Full text: A (1. Band)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
47 Adelung — Adersbather Felſen 
à dessein — adjourniren | 48 
  
  
  
Dolenzpforte (Nr. 38) zeigt. Die Gewäſſer des Poikfluſſes, wel: 
cer die ſchenswürdigſten Theile der Höhle durchſtrömt, erhöhen die 
Reize dieſer unterweltlichhen Wunder. Weiterhin findet man dieſe 
Höhle oft genannt als Aufenthaltsort eines mit Kiemen verſehenen 
Schwanzlurches , des Olms oder Proteus (j. d. ſowie „Höhlen“). 
Adelung, Joh. Chriſtof, geboren am 30. Auguſt 1732 zu 
Spantefow bei Anklam in Pommern, geſtorben zu Dresden am 
10. Sept. 1809, erwarb ſi< hervorragende Verdienſte um die 
deutſhe Sprache, indem er dieſelbe von fremden Beimengungen 
reinigen und weiter bilden half. Jm J. 1787 zum Hofrath und Ober- 
bibliothekar in Dresden ernannt, wandte er ſich auh geſchichtlichen 
Studien zu, ohne indeſſen ſeinen Sprachforſhungen untreu zu werden. 
Unter ſeinen Schriften erwähnen wir beſonders: „Grundſätze der 
deutſchen Orthographie“ (Leipzig 1782), ſein großes und mühſam 
zuſammengeſtelltes Hauptwerk „Grammatiſch - kritiſches Wörter- 
buch der Hochdeutfhen Sprache” (Leipzig 1774 bis 1786) und 
ſeinen „Mithridates oder allgemeine Sprachkunde“' (Berlin 1806), 
ein Buch, welches als eine Art Vorläufer der vergleihenden Sprach- 
kunde anzuſehen iſ. — Sein Neffe, Friedrich von Adelung, 
Eaiferlich ruſſiſcher Staatsrath, geboren 1768 zu Stettin, zeichnete 
ſih gleichfalls als Hiſtoriker und Sprachforſcher aus. Er war Erzieher 
der Großfürſten Konſtantin und Nikolaus von Rußland und ihrieb 
„Verſuch einer Literatur der Sanskritſprache“" (Petersburg 1829). 
à demi, zur Hälfte. 
Ademtion, die Entziehung. 
Aden, das „Gibraltar des Oſtens“, britiſche, ſeit 1839 beſebte, 
dur heißes Klima bekannte Handelsſtadt mit 25,000 Einwohnern 
im Süden Arabiens am Golf von Aden mit prächtigem Hafen, liegt 
zwiſchen hohen vulkaniſchen Gebirgen ſtark befeſtigt auf einer Halb- 
inſel. Hier legen die Dampfer der Ueberlandpoſt an, und es be- 
herrſchen die Engländer von dort aus die indiſchen Gewäſſer. 
Adenau, Kreis im Koblenzer Regierungsbezirk mit 22,000 E. 
— Stadt gleichen Namens mit 2000 E., mit Blei- und Eiſen- 
werfen, Weberei und Gerberet. 
Adenophthalmie, Entzündung der Augenliderdrüſen. 
Adenos, Coton de marine oder Seebaumwolle, heißt die feinſte 
Sorte der in der Levante gezogenen Baumwolle. 
Adepten, Eingeweihte, Name für Alchemiſten, die das Ge- 
heimniß des Goldmachens und des Steins der Weiſen zu beſißen 
vorgaben (\. „Alchemie“). 
Ader. In der Anatomie benennt man damit die Blutgefäße, die 
fich durch den ganzen Körper verzweigen und das Blut vom Herzen 
aus durc alle Theile des Körpers und wieder zurückführen; ſie 
werden in Blutadern (Venen), Schlagadern (Arterien) und Saug- 
adern (Lymphgefäße) getheilt. (Siehe dieſe und „Blutgefäß- 
ſyſtem‘’.) — Fortlaufende größere Streifen oder Lagen einer Erz- 
oder Steinfhicht werden ebenfalls Adern genannt; ſo giebt es 
Marmor mit Quarzadern und Sandſtein mit Eiſenadern. 
Aderlaf (in der Chirurgie), Blutentziehung, eine Operation, 
bei welcher eine Blutader geöffnet wird, als Beſeitigungs - oder 
Linderungsmittel gewiſſer Krankheitszuſtände ſeit den älteſten Zeiten 
bekannt. Ein Aderlaß findet meiſt an den Blutadern des Armes, der 
Hand, des Fußes und Halſes der Menſchen und Hausthiere ſtatt. 
adern, beim La>iren, Anſtreichen oder Färben, das Papier 
mit bunten Streifen verſehen, |. „marmoriren”. 
Adersbadjer Felfen, ein an der preußiſch-böhmiſchen Grenze 
im Ölaber Hochlande gelegener, ſi< eine Meile weit erſtre>en- 
der Sandſtein-Gebirgsſto>, deſſen Thalſchluchten mit ihren jehrof- 
fen, merkwürdig geformten und oft bis über 200 Meter hohen, 
pfeilerförmig oder pib zulaufenden Sandſteinfelſen das Ziel vieler 
Reiſenden bilden. Der „Handſchuh“, die „verſchleierte Nonne“, der 
„Eliſabeththurm““, die „Felſenſtadt“, der „Waſſerfall“ und das 
„Weckelsdorfer Theater” (vergl. Abb. 39, 40, 41, S. 41, 42) 
gehören zu den vornehmſten Sehenswürdigkeiten dieſer großartigen 
  
