Full text: Rio bis Schönebeck (17. Band)

1875; 
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1891); 
Leipz. 
läutert 
Schiller — Schillerpreis. 801 
(7. Aufl., Stuttg. 1895, 2 Bde.). Die Hauptdramen 
ſind auch in Einzelbänden in Düngters »Erläuterun- 
gen zu den deutſchen Klaſſikern«. erörtert. — Biblio- 
graphiſche Beiträge lieferten Wurzba< (»Schiller- 
buh«, Wien 1859), Unflad (2. Aufl., Leipz. 1878) 
u. a. ; ein reichhaltiges Verzeichnis der Schillerliteratur 
bis in die neueſte Zeit bietet M. Koch in Band 5 der 
2. Auflage von Goedekes »Grundriß«. 
i Schillers Familie. 
Schillers Gattin Charlotte, geb. 22. Nov. 1766, 
überlebte den Dichter um volle 21 Jahre. Nach einem 
dur Augenkrankheit getrübten Alter ſtarb ſie 9. Juli 
1826 in Bonn. Jhre Briefe an einen »vertrauten 
Freund« (v. Knebel) gab Düngter (Leipz. 1856) heraus. 
Vgl. K. Fulda, Leben Charlottens v. S. (Berl. 1878); 
Urlichs, Charlotte v. S. und ihre Freunde (Stuïit- 
gart 1860—65, 8 Bde.); Moſapp, Charlotte v. S. (3. 
Aufl, daſ. 1905); Wychgram, Charlotte S. (2. Auſl., 
Bielef. 1907). Schillers älteſte Schweſter, Eliſa- 
beth Chriſtophine Friederike, geb. 4. Sept. 1757, 
ſeit 1786 an den meiningiſchen Bibliothekar Reinwald 
verheiratet, ſtarb 31. Aug. 1847 in Meiningen (vgl. 
Frau IJ. W. Braun, Chriſtophine, Schillers Lieb- 
fingsichweiter, Berl. 1902). Eine jüngere Schweiter, 
Dorothea Luiſe, geb. 1766, wurde die Gattin des 
Stadtpfarrers Frankh zu Möckmühl; ſtarb 1836. Die 
reichbegabte jüngſte Schweſter, Nanette, geb. 1777, 
ſtarb unverheiratet 23. März 1796. Schillers Kinder : 
Karl Friedrich Ludwig, geb. 14. Sept. 1793 in 
Ludwigsburg, ward 18. Febr. 1845 mit ſeiner Familie 
in den Freiherrenſtand erhoben (ſein Wappen ſ. Tafel 
»Heraldik«, Fig. 11, mit Erläuterung) und ſtarb als 
württembergiſcher Oberförſter a. D. 21. Juni 1857; 
Ernft Sriedrih Wilhelm, geb. 11. Juli 1796, 
ſtarb 19. Mai 1841 in Vilich bei Bonn als preußi- 
ſcher Appellationsgerichtsrat (vgl. K. Schmidt, Schil- 
lers Sohn Ernſt, Paderb. 1893); Karoline Frie- 
derike Luiſe, geb. 13. Okt. 1799 in Jena, verhei- 
ratete fich 1838 mit dem {<warzburgiſhen Bergrat 
Junot in Rudolſtadt und ſtarb 19. Dez. 1850 in 
Würzburg (vgl. »Briefe von Karoline v. S.«, hrsg. 
von B. v. Maltzan, Berl. 1901); die’ jüngſte Tochter, 
Emilie Friederike Henriette, geb. 25. Juli 
1804, ſeit 1828 Gattin des Freiherrn von Gleichen- 
NRußwurm, ſtarb 25. Nov. 1872. Jhr Sohn Lud- 
wig von Gleihen-Rußwurm (18386—1901) 
machte ſih als Maler, und deſſen Sohn Karl Alex- 
ander (geb. 1865) als Schriftſteller bekannt (\. Glei- 
chen-Rußwurm 1 u. 2). Der lette männliche Nah- 
fomme des Dichters, der öſlerreichiſhe Major a. D. 
Sriedrih Ludwig Ernit von ©. (geb. 28. Dez. 
1826 auf dem Reichenberg im württembergiſchen 
Neckarkreis als Sohn von Schillers Erſtgebornem), 
ſtarb 8. Mai 1877. Dos früher im Schloß Greifen- 
berg aufbewahrte Schiller-Arhiv der Familie v. 
Gleichen-Rußwurm wurde im Juni 1889 mit dem 
Goethe-Archiv in Weimar vereinigt (Näheres \. Goethe, 
S. 167, 2.Spalte). Vgl. Min ox, Aus dem Schiller- 
Archiv. Ungedru>tes und Unbekanntes zu Schillers 
Leben und Schriften (Weim. 1890). 
Schiller, Hermann, Geſchichtsforſcher und Päda- 
gog, geb. 7. Nov. 1839 in Wertheim a. M., geil. 
11. Juni 1902 in Leipzig, ſtudierte in Heidelberg und 
Erlangen, war Gymnaſiallehrer in Wertheim und 
Karlsruhe, wurde 1872 Gymnaſialdirektor in Kon- 
ſtanz, 1876 in Gießen, zugleich Profeſſor an der Uni- 
verſität daſelbſt, 1888 Geheimer Oberſchulrat , aber 
1899 ſeines Amtes als Gymnaſialdirektor und Uni- 
verfitätsprofeffor in Gießen entjegt, weil er in der 
Meyers Konv. - Lexikon, 6. Aufl. , XVII. Bd. 
