; Die englische Moralphilosophie.
der aus dieser unsäglichen Dürftigkeit herausstrebte. Kin sonderbarer kün
Zwiespalt war es, einerseits dem Menschen in der Vernunft einen sicheren Bol
Schatz religiöser Erkenntnis zuzusprechen, andererseits ihn dem Gaukel- Gthi
spiel listiger Pfaffen und Despoten preiszugeben. So haben die Deisten
weder für die Eigentümlichkeit einer innigen religiösen Empfindung, die den
sich in beglückender Ahnung über den irdischen Kreis moralischer Pflichten dürı
ins Jenseits aufschwingt, noch für das unwillkürliche, historisch notwendige hr
Werden und Wachsen der individuellen Religionsformen ein Auge gehabt. die
Es wirkt hier jene Wegwendung vom Wollen und Fühlen zum Denken, UM
von der Geschichte zur Natur, von den bedrückenden Verwickelungen des des
Gewordenen zur Einfachheit des Ursprünglichen nach, welche wir als einen tug
der hervorstechendsten Charakterzüge der neuern Zeit erkannt haben. wel
3. Moralphilosophie. SP)
Liet
Das Losungswort des Deismus war ‚Selbständigkeit der Religion“, (OH
das der modernen Moralphilosophie lautet „Selbständigkeit der Sittlichkeit“, WI
Hobbes hat es ausgegeben wider die. mittelalterliche Abhängigkeit der Übe
Moral von der Theologie; nun wurde es gegen ihn selbst gekehrt, denn Mitt
er hatte die Sittlichkeit aus der kirchlichen Herrschaft nur befreit, um auf
sie unter das nicht minder drückende und unwürdige Joch der Staats- Syst
gewalt zu beugen. Selbstsüchtige Überlegung, so hatte er gelehrt, führt der
die Menschen dazu, durch Vertrag alle Macht auf den Fürsten zu über- des
tragen. Recht ist, was der Souverän gebietet, unrecht, was er verbietet. Pflic
Hiermit war die Sittlichkeit rein negativ, als Gerechti gkeit, gefaßt, und selbs
zu ihrer Grundlage Interesse und Übereinkunft gemacht. Die erste des
Einseitigkeit erkennend, verkündet Cumberland das Prinzip des allgemeinen phil
Wohlwollens, worin ihm Baco andeutend vorausgegangen war und die
Shaftesburysche Schule nachfolgt. Gegen die Begründung der Moral auf dem
Selbstliebe und Konvention erhebt sich eine dreifache Opposition, eine Uni
idealistische, eine logische und eine ästhetische. Die moralischen Begriffe noch
sind nicht künstlich aus kluger Berechnung und Verabredung entstanden, Urs]
sondern haben einen natürlichen Ursprung. Cudworth behauptet, auf liche
Platon und Descartes zurückgreifend, eine angeborene Idee des Guten. bark
Clarke und Wollaston gründen die sittlichen Unterschiede auf die ver- und
nünftige Ordnung der Dinge und charakterisieren die moralisch gute verg
Handlung als eine ins Praktische übersetzte logische Wahrheit. Shaftes- Den)
bury leitet die sittlichen Begriffe und Handlungen aus einem natürlichen gege
Instinkte der Beurteilung des Guten und Schönen ab. Daneben er- scho
fährt die Hobbessche Moral des Interesses zunächst eine Verbesserung durch dem
Locke (der, mit voller Anerkennung des ‚,gesetzlichen‘‘ Charakters des der
Guten, das Gebiet des Sittlichen von dem des bloß Rechtlichen abscheidet kraf
und dem „Gesetz der Meinung‘‘, also einer „„stillschweigenden‘‘ Überein- das
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