Steinwelt. Jene eigenthümlichen Namen hat die geſchäftige Phan- 
taſie erſonnen, um die bemerkenswertheſten Felſenſcenerien zu 
kennzeichnen, ſobald ſi< irgend eine Aehnlichkeit mit dieſem oder 
jenem Gegenſtande herausfinden ließ. (Siehe „Felsbildungen““.) 
à dessein, mit Abſicht, mit Vorſaß. 
à deux mains, zweihändig; für beide Hände. 
ad exemplum, zum Beiſpiel; nah dem Muſter. 
Adhäſion, das Beſtreben zweier gleichartiger oder ungleichs 
artiger Körper, aneinander zu haften. Die Adhäſion iſt um jo 
größer, je vollſtändiger die Berührung iſt, je weniger Zwiſchen- 
räume zwiſchen den Berührungsflächen bleiben. Sie findet ſtatt 
ſowol zwiſchen feſten Körpern unter einander (zwei glattpolirte 
Spiegelplatten haften feſt aneinander), als au< zwiſchen feſten und 
flüſſigen (ein Shwamm ſaugt Waſſer auf u. |. w.), ferner zwiſchen 
feſten und luftförmigen (Vermögen vieler poröſer Körper, Gaſe zu 
verſhlu>en), zwiſchen flüſſigen und luftförmigen (Berihludung 
von Gaſen dur Flüſſigkeiten), endlich zwiſchen Yuftförmigen Kör- 
pern unter einander (Diffuſion der Gaſe). 
adhibixen, anwenden; zuziehen; Adhibition, die Anwendung. 
ad hominem demonſtriren, etwas der gewöhnlichen Faſſungs- 
kraft oder Anſchauungsweiſe des Gegners erklären oder beweiſen. 
Adhortatorium, die Ermahnung, das Erinnerungsſchreiben 
einer Behörde. 
Adiantum , eine zur Familie der Engelſüße gehörige Farrn- 
gattung, von der das zierliche, bei uns in Töpfen gezogene, in 
Südeuropa jedoch wild wachſende Frauenhaar (A. capillus ve- 
neris) die bekannteſte Art iſt. Früher wandte man das Kraut 
gegen Bruſtleiden an. 
adiaphan, undurchſichtig. 
Adiaphora, jene Gattung gleihgiltiger Dinge, die zwiſchen 
dem Guten und Schädlichen in der Mitte liegen. Unter den Pro- 
teſtanten verſtand man darunter die katholiſchen Gebräuche, welche 
von der lutheriſchen Kirche beibehalten wurden, wie z. B. die Altar- 
bilder, den Hochaltar, die Lichter. Es entſtand darüber 1548 na- 
mentlich zwiſchen Melanchthon und Flacius der adiaphoriſtiſ<e 
Streit, der lange Jahre mit Erbitterung geführt wurde. Einen 
ähnlichen Streit veranlaßte der Ritualismus der engliſchen Hoch- 
kirche, die gleichfalls einige Aeußerlichkeiten des katholiſchen Öottes- 
dienſtes troß großen Widerſpruchs wieder angenommen hat. 
Adinpnenfie, ein Zuſtand des Körpers, wobei demſelben die 
zum Leben erforderliche Hautausdünſtung in Abgang gekommen iſt. 
Adiarrhöe (Med.), Verſtopfung, Gegenſaß von Diarrhöe 
(Durchfall). 
a die, von dem Tage an; a die insinuationis, vom Tage 
der Einhändigungz a die recepti, vom Tage des Empfangs an. 
adieu, Gott befohlen! — der Abſchied, das Lebewohl. 
Adige, der italieniſhe Name des Fluſſes Etſch. 
Adighe , der einheimiſche Name der Tſcherkeſſen (ſiche dieſe). 
Adilen , Aediles, waren bei den Römern Magiſtrat3perſonen, 
welche zunächſt das Archiv der Plebejer im Cerestempel, ſpäter 
alles ſtädtiſche Eigenthum zu verwalten und überhaupt die Wohl: 
fahrt3= und Sicherheitspolizet zu leiten hatten. 
ad impossibilia nemo obligatur, zum Unmöglichen kann 
Niemand verbindfich gemacht werden. 
ad infinitum, ins Unendliche fort. 
ad interim, unterdeſſen, einſtweilen. 
adirato (in der Muſik), mit raſchem, erregtem Vortrag. 
a dirittura, bedeutet, bei Wechſeln angewandt, daß dieſe gerade- 
zu auf den Schuldner ausgeftellt werden. Eine Waare a dirittura 
ichiefen heißt, dieje mit Ausjchluß eines Unterhändlers unmittelbar 
an den Empfänger ſenden. — A diseretion, nad) Belieben. 
Adjacent, der Anwohner, Grenznachbar. 
Adjectivum, das Beiwort, Eigenſchaftswort. 
adjonrniren, vertagen. 
  
  
  
‚nete, 
haf 
A 
m 
und 
Nom 
pel 1 
brau 
beim 
wage 
präg 
an LV 
Adjı 
waffı 
beige 
ten f 
lebte 
Rege 
befeh 
oft 
nur | 
den 
ſind, 
ziere 
Hau! 
faſſe: 
Cory 
weld
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.