Full text: Sammelmappe Wilhelm Peßler

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>. Die sogenannte altchristliche Kunst 
im weströmischen Reiche, Fortführung der überlieferten Formen der 
Antike, teilweise unter Benutzung der Baureste der Antike , Alt- 
Shristliche Kunst von etwa 350 bis etwa 750. 
Als erste Stätten der Zuflucht und des Gottesdienstes dienten 
in Rom die Katakomben, unterirdische Gänge mit Grabkammern und 
zrabkapellen, teilweise geschmückt durch symbolische Wandrmale- 
reien,. 
Baukunst: 
Am wichtigsten die Basilika (grichisch basilike, eigentlich Königs- 
nalle = sto8s basilike, von basilikos = königlich, ursprünglich im alten 
Athen die öffentliche Gerichtshalle, in Rom eine Börsenhalle für Handel 
und Rechtspflege), Sie schliesst sich in Gestaltung und Benennung &n die 
rechteckige Gerichts-, Markt- und Börsenhalle Alt-Roms an, die an der 
hinteren Schmalseite eine Nische als Richterplatz hatte. Die christliche 
Basilika ist ein mehrschiffiges Langhaus, Dieses umfasst ein hohes Mittel 
schiff unter Satteldach mit oberem Seitenlicht und zwei oder vier nie- 
ürige Seitenschiffe unter Pultdächern. Getrennt sind die Schiffe von 
ainander durch je eine Reihe von Säulen, die zuerst Bauwerken der Antike 
antnommen und auf gleiche Grösse gebracht, später aber neu geschaffen 
wurden. Der Dachstuhl bleibt von innen sichtbar, Die hintere Schmalseite 
öffnet sich als Triumpfbogen zu einer halbrunden mit Halbkuppel Über- 
deckten Nische, der Apsis (= Anhängsel zu grichisch haptein = anhän- 
gen); in oder vor der Apsis steht der Altar, oft als Tisch unter einem 
Baldachin. Unter dem Altar befindet sich bisweilen eine Gruft "Confes- 
8io " für die Gebeine des Kirchenpatrons. Das Kapitell der Säulen, 
scharf zusammengefasst als wirklicher Konstruktionsteil, hat in Betonung 
Aieser konstruktiven Eigenschaft einen Kämpfer über sich zur Aufnahme 
der Last, 
In der vorderen Schmalseite der Basilika befindet sich die Ein- 
gangstür, später bei dieser eine schmale innere Vorhalle "Narthex" 
(wörtlich = schmale Salbenbüchse) für diejenigen Gläubigen, die zur Auf- 
nahme ins Christentum vorbereitet wurden. Für die Büsser diente ein 
Äusserer Vorhof "Atrium" oder "Paradius", 
Das Äussere der Basilika wird gegliedert durch senkrechte, flach 
vortretende Mauerstreifen, Lisenen, die durch Rundbogen verbunden sind. 
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