  
  
Frankfurter Zeitung die heſſiſhe Schulverwaltung 
heftig angegriffen hatte. Er ließ ſih darauf als Do- 
zent der Pädagogik an der Univerſität Leipzig nieder. 
Er ſchrieb: »Die lyriſhen Versmaße des Horaz< 
(Leipz. 1869, 3. Aufl. 1891; auch ins Jtalieniſche und 
Franzöſiſche überſeßzt); »Geſchichte des römiſchen Kai- 
ſerreihs unter der Regierung des Nero « (Berl. 1872); 
»Geſchichte der römiſchen Kaiſerzeit« (Gotha 1883 — 
1887, 2 Bde.); »Die römiſchen Staats- und Kriegs- 
altertümer« (in J. Müllers »Handbuch der klaſſiſchen 
Altertumswiſſenſchaft«, 4. Bd.; 2. Auſl. , Münch. 
1893); »Weltgeſchichte« (Berl. 1900— 01, 4 Bde.), 
dazu » Vergleichende Überſicht der Haupttatſahen der 
Weltgeſchichte« (daſ. 1901). Auf pädagogiſchem Ge- 
biet exwarb er fich dur< das pädagogiſche Seminar 
in Gießen große Verdienſte; er ſchrieb ferner außer 
Abhandlungen in Frid-Meierd »Lehrproben und 
Lehrgängen« und andern Zeitſchriften, auch mehre- 
ren Programmen (»Pädagogiſche Zeitfragen«, Konz 
ſtanz 1875, Gießen 1877): »Handbuch der praktiſchen 
Pädagogik« (Leipz. 1886, 4. Aufl. 1904«); »Lehr- 
buch der Geſchichte der Pädagogik« (daſ. 1887, 4. Aufl. 
1904); »Pädagogiſche Seminarien für das höhere 
Lehramt« (daſ. 1890). 
Schillerfalter (Apatura Fabr.), Gattung der 
Tagſchmetterlinge aus der Familie der Nymphaliden, 
von deren zwei Arten der Große S. (Jris, A. Tris 
L.), 6—7 em breit, aufden Oberflügeln jchwargbraun, 
beim Männchen mit blauem Schiller, auf beiden Flü- 
geln mit weißer Binde, im Jnnenwinkel der Hinter- 
flügel mit Augenfle>, in Mitteleuropa weit verbreitet 
iſt und beſonders im Laubgehölz fliegt. Die Raupe 
iſt grün mit gelben Streifen und roten Shwanzſpißen, 
an den Kopfhörnern bläulich, lebt auf der Salweide; 
die Puppe iſt gelbgrün. 
Schillerfels, ein Enſtatit- Anorthit- Geſtein, j. 
Gabbro und Olivinfels. 
Schillerpreis, Ehrenpreis für literariſche, ins- 
beſondere dramatiſche Werke, 1859 vom Prinz-Regen- 
ten von Preußen, ſpäterm Kaiſer Wilhelm I., ge- 
ſtiftet; er betrug urſprünglich 1000 Taler Gold (3400 
Mk.) und wurde von dem jeweiligen Inhaber der 
preußiſchen Krone auf Grund der Vorſchläge einer 
Kommiſſion alle drei Jahre verteilt, ſofern in dieſer 
Friſt des Preiſes würdige Leiſtungen hervorgetreten 
waren. Durch Patent Kaiſer Wilhelms Ik. vom 10. 
Nov. 1901 wurden jedoch dieſe Beſtimmungen dahin 
abgeändert, daß der Preis nur alle jeh8 Jahre, da- 
für aber in doppelter Höhe zu erteilen, und daß die 
dramatiſhe Produktion der legten zwölf Jahre zu 
berüſichtigen ſei. Obwohl Dramen ernſten Charat- 
ters, die ſich dem klaſſiſchen Stil Schillers annähern, 
in erſter Linie zu berückſichtigen ſind, ſo dürfen doh 
auc andre poetiſche Erzeugniſſe von hervorragender 
Bedeutung gekrönt werden. Zuerſt (1863) erhielt 
Hebbel für die »Nibelungen« den Preis, 1866 erhielt 
ihn A. Lindner für »Brutus und Collatinus«, 1869 
Seibel für die »Sophonisbe« (und Krufe die goldene 
Denkmüngze für die »Oräfin«); 1872 und 1875 wurde 
er nicht verteilt; 1878 waren daher drei Preiſe zu 
vergeben, die Franz Niffel, Anzengruber und Wil- 
brandt erhielten. Nachdem 1881 wiederum kein Werk 
preiswert befunden worden, fielen 1884 zwei Preife 
auf Wildenbruch und Heyſe; 1890 kamen gleichfalls 
zwei zur Verteilung, und zwar an Dichter, die ſich 
niht auf dramatiſhem Gebiet hervorgetan hatten, 
an Th. Fontane und K. Groth; 1896 verlieh der 
Kaiſer beide Preiſe (1893 war er wieder nicht verteilt 
worden) an Wildenbruch für deſſen »Heinrih und 
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