Full text: Grundlegung der Theorie (Diagramme)

422 II, 8. Die cyclischen Untergruppen in den zur Primzahlstufe q 
Entwickeln wir nämlich (m -J- ns)* 1 nach dem binomischen Lehrsatz, 
so bekommen alle Glieder der Entwicklung mit Ausnahme des ersten 
und letzten durch q teilbare Coefficienten: 
9~1 
(m -f- n s) q = m q -f- n q ■ £'> = m q -f- n q ■ e ■ N 2 . 
Hier ist nun nach dem Fermat’schen Lehrsätze für die reellen Zahlen 
fn q = m, n q = n, sowie für N als quadratischen Nichtrest von q 
9-1 
N 2 —— 1. Wir haben also in der That 
(m -f- ns) q = m — ns, 
womit die Congruenz (3) verificiert ist. 
Sofort folgt nun aus (8) weiter A = A 9 = (mod. q), welche 
Congruenz wir, insofern A von Null verschieden ist, auf die Form 
reducieren können: 
(4) A® 1 1 EEE 1, (mod. q). 
In dieser Congruenz haben wir die Verallgemeinerung des Fermat’schen 
Lehrsatzes für unsere complexen Zahlen vor uns. Da die Zahl A nur 
der einen Bedingung genügen soll N nicht mit 0 (mod. q) congrueut zu 
sein, so hat Congruenz (4) die wichtige Eigenschaft, gerade soviele in 
congruente Wurzeln m -|- ns zu besitzen, als ihr Grad anzeigt. Wir 
folgern daraus in bekannter Überlegung: Ist t irgend ein Teiler von 
q 2 — 1, so besitzt die Congruenz 
x* — 1 =E 0, (mod. q) 
gerade x incongruente Wurzeln m -f- ns. Ist A eine unter ihnen und 
besitzt dieselbe zugleich die Eigenschaft, nicht schon einer Congruenz 
x r — 1 = 0 mit r'<r zu genügen, so wollen wir sagen, A gehöre 
zum Exponenten x. Es ist dabei besonders wichtig, dass es auch Zahlen 
giebt, die in diesem Sinne zum Exponenten {q 2 — 1) gehören, und die wir 
also innerhalb des hier vorliegenden Zahlgebietes als die primitiven 
Wurzeln der Primzahl q zu bezeichnen haben. 
Der Existenzbeweis dieser Primitivwurzeln, um denselben hier 
etwas näher auszuführen, gelingt genau durch dieselbe Überlegung, wie 
bei ausschliesslich reellen Zahlen. Wir zerlegen erstlich (<q 2 — 1) in 
seine reellen Primfactoren: 
(f — 1 = PT l Pz* • • • 
und beweisen die Existenz einer zum Exponenten p^ 1 gehörenden 
Zahl A. Gehörte nämlich von den p^ 1 incongruenten Wurzeln von 
x p V l = 1 keine zum Exponenten p^' 1 , so würden sie alle schon der 
Congruenz x p ' H 1 = 1 genügen, was bei ihrer Anzahl pd x undenkbar
	        
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