aa ee
4 Handwörterbuch der Chemie.
sodass sie zugleich als negative Elektrode dienen kónnen. Eine Anzahl derselben ist in dem
Ofen O angeordnet. Die positive Kohle-Elektrode ist mit einem Isolirmantel G, welcher unten
2 an den Seiten bei g durchléchert ist, umgeben. Das innerhalb des-
===—=3 _lben frei werdende Chlorgas kann durch Rohr 7 abgeführt werden.
Der üussere Raum zwischen G und 4 wird von einem reducirenden
Gase angelüllt, welches durch das Rohr o und o! zugeführt, durch
7 Rohro?und gabgeleitet wird. Um die elektrischeSpannung zu verringern
und das sich an Magnesiumchlorid erschópfende Schmelzbad wieder an-
7 zureichern, werden im Innern des Isolirmantels G Stangen eingesetzt,
7
NWN
die aus Kohle und Magnesia hergestellt sind. Das ausgeschiedene
DE 5
A Magnesium schmilzt und steigt an die Oberfläche der Schmelze.
2
7 GERHARD in Wolverhampton will nach dem Engl. Pat. 16691
vom Jahre 1884 eine Magnesiumsalzlósung elektrolytisch zersetzen.
Er schreibt eine Lósung von 228 Thln. Maguesiumsulfat und 132 Thln.
Ammoniumsulfat in 39000 Thln. Wasser vor, welche auf 69— 100?
zu erwürmen ist.
PUETTNER will (D.-Pat. 31319) ein inniges Gemisch von Magnesit, Kohle und Eisenoxyd
einer starken Weissgluth aussetzen, wobei das Magnesium reducirt und verflüchtigt werden soll.
LAUTERBORN (D.-Pat. 39915) will Ferrocyanmagnesium durch Glühen mit Natriumcarbonat in
Cyanmagnesiumcyannatrium umwandeln und durch Glühen desselben mit Zink im bedeckten Tiegel
Magnesium darstellen. Diese Vorschläge haben keinen praktischen Erfolg aufzuweisen.
Eigenschaften. Das Magnesium ist ein silberweisses, hämmerbares und
geschmeidiges Metall; es lässt sich feilen und poliren. Sein Vol.-Gew. 1:75. Es
schmilzt bei Rothgluth, nach V. MEvER (12) zwischen 700 und 800° und ver-
flüchtigt sich, ähnlich dem Zink, aber in geringerem Maasse bei derselben Tempe-
ratur wie dieses. Seine Härte ist die des Kalkspaths. Seine Leitungsfähigkeit für
Elektricität ist 25:47 bei 17° (die des Silbers = 100 bei 0°), für Wärme 343
(Silber = 100) (LorENz [13]). Die specifische Wärme ist 02499 (REGNAULT).
Das Magnesium ist an trockener Luft unveränderlich, an feuchter oxydirt
es sich langsam. Wird es über seinen Schmelzpunkt hinaus erhitzt, so verbrennt
es an der Luft mit grossem Glanze. Auch wenn es in einem Chlorstrom oder
in Schwefeldampf erhitzt wird, verbindet es sich mit diesen Elementen unter
Lichtentwickelung; selbst in überhitztem Wasserdampf verbrennt es. Es vereinigt
sich bei erhöhter Temperatur direct mit Stickstoff, Phosphor, Arsen. Bei Roth-
gluth zersetzt es Kohlenoxyd und Kohlensäure; auch beim Glühen in einem
Strome schwefliger Säure verbrennt es. Wasser wird langsam durch Magnesium
zersetzt. Verdünnte Säuren lösen das Metall unter lebhafter Wasserstoffgas-Ent-
wickelung. Concentrirte Schwefelsäure führt es unter Entwickelung von schwefliger
Säure in Magnesiumsulfat über. Bei Einwirkung von Salpetersäure entwickelt
sich Stickoxyd. Alkalilösungen üben keine Einwirkung aus. Wasserstoffsuper-
oxyd löst Magnesium, indem sich ein Hydrat des Metalles bildet. Das Magnesium
scheidet unter Wasserstoff-Entwickelung Kupfer, Eisen, Mangan, Kobalt und
Nickel aus deren Lósungen aus.
Die Eigenschaft, unter starker Lichtentwickelung zu verbrennen, ist die Ver-
anlassung zur fabrikmässigen Darstellung des Magnesiums. Für diese Anwendung
bringt man das Metall in Form von Band, das man durch Auswalzen von Draht
erhült, oder man benutzt es in Pulverform. Das Magnesium entzündet sich an
einer Kerzenflamme. Das Magnesiumband wird in besonders construirten
Lampen verbrannt, damit das Verbrennungsprodukt, die Magnesia, die weitere
Verbrennung nickt verhindert. Ein brennender Magnesiumdraht von 0:297 Millim.
ZU
cl
ar
ZW
SE
is
De
Ze
SC