Full text: Des Ingenieurs Taschenbuch (Abteilung 2)

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72 10. Abschn.: Hochbau, III. Dächer. 
Fetten, gewöhnlich 18-20 cm stark, können von Mitte zu Mitte, 
meistens entsprechend der Achsweite des Gebäudes, bei Ziegeldach 
3,8 bis 4 m, bei Asphalt- und Metalldach 4 bis 4,7 m. bei Rohr- 
und Strohdach 4,7 bis 5,4 m weit freiliegen. 
Dachstreben 18-20 cm stark. Stuhlpfosten 18.18 cm, Zangen 
8-20 bis 10-24 cm, Kopfbänder 10-12 bis 12.16 cm stark, nicht 
über 1,5 m lang, gewöhnlich 1,0 bis 1,25 m. 
Die Knaggen (Holzklötze) zum Festhalten der Fetten sind mit 
langen Nägeln auf der Fetten- Unterstützung (s. o.) zu befestigen, 
besser aufserdem mit Versatzung in diese einzulassen, 
Um einen Bodenraum bei flachem Dache freizulassen, legt man den 
Sparrenfuls auf eine Drempelwand, 1,25 bis 2,5 m hoch. Rähme der 
Drempelwand 14.18 cm, Stiele 14-14 cm, Saumschwellen wie die 
Stiele (Drempelstiele), welche mit den Streben durch Zangen zu ver- 
dinden sind, 
Walmdächer. Im allgemeinen gelten hier die vorstehenden Angaben. 
Die Neigung der Walme ist gewöhnlich gleich der der Langseiten. 
In den meisten Fällen sind die schrägen Binder unter den Gratsparren 
und auf Schwellen anzuordnen. Fetten möglichst in einer Wagerechten 
gleichmäfsig herum laufend. 
Mansardendächer. Vorteilhafte Verwendung der Kehlbalken-Bau- 
art mit liegendem Dachstuhle. Neigung der unteren Sparren gegen 
die Wagerechte gewöhnlich nach baupolizeilicher Vorschrift 60%, die 
der oberen beliebig. 
Pultdächer sind halbe Satteldächer, Beim Entwurf ist besonders 
darauf zu sehen, dafs die lotrechten Wände nicht durch die Dachlast 
nach aufsen gedrückt werden. Ebenso hei Pultdächern mit Mansarde. 
ce. Dächer aus Holz und Eisen, 
Die auf Biegungsfestigkeit beanspruchten Teile mache man aus 
Holz, die gedrückten aus Holz oder Gufseisen. die gezogenen aus 
Flufseisen. 
Bei gewöhnlichen Hängewerkdächern Ersatz der Hängesäulen und 
oft auch der Spannbalken durch Zugstangen von Rundeisen. Am Fuf(s- 
und Kopfende der Streben hierbei gufseiserne Schuhe. 
Sonst zweckmäfsig angewendete Formen: der Dreieckträger und 
der Polonceau-Träger (s. Abschnitt: Statik der Baukonstruktionen). 
Bei dem Dreieckbinder gewöhnlich die Streben von Holz mit 
gufseisernen Schuhen oder ohne solche, ebenso der Spannbalken; 
statt der Hängesäulen jedoch Zugstangen mit Verschraubung. 18 bis 
25 m Spannweite je nach der Zahl der Streben, 
Der Polonceau- Binder besteht aus zwei gegeneinander geneigter 
Streben (oben und unten in gufseisernen Schuhen), die nach Art 
der armierten Balken in der Mitte durch kurze, gufseiserne Stützen 
abgesteift werden, deren freier Endpunkt mit den Strebenschuhen 
durch Zugstangen verbunden ist. Die mittlere Zugstange, welche 
beide Binderhälften miteinander verknüpft und an den freien Stützen- 
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