Wertangabe von 1679 (1789) Mill. M. Für 4,6
Mill. aufgelieferte Poſtnachnahmeſendungen wurden
71,3 Mill. M. eingezahlt und für 3,1 Mill. einge-
gangene 46,6 Mill. M. erhoben. Poſtaufträge wur-
den aufgegeben (gingen ein) 707 223 (539 499) mit
einem Geſamtbetrage von 46,6 Mill. M., Poſtanwei-
ſungen 13,1 (15,9) Mill. über 774,5 (954,3) Mill. M.
Telegramme wurden aufgegeben 2631611 und gin-
gen ein2856168. Porto- und Telegraphengebühren
gingen 42,44 Mill. M. ein. Die Telegraphenlinien
hatten eine Länge von 6807 km und die Leitungen
von 43221 km. Stadtfernſprecheinrihtungen hatten
199 Orte mit 35 520 Sprechſtellen.
_Unterrichts- uud Bildung3weſen. Die Zahl der
öffentlihen Volksſchulen betrug 1. Dez. 1899:
2292, darunter 44 fatholiſche; dabei ſind die 19 Se-
minarübungsſchulen und die Schule für Kinder fäch].
Beamten zu Bodenbach eingerechnet. Hierzu kom-
men noch 1983 öffentliche Fortbildungs\chulen, dar-
unter 9 für Mädchen. 64 Volks\chulen hatten ſprach-
lich gemiſchte Schüler. Die Zahl der konzeſſionierten
Privat: und Stiftungs\chulen betrug, einschließlich
der 2 privaten, 64. Ferner beſtanden 3 ſtaatliche
höhere Mädchenſchulen, 1 privates Lyceum für Mäd-
chen (Leipzig), 6 höhere Privatſchulen für Knaben
und 2 für Mädchen, 18 Lehrerſeminare, darunter
1 katholiſches, und 2 Lehrerinnenſeminare, 3 Taub-
jſtummenanſtalten, die Landesblindenanſtalt zuDres-
den mit Außenabteilungen zu Königswartha und
Morisgburg, 1 Landesanitalt für <hwachſinnige Kna-
ben zu Großhennersdorf, 1 Landesanſtalt zu Noſſen
für ſhwachſinnige Mädchen, 1 Schule für epileptiſche
Kinder in der Landesanſtalt zu Hohweißſchen und
1 Landesanſtalt für fittlih gefährdete Kinder zu
Bräunsdorf bei Freiberg.
ÜberdiehöhernSchulen und dieUniverſität
\. Deutſchland und Deutſches Reich (Unterrichts-
weſen). Außerdem ſind zu nennen die Bergakademie
zu Freiberg, die Forſtakademie zu Tharandt, die Tech-
niſche und Tierärztliche ſowie die Hochſchule für Muſik
in Dresden (. d.), das Landwirtichaftliche Snjtitut
der Univerſität Leipzig, die Techniſchen Staatslehr-
anſtalten zu Chemnitz (\. d.), das Königl. Steno-
graphiſche Jnſtitut in Dresden, das Konſervatorium
für Mufif, die Buchhändlerlehranitalt in Leipzig, die
Akademien der bildenden Künſte zus Dresden, für
graphiſche Künſte und Buchgewerbe zu Leipzig, die
Kunſtgewerbeſchule mit Kunſtgewerbemuſeum zu
Dresden, verbunden mit Zeichenlehrerkurſus; ferner
6 Baugewerkenſchulen,, 1 Tiefbau-, 2 Bergſchulen,
3 Fachſchulen für Spielwareninduſtrie, 1 Königl.
Jnduſtrieſchule in Plauen, Techniken in Mittweida
und Limbach, Jngenieurſchule in Zwicau, 3 ſtädti-
Ihe Gewerbeichulen zu Dresven, Leipzig, mit der
Deutſchen Fachſchule für Drechsler und Bildſchnizer,
und Bautzen, 27 Web-, Wirk- und Poſamentier-
\culen, 80 andere gewerbliche Fachſchulen, 7Schiſſer-,
36 gewerbliche Fortbildungs-, 12 Zeichenſchulen,
14 gewerbliche Lehranſtalten für Frauen und Mäd-
chen, 11 landwirtſhaftlihe und Gartenbau -, 44
Handels-, 28 Klöppel-, 3 Strohflechtſchulen, Deutſche
Müllerihule (Dippoldiswalde), Deutihe Schlojier:
ſchule (Roßwein), Deutſche Gerberſchule und Ver-
juch8anſtalt fürLederinduſtrie (Freiberg), Uhrmacher-
ihule (Glashütte), mehrere Beamtenjchulen, Ge:
werbezeichenjchule, zugleih Facichule für Spiken:
mujterzeichner und Stecher zu Schneeberg. Hier
reihen jich an die Turnlehrerbildungsanitalt und die
Gehe-Stiftung (1. d.) zu Dresvden, das Kadettenkorpg
140 Sadjen, Königreich (Unterrichts und Bildungswefen. Kirchenwejen ı. |. w.)
zu Drespen, die Untevoffizierfchule zu Marienberg
und die Soldatenfnaben:Erziehungsanitalt zu Klein:
jtruppen.
