Full text: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Naumburg (Land)

Kreipitzsch. — Saaleck. 199 
die Schäfte wechselnd aus schwachen und starken Trommeln, darüber gelagert 
ein Gebälk mit muschligen Aufsätzen, deren Ornament schon die äußerste Ver- 
knorpelung der Ranken zeigt. Der schildhaltende Löwe über dem großen Tor 
ist neu, die ältere Fassung hatte offenbar auch eine Pyramidenkrönung. Auf den 
kleinen Kartuschen die Namen der Erbauer Georg Baktian von Offerhaufen 1625 
und Maria von Breitfenbauden, auf der großen Ps. 127, 1 zo der Herr nidt etc. 
=. 1628 und Tobe den Herrn 1866. Auf den Schilden in den Zwickeln ist neu 
„der doch erneuert eine nicht immer richtige Chronik des Schlosses aufgezeichnet: 
Kreipig(d gehört erft dem Neihe dann denen von Mündhaufen, denen von Dünan, und 
Ceif 1560 (?) denen v. Ofterhaufen. Yon diefen kauften es 1671 die v. Kreugen, weldhe 
1775 im Mannkamm ausfarben, fo daß die Töhne (!) Heimfielen. — Der Major und 
Oberfalmeikter Chrikian von Schönberg heiratete die Erbtochter Sophie von Krenßen, 
deren Sohn Franz von Aqönberg kaufte die Tehn wieder zufammen und vereinigte fie 
mit den Allodan. In der Nacht vom 25.—26. Sept. 1865 brennen fämmtlide Gebäude 
nieder. Wieder aufgebaut von Wolf von Schönberg und feiner Gattin Sophic geb. 
Rabe 1866. 
Saaleck, Ruine (Fig. 141): 
[Saleke.] 
Das Schloß Saaleck wird uns aus den Urkunden zuerst als Sitz der 
Vögte von Saaleck 1140—1213 bekannt. Sie zählen zum höheren Adel der 
nobiles und zeugen vielfach in Urkunden der Bischöfe von Naumburg, müssen 
Fig. 141. Ansicht von Saaleck und Rudelsburg. 
sich also am Hof und im Gefolge derselben befunden haben. Andererseits wird 
1212 ein Hermannus advocatus de Saalecke unter den nobilibus infeudatis der 
Markgrafen von Meißen erwähnt. Hieraus hat Lepsius geschlossen, daß die 
Burg ebenso wie Rudelsburg altmeißner Besitz und an die Vögte verlehnt war. 
Den Namen „Advocati“ sucht er so zu erklären, daß die Herren von Saaleck im 
Auftrag der Markgrafen die meißnische Vogtei über Teile des Stiftsgebietes aus- 
übten. Nach dem Aussterben dieses Geschlechts erlangte das Stift selbst die 
Lehnsherrlichkeit über die Burg, welche nun die Schenken von Vargula
	        
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