Full text: Seelenheilkunde bis Theïn (14. Band)

  
  
  
  
  
706 Tanenzien 
die Stelle eines Factors bekleidet, gründete er. eine Buchdruckerei, welche, anfangs ſehr klein, ſeit 
1798 mit einer Berlagsbuchhandlung, 1800 mit einer Schriftgießerei verbunden ward und 
mit der Zeit in-die-Reihe der größten derartigen Geſchäfte Deutſchlands eintrat. Ju J. 1809 
erſchienen die erſten Bände (Theokrit, Bion und Moſchus, von G. H. Schäfer) ſeiner Samm- 
lung der claſſiſchen Autoren, welche dur<h Eleganz und Wohlfeilheit ſih auszeichneten und eine 
faſt europ. Verbreitung erfuhren. Auch Prachtausgaben erſchienen von zweien derſelben 
(Tryphiodor, 1809, und Theokrit, 1811), und ſeine Preisausgabe des Homer (1828), mit 
Vorrede von G. Hermann, erlangte. die größte Correctheit dadurch, daß er auf die Nachwei- 
fung eines jeden Drudfehlers den Preis von einem Dufaten feste. Bereits 1816 errichtete er 
zuerſt in Deutfchland eine Stereotypengießerei nach Stanhope’s Methode und ftereotypirte feine 
Claſſiker, ſowie ſeit 1819 mehre Bibelausgaben für eigenen Verlag und auswärtige Bibelge- 
fellfchaften. Auch Mufifwerke, z.B. Mozart’d „Don Juan’, ließ er ftereotypiren, was vorher 
noch nie verſucht worden war. Seine Schriftproben (von 1806 und von 1816) zeugen von 
dem beften Gefchmad in allen Schriftarten. Sn den legten Jahren feines thatigen Lebens fte- 
reotypirte er die hebr. Bibel in zwei Ausgaben, den Koran in der Urfprache (1854) u. |. w. Er 
ſtarb 14. Jan. 1856. Sein Geſchäft ward von feinem Sohne Karl Ehriftian Phil, I. fort- 
geſebt, der unter Anderm 1840 zum vierten Jubiläum der Buchdruderkunft die umgearbeitete 
Ausgabe der hebr. Concordanz von Buxtorf vollendete. Ein Neffe von Karl Chriſtoph Traug. 
T., Chriſtian Bernh. T., begründete 1. Febr. 1837 zu Leipzig ebenfalls ein Verlagsgeſchäft, 
mit dem er ein: Buchdru>erei und Stereotypiranſtalt vereinigte. Unter ſeinen Unternehmun- 
gen ift beſonders die „Collection of British authors“ hervorzuheben, von welcher feit 1842 bis 
Ende 1854 ungefähr dreihundert Bände erſchienen waren. 
Zanenzien oder TZanensien von Wittenberg (Friedr. Boguslaus Emanuel, Graf von), 
preuß. General der Jufanterie, ein Sohn des im Siebenjährigen Kriege berühmt gewordenen 
Vertheidigers von Breslau, Boguslaus Friedr. von T.'s (geb. 18. April 1710, geſt. 
20. März 1791), war 15. Sept. 1760 zu. Potsdam geboren und ſtand feit 1775- in 
preuß. Kriegsdienften. Auch wurde er frühzeitig zu diplomatischen Sendungen verwendet. Im 
J. 1806 befehligte er als Generalmajor das in Baireuth aufgeſtellte Beobachtungscorps. Er 
leiſtete troß des unglü>lichen Gefechts vom 9. Dct., des erſten in jenem Kriege, lange Zeit der 
feindlihen Übermacht tapfern Widerſtand und wußte dann ſeinen Nückzug auf die Hauptarmee 
glücklich zu bewerfftelligen. Bei Jena befehligte er die Apantgarde des Hohenlohe’fchen Corps 
unter Lüberode. In Folge des unglücklichen Ausgangs der Schlacht mit in die allgemeine 
Flucht hineingeriffen, theilte er bei Prenzlau das Gefchik Hohenlohe’s. Nach dem Tilſiter Frie- 
den als Chef der brandenburg. Brigade angeſtellt, arbeitete er thätig für die Nevrganifation der 
