Prakt. Met. Sonderband 30 (1999) 93
5.3 Nach Kriechbruch / nach Auslagerung 2304 bzw. 7456 h
Die Werte der Kriechbruchdehnungen betrugen bei der nach 7456 h gebrochenen 100-MPa-Probe
14.4% und bei der nach 2304 h gebrochenen 120-MPa-Probe 18.6%. Somit lagen in beiden Fällen
die Werte über dem mit 12% festgelegten Kriterium für den zu entwickelnden Werkstoff. In beiden
Proben war das Gefüge durch einen heterogenen Aufbau gekennzeichnet Bild 4A und 4B: Neben
den erholten Bereichen mit großen ausgeprägten Subkörnern, kleinmaschigen Versetzungsnetzwer-
ken und einer relativ geringen Versetzungsdichte existierten Bereiche, deren Gefüge jenem aus der
minimalen Kriechrate entsprach und nur geringe Anzeichen von Erholungsvorgängen zeigte. In
diesen Bereichen lag die Dichte der M23C6 deutlich höher als der für die Probe berechnete Mittel-
wert. Die mittlere Karbiddichte hat in beiden Proben im Vergleich zum Bereich der minimalen
Kriechrate deutlich abgenommen. Die durchschnittlichen Werte des ECD bzw. des AR der M23C6-
Ausscheidungen betrugen bei der 100-MPa-Probe 107£40 nm bzw. 1.6+0.4 und bei der 120-MPa-
ww Probe 99435 nm bzw. 1.8+0.4. In der 100-MPa-Probe wurden zusätzlich zu M23C6 sehr vereinzelt
relativ kleine (V,Nb)(C,N) gefunden, die eine „fragmentierte‘“ Struktur hatten und hauptsächlich in
unmittelbarer Nähe von M23C6 ausgeschieden wurden Bild 5.
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Bild 4: TEM-Aufnahmen, 9%Cr-Stahl mit Co und B nach dem Kriechbruch bei 650°C. Geflige
nach A) 14.4% Zeitbruchdehnung, 7456 h bei 100 MPa und B) 18.6%, 2304 h bei 120 MPa.
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: sae J Bild 5 u. 6: TEM-Aufnahmen, 9%Cr-Stahl mit Co und B. Gefiige nach 5) Kriechbruch bei 100 MPa
wide? und 650°C (14.4%. 7456 h) und 6) nach Auslagerung bei 650°C und 7456 h (Probenkopf).