1641 MARKIGKEIT — MARKLOSUNG
das schneidende benimt. ein markigtes kolorit ist dasjenige,
in welchem die haltung wohl beobachtet ist, in welchem
die fetten und wohl verschmolzenen farben die frische und
das zarte des fleisches, nach beschaffenheit des alters und
des geschlechts, ausdrücken. ein markigter pinsel, ist der-
jenige, welcher die farben wohl in einander vertreibt. JAcoBS-
SON 3, 22%
MARKIGKEIT, f.: die markigkeit seiner erscheinung; hier
‘ritt sein stil in seiner ganzen markigkeit auf.
MARKKLOSZ, m. klosz aus rindermark: markklöse. dazu
nimmt man ein gut theil rindsmark. AMARANTHES frauenzZ.-lem.
(1773) 2096. ADELUNG schreibt marksklosz.
MARKKNECHT, m. knecht einer holzmark. vgl. unter mark-
herr.
MARKKNOCHEN, m. mit mark erfüllter knochen: der schöne
markknochen, den der fleischer, wenn er mit seinen kunden
zufrieden ist, ihnen unentgeltlich in den korb schiebt. H. HEINE
18, 10; in der form maürksknochen: in den so genannten
groszen, hohlen oder marksknochen der thiere (steckt das
mark). frauenz.-lex. 2096.
MARKKÖRPER, m. corpus medullare cerebelli.
MARKKOTE, f. kote, hütte in einer mark (6, sp. 1634): erhe,
ganze und halbe, wie auch erbkotten scheinen die ersten
pflanzungen zu sein; und rührt es wohl daher, dasz solche
allein in der bauerschaft zur kriegesrunde, und in der mark
zur mannzahl gehören. markkotten hingegen, «leren jetzt
6 oder 8, auch wohl 16 auf ein erbe gehen, sind dem an-
sehen nach ein späterer anflug. MösEr osn. gesch. 1,5; bei
ADELUNG das markkoth; vgl. kot, kote fh. 5, 1882 ff.
MARKKÖTER, m. inhaber einer markkote: in der mark
werden die genossen von markköttern, brinkliegern, heuer-
{euten und dergleichen zu gemeinen lasten und ehren nicht
kommenden leuten wohl unterschieden. Möser osn. gesch. 1,255 ;
unser sind fünfhundert geringe markkötter, die nichts als
eine hausstätte und ein kleines gärtchen dabei besitzen,
patr. phant. 1,190,
MARKKRAPFEN, m. krapfen von mark gebacken. frauenz.-
X. 2096.
MARKKRAUT, n. apium graveolens, eppich, wasserpetersilie.
MARKKREUZ, n. auf einer mark errichtetes kreuz, grenz-
‚eichen,
MARKKUCHEN, m., dim. markküchlein, n. kuchen und
küchlein aus rindermark gebacken. frauenz.-lex. 2097; bei ADELUNG
markskuchen, marksküchlein.
MARKLEER, adj. ohne mark; übertragen, ohne kraftvolle er-
scheinung: (der maler) zwingt euch durch den markleeren adel
überirdischer wesen in stattlich gefalteten schleppmänteln zu
bewunderung und ehrfurcht. GÖTHE 44, 9.
MARKLEUTE, plur. genossen einer mark, mhd. müörcliute.
weisth. 1,414 (s. d. stelle unter markherr); bewohner eines grenz-
landes: er bot uns an, seinem heere bei einem zuge zu
folgen, den er ostwärts gegen die markleute an der Donau
rüstete. FREYTAG ahnen 1,108.
MARKLINIE, f. grenzlinie. CAMPE.
MARKLOS, adj. ohne mark; übertragen, ohne kraft (vgl. mark
3, g und markig): sind marklos meine gebeine? Fr. MÖLLER
2,159; wenn ich mich unruhig des nachts umherwälze und
den tag über ohne wahren zweck marklos umherschleppe.
Herder an Carol. Flachsland (briefwechsel 1, 134); willkommen,
du markloses alter! ScHILLER räuber 2,2; du pralst mit poeten-
hitze, der phantasie marklosem marionettenspiel (Fiesko zum
maler). Fiesko 2,17; diese dürre marklose hand. KoTzEBUE
dram. sp. 1,276;
lasz dich
die gruft verbergen. dein gebein ist marklos! (Macbeth
zu Banquos geist), ScHILLER Macd. 3,8;
aus zwei besondern gründen,
die euch vielleicht sehr marklos dünken mögen,
allein für mich doch stark sind,
Shakesp. Hamlet 4,4 (engl. unsinewed);
ich bin
verrückt selbst, solchen wischwasch anzuhören,
unnützes. marklos albernes gewäsch,
H. v. Kıgıst Amphitryon 2,1.
MARKLOSUNG, f. 1) zeichen, welches unter den grenzstein
gelegt wird. vgl. dazu losung 2, sp. 1199.
2) anders marklosung, auch marklösung, eine art des näher-
rechts, kraft dessen nichts aus der mark eines ortes an einen fremden
verkauft werden darf, oder, wenn es geschehen, wieder zurück
MARKMAL — MARKSCHEIDEN 1642
elöst werden kann. ADELUNG; vgl. dazu losung 2, sp. 1201, und
sung 5, sp. 1203.
