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Die neue Naturanschauung u. d. relig. Weltanschauung. 2285
e pur si muove hat Galilei nicht gesprochen, aber seinem Ingrimm in
Kandbemerkungen Luft gemacht, wie etwa: „Neuerungen einführen!
Wer bezweifelt, daß es die schlimmsten Skandale zur Folge haben muß,
wenn man die Neuerung einführt, zu verlangen, daß die von Gott frei
geschaffenen Geister sich zu Sklaven des Willens eines andern machen
sollen — daß man die eigenen Sinne verleugnen und dem Gutdünken
eines andern unterordnen soll, — zuzulassen, daß Leute, die von einer
Wissenschaft oder Kunst gar nichts wissen, über diejenigen, die etwas
davon verstehen, Kichter sind und durch die ihnen eingeräumte Autori—⸗
tät die Macht haben sollen, jene nach ihrem Sinn zu lenken... 21).“
Das berechtigte Selbstbewußtsein der neuen Forschung, das hier
nächtig hervortritt, begegnet uns ebenso bei Kepler: „Heilig Lactanz,
der die Kugelförmigkeit der Erde leugnete; heilig Augustin, der sie zu—
gab, aber Antipoden leugnete; heilig das (römische) Officium, welches
die Geringfügigkeit der Erde zugibt, aber ihre Bewegung verneint; aber
heiliger ist mir die Wahrheit, der ich die Kugelgestalt der Erde, ihre
Bewohnbarkeit von Antipoden, ihre verächtliche Kleinheit und schließ—
lich ihren Gang durch die Gestirne hin bei allem Kespekt vor den Lehren
der Kirche aus der Philosophie beweise“. Das Problem sieht er ebenso
wie Galilei an. Die hl. Schrift enthalte keinen optischen, phnysikalischen,
astronomischen Unterricht, in ihrer Naturbetrachtung (Ps. 104) wolle sie
die Menschen nicht lehren, was sie nicht wissen, sondern sie an das er—
innern, was sie nicht beachten, Gottes Größe und Macht in der Schöp—
fung. Auch wo sie über Mathematisches spreche, wolle sie doch nicht
Mathematik lehren?), bediene sich daher nicht der optischen oder mathe—
matischen, sondern der gewöhnlichen Umgangssprache. Wer daher die
Schrift in Fragen der Naturerkenntnis hineinziehe, mißbrauche sie oder
müsse doch sein Kecht dazu erst beweisen. Der wissenschaftlichen Unter—
suchung ist ihr volles Recht zu wahren: Gewiß gibt es ein Wort
Gottes, es gibt aber auch den Finger Gottes (in der Natur). In ganz
evidenten Dingen Gottes Wort quälen, daß es seinen Finger in der
Natur widerlege, davor wird sich gerade der religiöse Mensch am meisten
hüten. Daß Astronomie und Geometrie ihre Fundamente nicht in der
hl. Schrift, sondern in sich selbst haben, erwies der Prediger und Astro—
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241) Vgl. Berti, Copernico s. 148. Reusch, Der Prozeß Galilei und die
Jesuiten 1879 8. 428 f., Wohlwill, Galilei 1908.
249) Deshalb an der vollen Wahrheit der Schrift zu zweifeln, kommt Kepler
so wenig bei, daß er auf Grund von Jos. 10 eine Unterbrechung der Erdbewe—
gung annimmt.
Titius, Natur und 6Gott.