung des Glaubens (Gal. V, 6: miorts 
dr dyanns EvegyovuErn). Die paulinische Lehre von dem Verhältniss des Glauben 
zu der Liebe enthielt einen mächtigen Antrieb zu fortschreitender Gedanken- 
entwickelung in Bezug auf die Frage nach dem Bande, das diese beiden Seite 
des religiösen Lebens mit einander verknüpfe. Wenn nämlich der Glaube seinem 
egriffe nach (wie sich aus Gal. III, 26; V, 6; Röm. VI, 3 ff.; VIII, 1 ff.; 1. Cor. XII, 
schliessen lässt) principiell die Liebe oder sittliche Gesinnung bereits involvirt 
und daher die an ihn geknüpfte Rechtfertigung die göttliche Anerkennung einer in 
ihm enthaltenen Wesensgerechtigkeit ist (mit anderen Worten: wofern das göttliche 
gerechtsprechende Urtheil, wie man im Anschluss an die kantische Terminologie 
sich ausdrücken kann und ausgedrückt hat, ein „analytisches Urtheil über di 
subjective sittliche Beschaffenheit des Gläubigen“ ist), dann ist theils die allgemeine 
Nothwendigkeit der Verknüpfung des an sich gültigen sittlichen Elementes mit den 
in dem Glauben an Jesus als den Messias und Gottessohn auch liegenden histori 
schen und dogmatischen Elementen nicht dargethan, theils scheint sich vielmehr di 
nichtpaulinische Folge: Glaube, beginnender Process der Wiedergeburt und Heili 
gung, und Rechtfertigung je nach dem Maasse der jedesmal bereits erfolgten Heili 
ung, als die paulinische Folge: Glaube, Rechtfertigung, Heiligung zu ergeben. 
enn aber andererseits der Glaube die Liebe nicht nothwendig involvirt (wie es 
nach Röm. IV, 19; X, 9 ete. scheinen kann) und nur als ein neues statutarisches 
Klement, als christlicher Ersatz für die jüdische Betheiligung an Opfern und Cere- 
monien eintritt (wenn also die göttliche Gerechtsprechung der Gläubigen nur ei 
„Synthetisches Urtheil“, ein Imputiren einer fremden Gerechtigkeit ist), dan 
esteht die Versittlichung der Gesinnung zwar als Forderung, erscheint aber nich 
als unausbleibliche Consequenz des Glaubens, der sittliche Vorzug eines Jeden, de 
an Christi realen Tod und reale Auferstehung glaubt und sich durch Christi Ver- 
dienst für erlöst von Schuld und Strafe hält, vor allen Menschen, die nicht in diesem 
Glauben stehen, wäre eine willkürliche, durch die erfahrungsmässigen Thatsachen keines- 
wegs durchgängig bestätigte Behauptung, und falls trotz der dem gläubig geworde- 
nen Sünder zugerechneten Gerechtigkeit der Fortgang zur Wesensgerechtigkeit aus 
bleibt, so müsste die göttliche Gerechtsprechung des Ungebesserten neben der Ver 
lammung Anderer als Willkür, Parteilichkeit und Ungerechtigkeit erscheinen, un 
auf Seiten des Menschen wäre dem frivolen Missbrauch der vergebenden Gnade al 
eines Freibriefes zur Sünde ein freier Spielraum eröffnet. Indem Spätere danacl 
strebten, die mystisch - religiöse Anschauung des Paulus von dem Sterben und 
Auferstehen mit Christo in dogmatische Begriffe umzusetzen, trat eben diese 
Schwierigkeit (welche in neuerer Zeit die schleiermachersche Dogmatik durch die 
Definition des rechtfertigenden Glaubens als der Aneignung der Vollkommenheit 
und Seligkeit Christi, folglich als Hingebung an das christliche Ideal, zu lösen ver- 
sucht hat) mit steigender Deutlichkeit hervor und gab Anlass zu mannigfachen 
heologischen und philosophischen Erörterungen, wovon schon der Jakobusbrief. 
zeugt; die altkatholische Kirche schritt zur Nebeneinanderstellung von Sittengesetz 
und theoretisch verstandenem, auch seinerseits gesetzlich normirtem Glauben; i 
Augustinismus, in der Reformation, dann auch in der theologischen und philosophi- 
schen Ethik der neueren Zeit bekundet sich immer wieder in neuer Form_die_ au 
den paulinischen Anschauungen hervorgehende Dialektik. 
Bei der Anerkennung der (immer mehr aus der Forderung des Gebens an Arme 
und des gemeinschaftlichen Güterbesitzes der Gläubigen durch idealisirende Ver-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.