Magnetisiren d. Stahls durch den einf. Strich. 137
trischen Säulen, die EJektricität stärker zertheilt wird)
mehr -j- und —M in bc ausgeschieden, und sonach dem
-|- Pole des Magnets, in dem Ende b des Eisens bc,
mehr — M wirkend entgegengestellt wird. Nimmt man
de hinweg, so hört die stärkere Zertheilung in bc wie
der auf, und es fällt wieder vom Magnete ab. Auf die
sen Umstand gründet sich die bekannte Erscheinung, dafs
ein Magnet von einem Ambofse ein gröfseres Stück Eisen
aufhebt, als von einem Tische.
Ein Magnet ist folglich ein Körper, dessen magneti
scher Stoff sich in steter Vertheilung befindet, so dafs
sich fortdauernd das -j- M in dem einen, und — M im
anderen Pole ansammelt. Wird ein Stuck Eisen von
einem Magnet berührt, so wird es dadurch ebenfalls zum
Magnet, so lange es nämlich in der Nähe des erstem
ist und so in -j- und — M von einander getrennt bleibt.
Entfernt man es wieder vom Magnete, so vereiniget sich
sein -j- und — M wieder zu o M, oder zu dem nicht
wahrnehmbaren magnetischen Stoffe, und das Stück Eisen
verliert seinen Magnetismus wieder. Kann man es aber
in eine solche Lage bringen, dafs sein und — M stets
gesondert bleiben, so ist es zum Magnete geworden, so
gut wie der es war, der seine beiden M erst von einan
der trennte.
Reines Eisen kann seinen M nicht in vertheiltem Zu
stande behalten; wohl aber kann der Stahl, der eine
Vereinigung von Eisen mit etwas Kohle ist, die magne
tische Kraft leicht an sich halten, wenn er im magneti
schen Zustande gerieben wird, und zwar am besten mit
einem Magnete. Diefs nennt man magnetisiren und
geschieht auf folgende Weise:
1) Durch den einfachen Strich. Man nimmt
eine Stahlstange, setzt auf der Mitte derselben den -J- Pol
eines Magnets auf, und streicht damit bis an das eine
Ende der Stahlstange und noch ein Stück darüber hin
aus; setzt dann den Magnet abermals in der Mitte der
Stange auf* streicht nach derselben Richtung fort und
wiederholt dieses Verfahren 40 bis 50 mal. Auf dieselbe