Futurum Gaal 453
der. Kopfklee und der Weideklee (\. Klee), ſowie auh Esparſette und Luzerne. Außerdem rec»
aet man auh noc dazu Erbſen, Wi>en, Hafer, Roggen, Spörk (Spergel), Buchweizen,
Mais, Naps, Rübſen, Kohl, Nüben, Runkelrüben, Erdbirnen (Helianthus tuberosus) und
Kartoffeln. Seit der Einführung des Futterpflanzenbaus in Deutſchland hat ſich die deutſche
Landwirthſchaft mächtiger als durch irgend ein anderes Mittel emporgeſchwungen, indem dur
den Anbau von Futterkräutern die reine Brache entbehrlich gemacht, die Stallfütterung her-
beigeführt und der Gewinn von Dünger vergrößert worden iſt.
Futürum (lat.) heißt in der Grammatik diejenige von den drei Hauptformen des Zeitworts,
durch welche die Zukunft ausgedrückt wird. Doc) nur wenige ſehr reich ausgebildete Sprachen
haben beſondere Formen zur Bezeichnung des Begriffs der Zukunft, wie 3.2. die lat. und
griech. Sprache, welche noch dazu beſonders unterſcheiden zwiſchen einer überhaupt in die Zukunft
fallenden Handlung (Futurum simplex), z. B. ih werde reiſen, und zwiſchen einer Handlung,
welche eine Handlung als vollendet vor einer andern gleichfalls zukünftigen Handlung darſtellt
(Futurum exactum), z. B. wenn ic dies werde gethan haben (werde ich verreiſen). Andere
Sprachen, wie z. B. ſämmtliche germaniſche Sprachen, bezeichnen die Zukunft entweder durch
Umſchreibung, wie wir z. B. mit dem Hülfszeitwort werden, oder verwenden dazu das Präſens,
indem durch die Stellung im Sage oder durch Hinzugefügte Adverbia u. f w. der Begriff der
Zukunft ſich von ſelbſt ergibt, z. B. morgen werde ich verreiſen, oder morgen verreiſe ih.
Fyt (Joh.), ein holländ. Maler, geb. zu Antwerpen um 1625, malte Vieles mit Rubens,
Jak. Jordaens und Th. Willebort gemeinſchaftlich, und ſein Pinſel war fo fruchtbar, daß faft
jede bedeutende Gemäldefammlung etwas von ihm aufzumeifen hat. Vorzugsweife malte er
Jagden, wilde und zahme vierfüßige Thiere, Vögel, Früchte, Blumen und Basreliefs. Seine
Zeichnung iſt höchſt naturgetreu und doh gewählt, ſein Colorit glühend und kräftig, und die
Farben ſind beſonders im Lichte ſtark impaſtirt, ſodaß er in allen dieſen Beziehungen mit de
Voes und Snyders wetteifert. Auch in dev Askunft war er ausgezeichnet, namentlich gab er
1642 zwei Folgen Zhierftüce heraus. Sein Sterbejahr ift unbekannt. Unter feinen Schülern
war Dav. Koning der berühmteſte.
G.,
G der ſiebente Buchſtabe unſers Alphabets, iſt ein weicher Kehllaut (gutturalis). Das 6, im
phöniz. Alphabet der dritte Buchſtabe, genannt gimel (d. h. Kameel), wahrfcheinlich nach der
ältern hieroglyphifchen Geſtalt deſſelben, woraus im Griechifchen der Name Gamma wurde,
entſtand im Lateiniſchen aus dem ca, als dieſer Buchſtabe in der Ausſprache ſich ſhon zu K vers
härtet hatte, indem man dem C ein Häkchen hinzufügte, G, um den weichern G-Laut zu bezeich-
nen. Uber G als Grundton in der Muſik \. Ton und Tonarten.
Gâa, lat. Tellus, d. h. die Erde, eine kosmologiſche Gottheit der Alten, entſtand nach den
älteſten grieh. Sagen aus dem Chaos. Sie gebar ohne befruchtende Liebe aus fich felbft den
Uranus (Himmel), die Gebirge und den Pontus (Meer); hierauf, von Uranus befruchtet, den
Dceanus, Köos, Kreios, Japetos, Hyperion, die Theia, Rheia, Mnemoſyne, Themis, Phöbe,
Tethys, den Kronos, die Cyklopen und Hekatoncheiren oder Centimanen, Titanen (\. d.) genannt.
Da Uranus aus Mistrauen jedes dieſer Kinder gleich nach der Geburt einkerkerte, gab fie ihrem
Sohne Kronos jene bekannte Hippe, womit dieſer ſeinen Vater entmannte. Sie ſelbſt, durch die
auf ſie dabei niederfallenden Blutstropfen befruchtet, gebar die Erinnyen, Giganten und meli-
ſchen Nymphen, ſpäter von ihrem Sohne Pontus den Nereus, Thaumas, Phorkys, die Keto
und Eurybia. Mit Kronos, der ſeine Kinder verſchlang, ebenfalls unzufrieden, erzog ſie heim-
ic) den Zeus, den Sohn ihrer Tochter Rheia (ſ. d.), dem ſie, als er erwa<ſen, zum Throne des
Kronos verhalf. Später kommt G. nicht mehr ſehr vor, hat jedoch noch einige Dxte, wo fie ver»
ehrt wurde, wie auf der Afropolis in Athen. Delphi foll fie der Sage nach in früheſter Zeit al-
lein oder mit Poſeidon gemeinſchaftlich beſeſſen, dann aber an Themis, von der es Apollo em-
ping, abgetreten haben. — Jn neuerer Zeit iſt Gäa häufig der Titel von Werken, welche die
Aufzählung und Beſchreibung der Verſteinerungen, Foſſilien u. \. w. eines Landes enthalten.
Gaal (Joſeph), ungar. Schriftſteller, geb. 1811 zu Großkáróly im ſzathmárer Comitat, wo
ſein Vater Wirthſchaftsbeamter des Grafen Käróly war, wurde nach beendigten Nechtöftudien,