1. Abth. 3. Abschn. Die einzelnen Grundvermögen. 993
iese Benennung ist durch ernste, no< durch feierliche, noc< dur< traurige Borgänge davon
abhalten zu lassen. =- Ist neben dem Sinne für Scherz zugleich Ver-
1 Maße besitzt, so gleihungs = over Sc<lußvermögen vorhanden, so entsteht der Hang und
ermögen in hohem die Fähigkeit, Witze zu machen, welche eben scherzhafte oder ungereimte,
egeisterung zu ver- d. i. nur unter einem gewissen leicht zu durchschauenden Scheine richtige
Vergleichungen oder Sc<hlußfolgerungen sind. Ist zugleich der Kampfsinn oder
migen des Sinnes ver Zerstörungssinn groß, so werden die Witze herausfordernd und beißend ;
rdersten Theil des bei überwiegendem Wohlwollen dagegen zeigen sie sich als Laune und
Humor, welche wohlthätige Heiterkeit ervegen. Hat ein Mensc< neben dem
n ist die, daß die Sinn für Scherz kleines Selbstgefühl oder große Eitelkeit, die nach augen=
e uns vorschweben, blicklihem und häufigem Beifalle hascht, so kann er leiht zum Possenreißer
in. Ist neben der und Narren der Gesellschaft werden. = Wer dieses Vermögen in geringem
urch Festigkeit und Grade besitzt, zeigt mehr ein ernstes Wesen.
höhte Drang dazu, Der Sitz dieses Sinnes ist an den Seiten des oberen Stirnrandes,
imd Fleiß des Ehr- zwischen Sc<lußvermögen und Einbildungskraft.
erringen 3; sie führt Die Wirkung dieses Vermögens ist dur< Erheiterung eine sehr wohl-
in den Kampf für thätige. Auch indem es seine spitzigen Pfeile gegen die Gebrechen der
eundes unermüdlich Zeit und gegen eingerostete Einseitigkeit richtete und sie lächerlich machte,
der auch den Grau- hat es schon vieles Gute bewirkt.
ind läßt den Sinn-
aber die Thatkraft N .
Rorhilvenwindeuen 1. Die Verstandes-Sinne,
in ihm ein Zwie- a) Die Erkenntniß- oder Wahrnehmungssinne.
Gedanken und der |
außer ihm. Sind 22.) Der Gegenstandssinn.
über die rohe, ver= Er ist das Vermögen, dur< Auffassen und Unterscheiden von Gegen-
und zu fein gebildet ständen ein Wohlgefühl zu empfinden. Wer dasselbe in hohem Grade
tere Welt; er will besibt , bemerkt und beachtet die Gegenstände, die sich um ihn befinden.
er von ihr berührt, Er hat eine Neigung zum Sammeln; welche Gegenstände er aber sammelt,
Mensc<hen macht die welchen er vorzüglich seine Aufmerksamkeit zuwendet, hängt von seinen
flih, und unbrauch- übrigen GeisteSeigenschaften sowie von äußeren Veranlassungen ab. Ist
ind die Neigungen er aus solhen anderen Ursachen- Geschichts = oder Alterthumsforscher ge-
ohne die Kraft zu worden, so wird er geschichtlihe Schriftstücke , Münzen und Aehnliches
sammeln; ist ex Naturforscher, so wird er Thiere, Pflanzen oder Minexra-
lien aufsuchen, und umgefehrt wird auch gerade der- Gegenstandssinn ihn
zu diesem Berufe treiben. Es faßt auch dieses Bermögen, wie jedes
nor ein Wohlgefühl andere, ein Gedächtniß in sich, nämlich das für Gegenstände, und wer
hem Grade besiten, den Sinn in hohem Grade besitzt, dem bleiben auch Gegenstände gut im
h zu machen, weder Gedächtnisse. Ist bei Zemand dieser Sinn klein, so geht er an den Gegen-
nen, und sich weder ständen vorüber , ohne sie zu bemerken. Will er 3. B. Pflanzen suchen,