Die Biersteuern. 367
Nicht Traubenweine und Obstweine weit verbreitete beliebte alkoholische
aıltung Getränke. Bei den meisten Bieren ist aber der Alkoholgehalt erheblich
rn’ in geringer als im Branntwein und auch geringer als in den schweren
a mten Weinen. Bei dem gewöhnlichen Lagerbier beträgt der Alkoholgehalt
in der Regel knapp 4%, bei den Exportbieren steigt derselbe bis zu
durch 41%, beim Bockbier bis zu 43/,% an. Bei den Branntweinen schwankt
erhalb der Alkoholgehalt meist zwischen 25 und 40%, bei schweren Südweinen
nereis steigt derselbe bis zu 16% (Portwein, Sherry) an. Leichte Trauben-
erteilt weine enthalten 7—8%, schwere 8—9%, Alkohol. Außer dem geringeren
Te’ auf Alkoholgehalte kommt aber beim Vergleich von Bier und Branntwein
dieser auch der erhebliche Gehalt des Bieres an Extraktivstoffen (ca. 5% bis
enden 6% %) in Betracht, welche nicht nur als Nährstoffe, sondern auch als
Sland diätetische Genußmittel von Bedeutung sind. Bier hat sich infolgedessen
Groß: schon sehr frühzeitig zu den verbreitetsten aller Getränke herausgebildet,
‚gente dies um so mehr, als man dasselbe aus allen Getreidekörnern herstellen
limm kann, wenn auch die Gerste der geeignetste Rohstoff dafür ist.
a nver- Auch zum Handelsartikel hat sich das Bier mit der steigenden
Verkehrsentwicklung und mit der fortschreitenden Kunst, haltbare
here Sorten herzustellen, immer mehr herausgebildet. Ja heute ist das-
Ywalt selbe bereits zu einem wichtigen Welthandelsartikel geworden. Deutsche
ießen Flaschenbiere werden z. B. nach allen Enden der Welt versandt.
nden. Für die Landwirtschaft aber hat die Bierbereitung nicht nur des-
sekel halb Bedeutung erlangt, weil sie eine wichtige Verwertungsform für
ende die Gerste vorstellt, sondern auch, weil ihr zweiter Rohstoff der gerb-
dung stoffhaltige, auf das Bier konservierend wirkende Hopfen ebenfalls
Quern ein Erzeugnis der Landwirtschaft ist.
elativ Da die Hopfenkultur viel Arbeit erfordert, ohne besonders schwierig
kan: zu sein, und der Hopfen selbst ein hochwertiges, hochtransportables
yster Erzeugnis ist, so ist der Hopfenbau vornehmlich in industriell
h da: wenig entwickelten Gegenden mit dichter Bevölkerung
Wege und relativ niedrigen Arbeitslöhnen zu Hause. Da Hopfen
derer eine perennierende Staude ist, welche eine ganze Reihe von Jahren
daß dasselbe Feld inne hat, spielt die Hopfenkultur wohl für die
a ren: Arbeitsverteilung, nicht aber auch für die Organisation
ktion der Fruchtfolge eine Rolle. ; |
tung Der deutsche Hopfenbau ist ähnlich wie der Hülsenfruchtbau
Zölle vornehmlich durch den steigenden Hackfruchtbau zufolge der immer
günstiger werdenden Verwertung der Kartoffeln und Zuckerrüben
zurückgedrängt worden. Während 1878 noch 40810 ha mit Hopfen
bebaut wurden, war die Anbaufläche trotz der enormen Steigerung
der Bierproduktion und der relativ günstigen Hopfenpreise bis 1913
Sant auf 27048 ha zurückgegangen. Kartoffel- und Zuckerrübenbau konnten
sin d: eben als Früchte, die in der Fruchtfolge standen, große indirekte Wir-
ä este kungen auf die Erträge der übrigen Ackerfrüchte ausüben, was bei
men: der Dauerkultur des Hopfenbaus nicht möglich war.
Bier; Die Bierbrauerei hat früher als landwirtschaftliches Nebengewerbe