14. Kap. Gut und sc<le<t. Teleologische und formalistische Auffassung. 217
ver in den Wurf kommt, seinen Zorn auszulassen. Wir wissen es alle
dte und weihen einem Manne, der in solher Gemütsverfassung ist, aus.
Es ist jemand auf dem Markt, er weiß nicht von wem, mit einem
'oße falschen ZweimarkstüF> betrogen worden: man kann zehn gegen eins
iese wetten, daß er, sonst ein rechtliher Mann, es wieder anzubringen
nt- su<ßen wird. Das „Publikum“ hat ihn betrogen, es ist erlaubte
Db: Notwehr, ihm sein fals<es Geld zurückzugeben. =“- Nicht minder
der pflanzen sich aber auch Gefälligkeiten und Wohlthaten fort. Es wurde
gen mir von einem Unbekannten eine Freundlichkeit erwiesen, er zahlte
für mich den Groschen auf der Pferdebahn, da ich meinen Geldbeutel
ing vergessen hatte: es treibt mich, nicht bloß jenem zu danken, sondern
Uu auch, die Freundlichkeit an Unbekannte weiter zu geben.
at Am stärksten findet Fortpflanzung des Guten und Bösen inner-
telt halb der Familie statt; nirgends ist das Beispiel wirksamer, nirgends
ns Vergeltung sicherer : was von den Eltern empfangen wurde, wird an
je: den eigenen Kindern vergolten. Gute Erziehung und böse Erziehung,
beide sind erblich.
nt So wird die Betrachtung, die von dem moralischen Urteil über
ie menschlihe Handlungen und Eigenschaften ausgeht, von allen Seiten
eit auf den Begriff der allgemeinen Wohlfahrt als das Prinzip geführt,
ei das alle Wertbestimmung beherrscht.
t- 6. I< ergänze diese Betrachtung, indem ich kurz andeute, wie
1d auc< der andere Weg, den die Moralphilosophie einschlagen kann und
einges<lagen hat, zu demselben Ziel führt. Auch die Frage nach dem
4 lezten Ziel des Wollens führt auf die Antwort: die Wohlfahrt des
“, Handelnden und seiner Umgebung.
ni Es giebt eine Ansicht, die dem gegenüber behauptet: nicht auf die
2% allgemeine, sondern auf die eigene, individuelle Wohlfahrt ist
“ der Wille seiner Natur nach gerichtet ; jeder strebt nach dem, was
ihm angenehm oder nüßlich ist, ohne Rüdsic<ht darauf, ob anderer
Wohlfahrt dadurc< gehindert oder gefördert werde. Diese Ansicht, zu
einer Theorie ausgebildet, ist der egoistische oder individualistische
Ütilitarismus. Hobbes vertritt ihn am Eingang der modernen
Philosophie: der Wille jedes animalischen Wesens ist auf Selbst-
erhaltung gerichtet, das ist sein Naturgeseß; gut ist, was ihm selber
förderlich ist. Was anderen gut ist, kann nur mittelbar unter die