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Dieser Verkehr ist aber nicht so einfach, wie er uns oberflächlich erscheint,
erfolgt vielmehr in mannigfachen Modifikationen. Das Meer spiegelt
das Licht der Gestirne wie ein ungeheurer Konvexspiegel; die Atmosphäre
bricht es wie eine ungeheure Linse, die Wolken und Schneefelder zer—
streuen es weiß, die grünen Wälder, Felder und bunten Blumen zerlegen
es farbig. Das Licht ist überhaupt vieler Abänderungen fähig (man
denke an Zurückwerfung, Brechung, Zerstreuung, Beugung, Polarisation,
Interferenz, Absorption), die im Großen für die Erde eine andere
Bedeutung haben können, als sie unserm Auge verraten. Unstreitig
kann zwischen dem, was das Licht der Weltkörper uns und was es den
Weltkörpern selbst bedeutet, überhaupt nur teilweise Vergleichbarkeit
walten; es wird ihnen viel mehr bedeuten als uns; weil es eben zwischen
ihnen das ganze Mittel des Verkehrs, zwischen uns nur ein teil—
weises ist.
47) Ohne hier Möglichkeiten ausführen zu wollen, die uns eigentlich
jetzt noch nicht angehen, und auf die wir später zurückkommen werden,
so läßt sich bei der Frage, ob den Gestirnen im Lichtverkehr etwas
unsrer Sprache Analoges zu Gebote steht, darauf hinweisen, daß bei uns
der Schall in der Sprache kein Bild der Gegenstände darin abspiegelt
und doch Verständnis erweckt. Es ist aber an sich ganz denkbar, daß
dasselbe, was für uns irdische Wesen mit Schallschwingungen erreicht
wird, für höhere mit Lichtschwingungen erreicht wird. Wie sich die
Oberfläche eines Gestirns nur an einem Punkte ändert, ändert sich ihre
Lichtwirkung von da aus auf die ganze gegenüberliegende Gestirnfläche,
weil sich ein Lichtbüschel von da aus über diese ganze Fläche breitet.
Lassen wir nun auch bloß die Pflanzen, Tiere und Menschen die Organe
sein, durch welche die Erde etwas von den andern Gestirnen spürt, aber
während sie alle einzeln etwas spüren, könnte auch wohl die Erde einen
Zusammenhang dessen spüren, was sie spüren, und hiemit einen Sinn,
von dem sie einzeln nichts spüren können. Hiervon aber später.
48) Alle Menschen, alle Tiere, alle Pflanzen sind sterbliche, ver—
gängliche Wesen, so weit wir nach ihrer Leiblichkeit urteilen können.
Glaube, und wir wagen es zu sagen, selbst Schluß kann uns eine
Zuversicht über das Grab hinaus geben, das Auge kann es nicht, und
wenn wir mit dem Tode nicht vernichtet werden, unsere bisherige
Existenzweise können wir doch im Tode nicht retten. Wir werden sicht—
barlich wieder zu der Erde, von der wir genommen worden.
Aber indes wir wechseln, besteht die Erde und entwickelt sich fort
und fort; sie ist ein unsterbliches Wesen und alle Gestirne sind es mit
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