ErıcEna: Qualität. Wesenheit und Körper. 41
LS sichtbar ist, sind Figuren unkörperlicher Dinge, nicht aber
6 deren wahre körperlichen Substanzen selbst. Auch bei den
1; natürlichen Körpern, mögen sie nun durch Mischung ihrer
LS eigenen Elemente sinnlicher Art sein, oder sich wegen ihrer
Feinheit dem sinnlichen Auge entziehen, lassen sich die
L- Grenzen der Natur lediglich mit dem Denken durchschauen.!
ır Die Kategorien Quantität und Qualität sind den geome-
L- trischen wie den physikalischen (natürlichen) Körpern gemein-
16 schaftlich. Dagegen unterscheiden sich letztere durch den
5. Anteil, welchen die Wesenheit (essentia) an ihrer Bildung nimmt.
L- Zunächst ist festzustellen, dafs kein Körper für sich Essenz
= besitzt und dafs die Essenz selbst nichts Körperliches ist. Sie
Ss ist vielmehr das für sich selbst bestehende, unvergängliche
r Einfache, der Körper dagegen, aus Stoff und Form zusammen-
z gesetzt, ist unbeständig und vergänglich. Die Wesenheit nimmt
0 nicht Länge, Breite und Höhe ein, ist nicht teilbar, nicht hier
n. gröfßser, dort kleiner, sondern sie ist immer dieselbe, die allge-
5 meinste Gattung, eine untrennbare Einheit, allein der Vernunft
© zugänglich, also kein Körper.?
a Wenn nun auch die Wesenheit für sich kein Körper, der
r Körper keine Wesenheit ist, so bestehen doch die natürlichen
N Körper nur dadurch als wirklich, dafs sie an der Wesenheit
e Anteil haben. Die Verwechselung von Quantität und Essenz
a bei den Körpern rührt daher, dafs bei den Naturkörpern sich
beide nur durch das Denken trennen lassen, sinnlich aber
9 immer vereinigt sind, indem erst ihre Vereinigung die sinn-
liche Realität des Körpers bedingt. Die geometrischen Körper
haben keinen Anteil an der Wesenheit, wir betrachten sie nur
im Geiste und sie heifsen darum mit Recht blos vorgestellte
Körper; während dagegen natürliche Körper deshalb für solche
gelten, weil sie in ihren natürlichen Wesenheiten bestehen,
ohne diese nicht sein können und eben deshalb wirkliche Kör-
per sind; denn sonst befänden sie sich nicht unter den natür-
lichen Dingen, sondern wären blofs mit der Vernunft gedacht.
„Es ist somit klar zu verstehen, dafs der Körper etwas anderes
; ist als Wesenheit, weil ein Körper bald der Wesenheit ent-
behrt, bald derselben anhaftet, um etwas Wirkliches zu sein,
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