MARKMAL, n. grenzmal: man siehet bald die kirche das
narkmal weit in das gebiet des staats hinüber tragen, bald
jen staat sich eingriffe erlauben, die den angenommenen be-
zriffen zufolge, eben so gewaltsam scheinen. MENDELSSOHN
Jerusalem 1,4.
MARKMANN, m. markgenosse, theilhaber einer holzmark: liesz
ır das holz in dem walde ligen jor und tag, so hat dar
1och ein jeglich margman reht dar zü. weisth. 4,509 (Schwarz-
wald, von 1432); sonst ist markmann, mhd. marcman, grenz-
1ewohner, grenzmann. GRımm gesch. d. d. spr. 503; vgl. auch oben
narkleute.
MARKMEISTER, m. vorsteher, aufseher der mark: auch sollen
lie nachbaren kiesen zween markmeister, einen in der stadt
jelnhausen, den andern in der burk Gelnhausen, umb des
willen, wenn jemandt were in der burk oder in der stadt,
ler seinen muthwillen in der mark treiben wollte oder mit
lem gerichte, den sollen sie darzu halten, dasz er solches
ıbstelle. weisth. 3, 415 (Wetterau, von 1461).
MARKMUS, n. mus mit rindermark bereitet, frauenz.-lex. 2097.
MARKOLF, der name des spölters auf den häher, corvus
Jlandarius übertragen, vgl. unter bruder 7, Ih. 2,419. aber auch
der spötter selbst wird noch so bezeichnet:
so wer mir worlich wol geholfen,
das ich trüg ein solchen Markolfen,
dich unflat trüg in mynem herzen.
MuRNER geuchm, y4,
MARKORDNUNG, f. ordnung betreffs einer dorf-, feld- oder
volzmark.
MARKPALME, f. cycas circinalis, palmenart von sehr mark-
'eichem holze, auch mehlpalme.
MARKPFAHL, m. grenzpfahl: wir banden sie (die katze) mit
ınsern strumpfbändern an einen markpfahl. BRonnER leben
1,180; im deichwesen ein eingeschlagener pfahl, der angibt, wie
Beit ein jeder anwohner den deich zu unterhalten und zu bessern
jat. FRISCH 1, 643°,
MARKRAIN, m. grenzrain; erhabene erde die grenze zu be-
zeichnen. FRISCH 1, 643°.
MARKRECHT, n. recht das ein theilhaber der mark hat: wer
sich des walts gebraucht bei nacht und mitternacht mit fahren,
mit hauen, mit tragen, oder wie das geschehen möchte, der
zol der zent verweist sein und seines markrechts beraubet.
weisth. 5, 268 (Wetterau, von 1537) ; abgabe an die mark: ein ieglich
nensche, daz in der marg sitzet und sin margrecht git und
zein swin zühet, do mag eins usz dem selben huse alle sams-
‚age eicheln lesen. 4, 510 (Schwarzwald, von 1432).
MARKRICHTER, m. richter in marksachen,
MARKRISPEL, f. tamarigxg germanica, die deutsche tamariske.
oberdeutsch. ADELUNG,.
MARKSACHE, f.: marksachen, causae ad jus hereditarium
in sylvis communibus pertinentes. FRISCH 1, 643°,
MARKSAFT, m. succus medullaris, das mark, welches sich in
Jer schwammigen substanz der knochen findet, NEMNICH 3, 530.
MARKSAUGER, m. der das mark saugt; in der übertragenen
bedeutung wie blutsauger (fh. 2, 190): schindhunde und mark-
säugere (werden) des trosts gottes beraubet. MoscHEROScH
‘hristl. verm. 127.
MARKSCHEIDE, f. 1) grenzscheide: der Kymen .. hat dort
wieder zwei arme, zwischen welchen wieder eine insel von
sinigen hundert schritten liegt, welche die markscheide beider
s;eiche macht. SEUME mein sommer 103.
2) im bergwesen, grenze eines grubenfeldes. VEITH 334: mark-
scheide ist, wo zwei zechen mit einander grenzen, oder der
ort, wo eine zeche oder maase ausgehet, und die andere sich
ınfänget, item wo der zechen vierung ein ende hat. mineral.
EX. 376°,
MARKSCHEIDEGELD, n. vermessungsgebühren. VEıTA berg-
wörterbuch 334.
MARKSCHEIDEKUNST, f. die praktische geometrie in ihrer
ınwendung auf den bergbau. VEITH A. @. 0.
MARKSCHEIDEKARTE, f. kartographische darstellung eines
bergwerks.
MARKSCHEIDEN, verb., im bergwesen, grenzen? zwei zechen,
;o mit einander markscheiden. auf den mit einander mark-
scheidenden und zu gemeinsamer schachtförderung verbun-
jenen hbraunkohlengruben, quellen bei VEITH a. 0.0. Mark-
:cheiden auch markscheiderische vermessungen vornehmen : ältere