Bibliotheken und Sammlungen. Die be
deutendjte Bibliothek iſt die königl. Bibliothek zu
Dresden (ſ. d.); ferner die Univerſitäts: und die
Stadtbibliothek zu Leipzig, die Bibliotheken der Tech-
niſchen Hochſchule, des königl. Statiſtiſhen Bureaus
und die Staats- und volkswirtſchaftliche Bibliothek
der Gehe-Stiftung, die Stadtbibliothek zu Zwidau
u.a. Hervorragend ſind die Sammlungen zu Dres:
den, ferner das ſtädtiſche und Kunſtgewerbe: ſowie
das Buchgewerbemuſeum zu Leipzig u. a.
Kircheuweſen. Nach der Verfaſſung vom 4. Sept.
1831 übt der König die Staatsgewalt (jus circa
sacra), die Auffiht und das Schußgrecht über die
Kirchen aus; die Dberaufjicht über die geiſtlichen
Behörden aller Konfeſſionen hat das Kultusmini-
ſterium. Die Anordnungen in den innern kirchlichen
Angelegenheiten ſind den einzelnen Konfeſſionen
überlaſſen. Die landesherrliche Kirchengewalt über
die evang. Kirche üben, ſolange der König einer
andern Konfeſſion angehört, die in Evangelicis
beauftragten Staatsminiſter. Sie berufen ſpätc-
ſtens aller fünf Jahre eine Synode ein. Zur Füh-
rung des Kirchenregiments beſteht nah dem Geſet
vom 15. April 1873 ein Landeskonſiſtorium in
Dresden; die Ronfiltorialgejchäfte der luth. Kirche
in der Oberlaufiß liegen ver Streishauptmannjchaft
Baußen ob; für die reform. Kirche beſtehen Kon-
filtorien zu Dresden und Leipzig. Die oberſte geiſt-
liche Behörde der röôm.-kath. Kirche iſt das apoſtoliſche
Vikariat mit dem Biſchof und apoſtoliſchen Vikar
an der Spitze; unter thm ſteht das kath. Konſiſto-
rium. Griech. Kirchen mit regelmäßigem Gottes-
dienſt beſtehen zu Leipzig und Dresden. Der israel.
Kultus iſt nah dem Geſeß vom 20. Dez. 1834 dem
Kultusminiſterium mit unterſtellt.
Geſundheitsweſen uud öffentliche Anſtalten. Am
1. Jan. 1902 waren 1954 approbierte Ärzte, 131
Militärärzte, 137 Wund- und Zahnärzte ſowie 1870
Hebammen und 304 konzeſſionierte Apotheken vor-
handen. Jn 138 von 147 öffentlichen Krankenhäuſern
mit 8711 Betten wurden 1901: 57502 (34228
männl., 23274 weibl.) Kranke verpflegt; 4 Kranken-
häuſer haben 500 und mehr (zuſammen 3786)
Betten. Außerdem hatten von 138 Privatkranken-
häuſern 65: 2615 Betten, in denen 17635 (8626
männl., 9009 weibl.) Kranke verpflegt wurden. 1895
widmeten ſih 8626 Perſonen im Haupt: und 1180
im Nebenberuf der Geſundheits- und Krankenpflege.
An Landesanſtalten beſtehen ferner a. Heil: und
Pfleganitalten: zu Hubertusburg (f. d.) nebjt der
Meierei Nedwis und Außenabteilung Liptiß, zu
Sonnenſtein mit Meierei Cunnersdorf und Außen-
abteilung Jeſſen, zu Untergölbßſch, zu Zſchadraß,
zu Großſchweidniy, Pfleganſtalt zu Colditz, Heil:
und Pfleganſtalt für Epileptiſche zu Hochweißſchen
und das Kreiskrankenſtift zu Zwidau; b. Straf:
und Beſſerungsanſtalten: Anſtalten zu Waldheim,
Strafanſtalten für männliche Geſängnisſträflinge
zu Zwickau und Hohene>, Anſtalten zu Sachſenburg
mit dem Kammergute daſelbſt, Strafanſtalten für
weibliche Gefängnisſträflinge zu Voigtsberg und zu
Grünhain, Korrektionsanſtalt für Männer zu Hohn:
ſtein mit Hilfsanjtalt zu Itadeberg.
Bereinswejen. Die ärztlihen Bezirfsver:
eine, deren Mitglieder alle approbierten Civilärzte
(auf ihren Antrag auch approbierte Zahnärzte) ſind,
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