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RONSDORF 55
Saalbau mit je vier rundbogigen Fenstern auf den Langseiten; die von den
Holzfiguren des Königs David und zweier Engel gekrönte Orgel mit der ausge-
schweiften Kanzel zu einem einzigen Aufbau vereinigt. Im Äusseren gänzlich schmucklos,
der obere Teil des Giebels geschiefert, auf dem Satteldach kleiner Dachreiter mit
Birnenhaube und achtseitiger Laterne.
KATHOBISCHE PFARRRIRCHE BEckErR 8.124 Nachdem die alte
Kirche von den Reformierten eingenommen, wurde erst 1691— 1697 eine eigene Kirche
erbaut, die 1783 abbrannte. Die 1786 erneute Kirche überdauerte den Brand vom
J. 1802, musste aber 1826—1827 durch einen Neubau ersetzt werden.
STADTBEFESTIGUNGEN. Die ältesten Stadtmauern, deren Türme und
Thore nach den Bränden von 1525 und 1571 repariert worden waren, wurden 1645
und 1646 durch die hessischen Truppen unter General Rabenhaupt und Oberst Plücker
zerstört. Die Mauern, die 169ı noch in Trümmern lagen, wurden in geringerer Höhe
wieder aufgeführt, nach dem Brande von 1802 aber nicht erneut und allmählich ab-
gebrochen. Auf den Wällen und in den Gräben finden sich jetzt Gärten mit hübschen
Gartenhäuschen -— zwei darunter, achtseitig, mit geschweiften Thüren, den Herren
Hoeller und Doerner gehörig, ausgezeichnet durch zierliche Rokokoornamente.
RONSDOREF.
J-. W. Knevets, Geheimnis der Bosheit der Ellerianischen Sekten zu Ronsdorff
im Grossherzogtum Berg, Marburg 1751. — Ders., Abscheuligkeiten der Ronsdorffer
Kezzerey aus Urkunden historisch furgetragen, Frankfurt 1750. — Ronsdorffs gerechte
Sache wider den General Synod der vier vereinigten Herzogtümer Jülich, Kleve, Berg
und Mark, Düsseldorf 1757. — VOSSNAcK und V. CZARNOWSKY, Kreis Lennep, S. 99,
108. — Knarp, Geschichte, Statistik und Topographie’ von Elberfeld und Barmen,
S. 360. — V. RESTORFF, Beschreibung der Rheinprovinzen, S. 427. — v. MÜLMANnNn,
Statistik I, S. 448. — W. Worr, Geschichte der Stadt Ronsdorf, ein Beitrag zur bergi-
schen Landes- und Kirchengeschichte, Mülheim a. d. Ruhr 1850.
EVANGELISCHE KIRCHE. v. RECKLINGHAUSEN, Ref.-Gesch. II, S. 443.
Der Ort, der noch 1729 aus nur vier Bauernhöfen, dem Ronstorps-, Blombachs-,
Königs- und Zandershof bestand, wuchs als Sitz der Sekte der Ellerianer oder Zio-
niten erst seit 1737 empor. Die lutherische Kirche wurde 1790 erbaut, 1890 restauriert.
Einfacher an den Ecken abgeschrägter, mit flacher Tonne überspannter Saalbau,
auf jeder der Langseiten je fünf Fenster. Der vortretende Turm vierstöckig, gekrönt
mit achtseitiger Haube, neu verankert. Schlichter Aufbau von Kanzel und Orgel.
Die Glocken stammen sämtlich aus anderen Kirchen; die erste von 1525 mit
der Inschrift: O ET ALPHA NOS ADIUVA, RECTOR CELI NOS EXAUDI. URBANUS VOCOR.
CLAES POTGEITER ORIEN | ||| DUBBE (?) ME FECERUNT ANNO MPDoxxv®.,
Die zweite und dritte von 1696. Die zweite-mit der Inschrift: PROMOT. PASTORE
M. JOHAN GEORG SYBELIO, PROVISORIBUS THEODOR SCHUTTE, JOHANN ADOLF FERNE-
KORN, GEORG BODEKERN. NEU GEGOSSEN 1696.
Die dritte mit der Inschrift:
AEREA CLANGORE UT CUNCTOS CAMPANA SONORO
IPSA LIGET PENITUS SIT SIBI SURDA, VOCAT.
SIC ES (SO) RECTA DOCENS ALIOS PERVERSA SEQUUTOS
QUIQUE ALIIS SAPIENS NON SAPIT IPSE SIBI. ANNO 1696.
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Lutherische
Kirche
Kathol.
Pfarrkirche
Stadt-
befestigungen
Litteratur
Evangel.
Kirche
Glocken
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