Full text: Andeutungen über Sonntags-, Real- und Gewerbschulen, Cameralstudium, Bibliotheken, Vereine und andere Förderungsmittel des Gewerbfleißes und allgemeiner Volksbildung. (2. Theil)

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allgemeine rationelle Bildung beabsichtigen soll, sondern sich nur auf 
die zweckmaͤßigste Betriebsart nach der jedesmaligen Landesgegend 
beschraͤnken darf, so sind Anstalten dieser Art fuͤr jeden Kreis 
oder sonstigen Bezirk mit abweichender Boden- und Betriebsart 
erforderlich. Kehrt ein solcher Ackerbauschuͤler mit vernuͤnftigen 
Ansichten uͤber sein anscheinend einfaches, aber hoher Vervollkomm⸗ 
nung faͤhiges Gewerbe, und von der leichten Moͤglichkeit, dasselbe 
durch vorsichtige Benutzung zu erhoͤhen, in seine Gemeinde zuruͤck, 
und gelingt es ihm, nur in einigen Jahren die erlangten Kennt⸗ 
nisse und Erfahrungen auch fuͤr Andere bemerkbar, mit Vortheil 
anzuwenden, die Felder zu verbessern, Baͤume zu veredeln, ge⸗ 
eignete Orte zum Wein⸗, Hopfen-, Fabrik- und Handelspflan⸗ 
zenbau zu benutzen, seine Viehzucht zu erweitern ꝛc., so werden 
die aufgeklaͤrtesten Nachbarn nicht nur ihre Soͤhne ebenfalls in 
eine solche Anstalt zu senden, sondern auch das offenbar Bessere, 
selbst in ihrer Wirthschaft anzuwenden suchen, und spaͤter werden 
sich nach und nach auch die uͤbrigen starr am Alten Haͤngenden, 
von den von ihren Vaͤtern und Großvaͤtern erlernten und eisrig 
beibehaltenen Gebraͤuchen und Einrichtungen trennen; der Land—⸗ 
bau wird sich dadurch aber einer weit mehr verbreiteten, vernunft⸗ 
gemaͤßeren Betriebsart erfreuen koͤnnen, als auf andere Weise, 
durch Buͤcher und errichtete hoͤhere Akademieen, durch Preise 
und sonstige Aufmunterungen nie erlangt werden moͤchte. Der 
Landmann will erst gelungene Proben verbesserter Betriebsart bei 
seines Gleichen sehen, ehe er sich zur Nacheiferung erhebt, und bei 
den oͤftern Anpreisungen von manchen sich nicht, wenigstens nicht 
allgemein bewaͤhrenden, und nur mit vorsichtiger Beruͤcksichtigung der 
Oerlichkeit zu befolgenden neuen Entdeckungen und Erfindungen in 
Zeitungen und andern Schriften ist ihm auch ein Mißtrauen ge⸗ 
gen Theorie und Theoretiker wohl zu verzeihen. Auch ist er sel— 
ten so bemittelt, um selbst erst Versuche anstellen zu koͤnnen, 
besitzt auch wohl oft noch nicht Einsicht und Erfahrung genug, 
um die in Schriften mitgetheilten Vorschlaͤge richtig zu verstehen 
und anzuwenden. Daher erscheint jenes Mittel, zahlreiche junge 
Landleute in Anstalten praktisch auszubilden, wo sie sich vom 
Erfolge der neuesten Fortschritte in der Landwirthschaft selbst 
uͤberzeugen koͤnnen, als das geeignetste, um auf die landbauende 
Classe im Allgemeinen nach und nach einflußreich zu wirken, und 
auf dieselben zweckmaͤßige Neuerungen uͤberzutragen. 
Die in solchen Schulen erlangte hoͤhere Bildung uͤberhaupt 
wird auch zugleich zur Erhoͤhung allgemeiner Volkscul— 
tur vortheilhaft seyn, denn die Zoͤglinge derselben koͤnnen beim 
sraͤtern Wiedereintritt in die Gemeinde auf die Bildung Anderer 
einflußreich einwirken, fuͤr Errichtung von Sonntagsschulen, Lese⸗ 
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