Full text: Metallographie - Präparationstechnik und Gefügebeschreibung, Schweißverbindungen, Schadensfalluntersuchungen

Die Arbeitstechnik der Blattvergoldung ist sehr kompliziert und ME 
verlangt eine große Erfahrung des Bearbeiters. So wird eine einwand- Die Sc 
freie Haftung der Goldschicht nur erlangt, wenn das Anlegeöl einen metall: 
gewissen Polymerisationsgrad erlangt hat. Ist das Öl zu flüssig oder drei B 
zu dick aufgebracht, so schwimmt die Goldschicht ohne ausreichende 
Haftung auf dem Untergrund, setzt sie zu spät ein, erfolgt keine Schrif 
Bindung beider Oberflächen. In beiden Fällen sind Risse und Falten Be 
in der Goldschicht mit nachfolgenden Korrosionsvorgängen die Folge. 4 Her 
Das Öl muß auf Fingerdruck einen bestimmten Ton aufweisen, es muß 3. KB. 
"Pfeifen", wie der Fachmann sagt. Im vorliegenden Fall war die sch 
ungenügende Haftung der Goldfelder im Stoß, bzw. das Fehlen der an- Pra 
gestrebten Überlappung durch die ungünstige Bearbeitung entstanden, 
indem die Goldauflage auf dem Mixionöl zu spät aufgebracht worden 
war. Beim nachfolgenden Abtupfen der Oberfläche und Abkehren mit 
einem Pinsel waren die ungenügend haftenden Blattgoldauflagen abge- 
rissen worden, An diesen Stellen setzten die Korrosionsvorgänge 
ein. Ferner waren die Schleifriefen an den Stellen des Kupferblechs, 
möglicherweise beim Sägen entstanden, zu profiliert für die Gold- 
schicht, welche die Profilunebenheiten nicht ausgleichen konnte 
und aufgerissen war. Damit waren die Korrosionsschäden in den 
Uhrzeigern auf eine ungünstige Arbeitsausführung der Blattvergoldung 
sowie eine ungünstige Haftgrundvorbereitung der Kupferoberflächen 
zurückzuführen. 
Schaden an einer Plastik aus rostbeständigem 
austenitischem Stahl 
Kurz nach dem Aufstellen im Freien traten streifenförmige Verfätr- 
bungen an zentralen Vierkantteilen einer Plastik auf. Die Stahl- 
oberfläche war in diesem Bereich matt geschliffen worden. Ein Quer- 
schliff durch einen Streifen am Vierkantende lag zufällig so 
günstig, daß die Schadensursache rasch ermittelt werden konnte, 
Bild 1) und 12. Bild 1 
Beim Schleifen mit Stahlbürsten waren Partikel aus unlegiertem schade 
Stahl in die austenitische Grundmasse eingedrückt worden, erkennt- able: 
lich an der unterschiedlichen Anätzbarkeit gegenüber dem Grundwerk- 
stoff. Ihre elektrochemische Auflösung führte zu der beobachteten 
Rostbildung der Oberflächen. 
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