Full text: Prämissen bis Salier (Band 12)

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Ruſſell (William Howard) Rußland (geographiſch - ſtatiſtiſch) 761 
Uebrigens beſchränkte ſeine Thätigkeit ſich keineswegs auf das Schiffbauweſen; auh an andern 
Unternehmungen nahm er mit Eifer und meiſt glü>lichem Erfolg theil. So kam die Weltinduſtrie= 
ausſtellung von 1851 unter ſeiner Mitwirkung zu Stande, indem er als Secretäx der zur Aus= 
führung derſelben ernannten Commiſſion fungirte. Seine Zdeen über Schiffbaukunſt hat er im 
«Modern system of naval architecture for commerce and war» (Rond. 1864) niedergelegt. 
Ruſſell (William Howard), engl. Schriftſteller, ward 1821 bei Dublin aus. einer engl. 
Familie geboren. Zum Rechtsgelehrten beſtimmt, begann er 1839 feine juriſtiſhen Studien 
im Trinity -College daſelbſt, ſah fich aber bald durch häusliche Unglücksfälle gezwungen, für 
ſeinen eigenen Unterhalt zu ſorgen. Einige Briefe, die er 1841 auf Veranlaſſung cines Ver= 
wandten, der als Specialreporter der «Times» nach Irland gekommen war, über die Wahl= 
kämpfe in Longford ſchrieb, gewannen den Beifall der Redaction, und nah manchen Wechſel= 
fällen gelang e8 ihm endlich (1847), fich eine permanente Anſtellung bei dem großen Iondoner 
Dlatte zu fichern. Beim Ausbruch des Orientkriegs erhielt R., der fi) bereit8 durd) feine 
pittoresken Beſchreibungen von Feſtlichkeiten, Volksverſammlungen, königl. Reiſen u. \. w. Nuf 
erworben, im Febr. 1854 die Anweiſung, der engl. Armee nah dem Bosporus zu folgen und 
über die! Bewegungen und Operationen derſelben Bericht zu erſtatten. Seine Mittheilungen 
über die Ereigniſſe in der Krim und namentlich über die langwierige Belagerung von Se= 
waftopol erregten allgemeines Auffehen und waren auch in polit. Beziehung von hoher Wichtig- 
keit, indein ſie das Publikum zuerſt über die Misbräuche in der engl. Heeresverwaltung auf= 
färten. Von officieller Seite wurden zwar R.'s Schilderungen Lügen geſtraft, als aber die 
Wahrheit derſelben ſih nit länger in Abrede ſtellen ließ, erhob fic) ein Sturm des Unwillens, 
vor welchem das Miniſterium Aberdeen zuſammenbrah. Nach der Eroberung von Sewaſtopol 
fehrte er nach England zuriick, wo er neben andern Zeichen der Anerkennung von der Univerſität 
Dublin das Diplom eines Doctors der Rechte empfing. Seine Krim-Correfponden; gab er 
gefammelt unter dem Titel «History of the war» (Lond. 1856) heraus. Im Auftrage der 
«Times» ging er num nad) Moskau, um der Krönung Alexander's II. beizuwohnen, machte 
hierauf einen Ausflug nah Südrußland und Konſtantinopel und hielt dann in England öffent= 
liche Vorträge über den ruff. Krieg, die das Material zu ſeiner «British expedition to the 
Crimea» (Lond. 1857), einer neuen, vermehrten Ausgabe ſeines frühern Werks, lieferten. In der 
Folge kam er in ſeinen Bemerkungen zu Todleben's Geſchichte der Vertheidigung von Sewaſtopol 
(«Todleben'’s defence of Sebastopol», Lond. 1865) noh einmal auf dieſen Gegenſtand zurü>. 
Unterdeſſen führte ihn der Aufſtand der Seapoys 1858 nach Indien, wo er im Hauptquartier 
Lord Clyde's den ganzen Feldzug mitmachte. Eine ſhwere Krankheit verhinderte ihn, die engl. 
Expedition nah China zu begleiten; er kehrte nach England zurü>, wo er unter dem Titel 
«My diary in India» (2 Bde., Lond. 1860) eine intereſſante Schilderung des Aufftandes er- 
ſcheinen ließ. Im Frühjahr 1861 ſchiffte er ſih nah Amerika ein, um die dortigen Zuſtände 
in der Nähe zu betrachten, und war Zeuge von der Niederlage der Bundesarmee bei Bull-Nun, 
die er in der ihm eigenen pikanten Weiſe beſchrieb. Sein Bericht rief jedoch im Norden eine 
ſolche Entrüſtung hervor, daß er Amerika ſchleunigſt verlaſſen mußte, worauf er in «My diary, 
North and South» (2 Bde., Lond. 1862) eine ziemlich ungünſtige Darſtellung der dortigen 
Verhältniſſe gab. Im Aug. 1865 war er an Bord des Great-Eaſtern beim misglüdten Vers 
juc zur Legung des Atlantiſchen Kabels gegenwärtig, und im Hauptquartier Benede’8 wohnte 
ev 1866 dem Feldzuge in Böhmen und Mähren bei. Aufer den ſhon erwähnten Schriften 
hat man von R. zahlreiche Beiträge zur «Army and Navy Gazette» und andern Journalen 
ſowie ein Werk über «Canada, its defence, condition and resources» (Lond. 1867). 
Ruſſinen, |. Ruthenen. 
Nufland (geographifch-ftatiftifch), das größte Reich der Erde, hat, nachdem das ſog. Nuſ= 
ſiſhe Nordamerika (f. d.) 1867 an die Vereinigten Staaten übergegangen, in feiner Ausdehnung 
vom 38° 20’ nördl. Br, (Aftara am der perf. Grenze am Kaspifchen Meer) bis zum 78° 26’ 
nördl. Br. (Nordſpitze Aſiens) und von 35° 10° weftl. 2. (preuß. Grenze beim Austritt der 
Barte) bis zum 208° (Oftjpige Aſiens) nach neueſter (freilich größtentheils nur auf Land» 
fartenmeſſungen beruhender) Berechnung ein Areal von 369830,40 Q.-M. Hierin find die 
Landſeen ſowie als Binnengewäſſer das Afowſche Meer (637,64 Q.-M.) mit eingerechnet, nicht 
aber das Kaspiſche Meer (8413,25 Q.- M.) und der Aralſee (1267,38 Q.-M.), noh auch die 
hauptſächlih aus den neuerdings eroberten Gebieten von Khokand (f. d.) 1865 gebildete Proz 
vinz Turkeſtan (\. d.), deren Areal man zu 15437,70 geogr. Q.-M. angibt. Von jener Summe 
entfallen auf das eigentliche R., d. i. Oſteuropa vom Polarmeer ſüdwärts bis zum Schwarzen 
  
  
  
  
 
	        
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