Armee. Als Preußen fich 1815 gegen Frankreich erklärte, ward. er zum Militärgouverneur 
von Pommern ernannt und leitete die Belagerung von Stettin. Nach. dem Waffenſtillſtand er- 
hielt er das meiſt aus Landwehr beſtehende vierte Armeecorps , welches der Nordarmee unter 
dem Oberbefehl des Kronpringen von Schweden ald Neſerve zugewieſen war. Jn dieſem Ver- 
hältniffe trug er namentlich zur Entſcheidung der Schlacht bei Dennewig durch einen gefchickt 
geleiteten Savalerieangriff und feine tapfere Gegenwehr gegen das vierte franz. Armeecorps, 
ſowie zum Gewinn der Schlacht bei Großbeeren dadurch viel bei, daß er Blankenfelde de>te 
und. den General Bertrand zurücfchlug. Als ſih nah der Schlacht bei Dennewis die Nord- 
armee der Elbe näherte, de>te T. ihren linken Flügel und folgte ihr dann 5. Oct. bei Noßlau 
über dieſen Fluß. Da aber die fchlef. und die Nordarmee vereinigt 11. Oct. über die Saale gin- 
gen, um Napoleon auszumeichen, wurde fein Corps, um den Übergang über die Elbe und zu- 
gleih Brandenburg, beſonders aber die Hauptſtadt zu de>en, bei Deſſau zurückgelaſſen. Zwei 
franz. Armeecorps zwangen ihn, mit dem Blo>kadecorps von Wittenberg nah Baumgarten- 
brüc bei Potsdam ſich zurü>zuziehen, wo er während der Schlacht bei Leipzig ſtehen blieb. Als 
nach dem Siege bei Leipzig die verbündeten Heere nah dem Rhein gingen, wurde ihm die Be- 
lagerung von Torgau und Wittenberg, ſowie die Blokade von Magdeburg übertragen. Torgau 
ergab fich 16. Dec. 1813 und die Befagung wurde zu Kriegsgefangenen gemacht; Wittenberg 
ward in ver Nacht zum 15. San. 1814 durch den General von Dobſchüß mit Sturm genom- 
men; endlich fiel nach einer engern Einfchliefung 24. Mai auch Magdeburg. Im I. 1815 er- 
hielt T. das Commando des ſehsten Armeecorps, welches anfangs als Reſerve an der Elbe 
ſtand, nach der Schlacht bei Waterloo aber nah Frankreich zog und als Occupationscorps in 
die Bretagne verlegt wurde. Schon 1791 in den Grafenſtand erhoben, wurde 1814 ſeinem 
Familiennamen das Ehrèenprädicat „von Wittenberg“ hinzugefügt. Nach Beendigung des 
zweiten Feldzugs 
lichau beſchenft u 
Gouverneur von ! 
geb. 10. Jul. 178 
Tauern iſt d 
pen oder der nord 
fesung der Gentrc 
und Schneefelder 
der Südſeite des 
feit und Hohe ab: 
einſchnitte zu 6— 
Orte Kriml, ſtel 
11349 F:, der 4 
Tirol und Karnt 
Niesbachhorn od 
Anfogel (bei Gaf 
die Steierfehen A 
ſchiedene Ketteng 
noch Hochgebirge 
Schneefelder meh, 
einfchnitte oder © 
Nottenmanner T( 
hoch. Kunſtſtraße 
St.-Michael und- 
nach Judenburg. 
(Gneis, Glimmer 
und Serpentin, h 
tiefe Längenthäle 
feichter zerftorbar: 
und ſüdlichen Kal 
Taufe, Die r 
geſchriebenen Aby 
gab das Moſaiſch 
wurde jeder zum 
Von dieſer jüd. 
daß er auch gebo 
vollfommenen B! 
Neinigung der S 
ſih von Johanne: 
hannes: geweſen m 
Lehre durchdie -T 
und Leben eingew 
ohne den feine Aı 
tauchten! die Tauf 
Sohnes und des 
bei kranfen Tauf 
oder kliniſche Tai 
genlande, das vol 
das bloße Beipreı 
Proteſtanten herr 
die Rehre'von der: 
Chriſtenthum übe 
Neligion-unterric 
vergebung zu? ver] 
ſchieben. So-ließ 
heil, Auguſtinus
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.