Full text: Handbuch der practischen Photographie

DAS COLORIREN PHOTOGRAPHISCHER BILDER. 
Wenngleich ein vollkommen gelungenes, po- 
sitives Glasbild, in welchem Licht und Schatten 
in rechtem Maasse vertheilt sind, und welches die fein- 
sten Details der Mitteltöne zeigt, ohne alle Frage 
durch aufgetragene Farbe nur verlieren kann, so kom- 
men doch Fälle vor, welche die Anwendung von Far- 
ben erheischen können. So muss sich namentlich der 
für Geld arbeitende Photograph nach den Wünschen 
seines Publieums richten, und da findet sich denn bei 
dem ungebildeten Theile desselben eine vorherrschende 
Liebe für rothe Wangen, farbige Blumen, Schmuck- 
sachen u. s. w.; er kann also nicht umhin, seinen 
eignen Geschmack diesen Wünschen unterzuordnen. 
Aber es ist noch ein anderer Fall vorhanden, wo ihm 
selbst die Anwendung von Farben wünschenswerth 
erscheinen muss; ich meine den, wo das Bild nicht 
vollkommen gelungen ist und namentlich das Weiss 
der Stickereien Chemisettes, Manschetten u. s. w. nicht 
so schön weiss ist, wie es sein sollte, und wo es an 
Zeit fehlt, ein anderes besseres Bild anzufertigen.
	        
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